27.12.2012
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Möglicher Strafprozess
 

Wendelin Wiedeking rechnet damit, dass ein Strafprozess gegen ihn wegen Kursmanipulation glimpflich ausgehen würde.

Wiedeking bleibt gelassen

Trotz eines möglichen Strafprozesses wegen Kursmanipulation gibt sich der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking entspannt. Der 60-Jährige geht davon aus, dass ein Prozess gegen ihn glimpflich ausgehen würde. "Von den ursprünglich erhobenen Vorwürfen ist ja nicht mehr viel übrig geblieben", sagte Wiedeking dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Und mit dem, was übrig geblieben ist, setzt sich die Staatsanwaltschaft in Widerspruch zu ihren beauftragten Sachverständigen." Sollte es zu einem Verfahren kommen, sehe er diesem "ganz gelassen" entgegen.

Rund vier Jahre nach dem gescheiterten Übernahmeversuch bei Volkswagen soll Wiedeking, der 17 Jahre lang die Geschicke von Porsche lenkte, der Prozess wegen Marktmanipulation gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte am 16. Dezember 2012 Anklage erhoben und wirft dem früheren Top-Manager vor, während des Übernahmeversuchs von Porsche bei Volkswagen 2008/09 Anleger und Finanzwelt getäuscht zu haben. Bei einer Verurteilung drohen Geldstrafe – bis hin zu einem Jahresnettoeinkommen – oder sogar bis zu fünf Jahre Haft.

Die Ermittlungsbehörde klagte auch Wiedekings damaligen Porsche-Finanzchef Holger Härter an, der sich aktuell schon wegen Kreditbetrugs vor dem Landgericht Stuttgart verantworten muss. Ob das Ex-Managerduo wegen der Manipulationsvorwürfe tatsächlich in einem gemeinsamen Prozess vor den Richter muss, entscheidet das Landgericht Anfang nächsten Jahres. Wiedeking und Härter hatten die Vorwürfe bereits über ihre Anwälte in einer gemeinsamen Stellungnahme als haltlos zurückgewiesen.

Staatsanwaltschaft: Übernahmepläne gezielt verschleiert

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die früheren Vorstände beim Angriff von Porsche auf VW 2008/2009 Anleger und Finanzwelt täuschten. "Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, in von ihnen im Jahr 2008 veranlassten öffentlichen Erklärungen des Unternehmens in Bezug auf den Beteiligungserwerb an der Volkswagen AG unrichtige Angaben gemacht zu haben." Konkret soll das so abgelaufen sein: Während die Porsche-Chefs zwischen Frühling und Herbst 2008 mindestens fünfmal gegenüber der Finanzwelt dementierten, bei VW nach der Macht greifen und die 75-Prozent-Schwelle erreichen zu wollen, hätten sie heimlich eben genau jenen Plan vorangetrieben.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die Porsche-Manager ihren schrittweisen VW-Einstieg früh und gezielt mit Finanzgeschäften vorbereitet und diese internen Pläne nach außen hin verschleiert. (dpa)

 
 
 
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