28.01.2013
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Lkw-Branche
 

Volvo Trucks schmiedet eine Allianz mit Dongfeng Motor.

Volvo greift Daimler an

Der schwedische Lastwagenbauer Volvo will durch eine Beteiligung in China am deutschen Konkurrenten Daimler vorbeiziehen und zur Nummer eins der Branche bei schweren Lkw aufsteigen. Volvo werde 45 Prozent der Anteile an einer neuen Tochter des chinesischen Fahrzeugbauers Dongfeng Motor Group erwerben, teilte der Konzern am Samstag in Stockholm mit. Die Kartellbehörden und die chinesische Aufsicht müssen der Transaktion im Volumen von 5,6 Milliarden Yuan (664 Millionen Euro) noch zustimmen.

"Damit haben wir uns eine sehr starke Position im chinesischen Markt gesichert", sagte Volvo-Chef Olof Persson im schwedischen Radio. Das Reich der Mitte sei der größte Markt für schwere Lastwagen – so groß wie der europäische und nordamerikanische zusammengerechnet. Die europäischen Hersteller haben derzeit in ihrer Heimatregion mit Absatzproblemen zu kämpfen. Weltweit werden der Branche wegen der Wachstumsmärkte in Asien und Amerika jedoch starke Zuwächse prognostiziert. Daimler hatte im vergangenen Jahr ohne Partner eine Offensive in Indien gestartet und dort ein eigenes Lkw-Werk eröffnet.

In der offiziellen Mitteilung meinte Persson, man wolle "das Beste aus zwei Welten" zusammenführen. Es seien Kooperationen bei Motoren und Komponenten sowie beim Einkauf geplant. Er rechne damit, dass das Geschäft in etwa einem Jahr endgültig über die Bühne gegangen ist. Volvos Verschuldung werde sich dadurch um etwa sechs Milliarden schwedische Kronen (691 Millionen Euro) erhöhen.

Schwer im Geschäft

In das neue Unternehmen mit 28.000 Mitarbeitern bringt Dongfeng den überwiegenden Teil seines Geschäfts mit schweren Lastwagen ein, was etwa 142.000 von insgesamt 186.000 produzierten Fahrzeugen (Stand 2011) entspricht. Vier der acht Top-Manager sollen von Volvo kommen, darunter der Finanzchef. Die Chinesen sind derzeit nach Volvo-Angaben in dem Segment der "Heavy-Duty Trucks" die weltweite Nummer zwei nach Daimler, dahinter folgten bisher die Schweden. Dongfeng hatte erst vor kurzem aus einem Joint-Venture mit dem japanischen Hersteller Nissan die Anteile am Geschäft mit schweren Lkw erstanden.

Daimler reagierte am Montag gelassen auf die schwedisch-chinesische Kampfansage. "Dass wir die Nummer eins sind und damit gejagt werden, dass ist eine Situation, in der wir uns immer befinden", sagte ein Unternehmenssprecher in Stuttgart. (dpa)

 
 
 
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