16.09.2011
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Experte
 

Mit der Smartphone-Revolution findet auch das Internet den Weg ins Auto.

Mehr Platz für Online-Dienste im Auto
Von Andrej Sokolow, dpa

Die Autohersteller werden den Smartphones nach Einschätzung eines Branchenexperten mehr Platz einräumen müssen. "Wir sind auf einem Wendepunkt angelangt. Die Plattformen werden sich öffnen", sagte Andreas Baier vom Beratungsunternehmen Accenture auf der Autoausstellung IAA in Frankfurt. "Die mobilen Dienste haben mit den Smartphones eine unglaubliche Verbreitung bekommen. Und warum soll der Kunde eine iPhone- oder Android-Oberfläche nicht auch in seinem Fahrzeug angezeigt bekommen?" Die Fahrer wären sogar weniger abgelenkt, weil sie die Bedienung ihrer Smartphones kennen.

"Es wird eine klare Trennlinie geben: Dinge, die sicherheitsrelevant sind, werden proprietär von der Autobranche gestaltet und alles andere wird offen sein müssen am Ende des Tages", erläuterte Baier. "Wenn ich diese Trennung nicht konsequent durchführe, habe ich irgendwann eine App, die in Gebiete vordringt, in denen ich keinen Fahrer haben möchte." Im offenen Bereich müssten die Hersteller aber mehr Kontrolle abgeben. Jeden Tag kämen unendlich viele Apps dazu. "Warum soll sich ein Autohersteller mit diesen Bedarfsverfeinerungen auseinandersetzen?"

Auf jeden Fall sei der Vormarsch des Internets auch im Auto nicht mehr aufzuhalten: "Es kommt jetzt eine Generation ins Autokäufer-Alter und ins Manager-Alter in der Branche, die ein ganz anderes Verhältnis zum Internet und zu Sozialen Netzwerken hat." Der Kundenwunsch, bestimmte Dienste im Auto zu haben, sei damit drastisch gestiegen. Im Vorteil wären diejenigen Autohersteller, die für den Kunden die offenste Plattform anbieten – und nicht für alles eine eigene Lösung zu entwickeln versuchen.

"eCall" als Türöffner

Ein weiterer Türöffner für Online-Dienste sei der in Europa beschlossene Notrufdienst "eCall" (wir berichteten). Die Fahrzeuge müssten damit auf jeden Fall eine Schnittstelle nach außen haben. Die Einstiegsbarriere sei damit niedriger. "Die Hardware, bisher im Mittelpunkt, wird in den Hintergrund treten. In den Fokus rückt jetzt die Fähigkeit, eine stabile, sichere, gut integrierbare Software zu entwickeln."

Für die Hersteller gebe es kaum Chancen, mit bestehenden Internetdiensten Geld zu verdienen, betonte Baier. "Warum sollte der Kunde für Dienste bezahlen, die er kostenlos auf dem Smartphone hat, nur weil es ein Hersteller ins Auto bringt?"

 
 
 
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