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Kommentare (4) 14.09.2012

Automechanika 2012

Serviceberater - ein Job am Limit?

Automechanika 2012
Serviceberater - ein Job am Limit?
Von links: Frank Schlieben, Georg Hensch, Werner Frisch, Mahbod Asgari
© Foto: asp

Der Allrounder ist gefragt. Auf dem Messestand von Springer Automotive Media diskutierten Experten zu Berufsbild, Anforderungen und Zukunft des Serviceberaters. Die Highlights finden Sie im Videobeitrag.

"Der Job des Serviceberaters ist mörderisch." Das erklärte Kfz-Meister und Unternehmensberater Georg Hensch am Dienstag auf der Springer Automotive Media-Veranstaltung zum Thema "Serviceberater - ein Job am Limit" auf der Automechanika. Serviceberater müssten technisches Rüstzeug, Psychologiekenntnisse und Kommunikationsfähigkeit mitbringen und mit einem strapazierfähigen Nervenkostüm verbinden, so der Tenor des Expertengesprächs. Neben Hensch diskutierten der Autohaus- und Werkstattunternehmer Werner Frisch sowie der auf Serviceprozesse spezialisierte Unternehmensberater Mahbod Asgari. Die Moderation übernahm asp-Chefredakteur Frank Schlieben.

Serviceberater sind Werkstattmitarbeiter, die eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen den Kunden und den Kfz-Mechanikern inne haben. Aufgrund der hohen Anforderungen sei es sehr schwierig, geeignete Leute auf dem Arbeitsmarkt zu finden, berichtete Frisch aus der Praxis. Zahlreiche Kfz-Fachkräfte mit guten Startvoraussetzungen halten nach seinen Erkenntnissen den Belastungen über die Jahre nicht Stand. Ein Erfahrungswert, den Hensch bestätigte: "Nur wenige Serviceberater werden auf dieser Position 65 Jahre." Die meisten kehrten dem Job, manche gar der Branche im Laufe der Zeit den Rücken.

Die Frage, ob der vorrangig technisch ausgebildete Kfz-Meister vor diesem Hintergrund tatsächlich die Idealbesetzung für den Serviceberater sei, bejahte Mahbod Asgari. Allerdings müssten diese einige wesentliche Voraussetzungen mitbringen. Es komme im teils hektischen Werkstattalltag auf die Bereitschaft und ein gewisses Talent zu kommunizieren, Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Kunden und eine starke Persönlichkeit an, erklärte er. (msh)

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4 Kommentare
1
K. Wempe
18.09.2012

Ich denke, das Limit ist in vielen Firmen schon überschritten. Und das gilt nicht nur für Serviceberater, sondern für fast alle Mitarbeiter im Autohaus. Und denkt mal an die armen Serviceassistentinnen, die oft für einiges weniger als 2.000 € brutto den gleichen starken Wind haben. Hier oben an der Küste gibt es seit 8 1/2 Jahren keine Tarifbindung mehr in den meisten Unternehmen. Entsprechend ist die Situation der Entlohnung, von der Wertschätzung des Mitarbeiters ganz zu schweigen. Neueinstellungen werden nach Gutsherrenart mit min. 40 Stunden, 25 Tagen Urlaub, ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld und mit Einstiegsgehältern von teilweise nicht einmal 1.300 € getätigt. Verkaufsberater mit Festgehalt, ohne Vorführwagen. So sieht die Wirklichkeit aus. Die ganz "schlauen" Unternehmen machen Neueinstellungen nur noch über das hauseigene Personalleasing. Wenn das so weitergeht wird es in wenigen Jahren so aussehen wie bei den Paketdiensten, den Schlachtbetrieben oder beim Bau. Das kompetente Personal wird es nur noch in Schlüsselbereichen geben um den Anforderungen der Hersteller (Mindeststandards) gerecht zu werden. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung sind natürlich auch die Hersteller, die mit immer neuen CIs, Standards und Glaspalästen die Margen und Umsatzrenditen haben schrumpfen lassen. Ich empfehle heute keinem Berufsanfänger mehr unsere Branche, mein Benzin im Blut ist mittlerweise restlos verdunstet. Wir sind nur noch die Tankwarte der Autoindustrie. Mein Schwager übrigens verdient 18,39 Euro brutto pro Stunde - als ungelernter Arbeiter bei einer Zeitarbeitsfirma. Einsatzgebiet: Ein Zulieferbetrieb für die Airbus Produktion. Bei Daimler an Band verdienen gelernte Kräfte inkl. Gratifikationen und Bonus mittlerweile bis zu 60.000 € pro Jahr. Ein KFZ-Mechaniker im Autohaus hat mit etwas Glück die Hälfte. Armes Deutschland.

2
Frank Fehling
17.09.2012

Die Inhaber der Autohäuser bzw. die Kapitalgeber/Gesellschafter wollen nur Erträge sehen. Ob und wie dieses zustande kommt ist denen letztendlich egal. Mit den Mitarbeiter/-innen steht und fällt der Betrieb. Manche Führungskräfte sind überhaupt nicht in der Lage ein Autohaus zu führen. Sie machen nämlich mehr Fehler wie die Angestellten/-innen. Gute bis sehr gute Arbeit wird heute nicht mehr gewürdigt, Hauptsache den Führungskräften geht es gut. Die Mitarbeiter/-innen holen die Aufträge etc. herein. Ein gutes bis sehr gutes Personal eines Autohauses bringt den Gewinn der Firma. Vielleicht sollte man mal über ein anderes Leistungsprizip der Führungskräfte nach denken. Die Leistungen der jeweiligen Abteilungen durch das Personal mit hervorragender Arbeit muß man unbedingt mit Sonderzahlungen oder ähnliches horrnorieren. Könnte ein Buch darüber schreiben was ich in den 31 Jahren in diesem Berufsfeld live erlebt habe.

3
Sebastian Kellig
17.09.2012

Endlich wird mal Klartext gesprochen ! Viele der Autohändler und Autohandelsgesellschaften sind ja nicht in der Lage diese Leistungen entsprechend zu würdigen.Der Job des Serviceberaters geht ja auch in vielen Firmen über die Grenzen des vertretbaren hinaus: "OpenEnd"-Arbeitszeiten,keine Pausen,Umsatz/Rentabilitätsvergleiche,nur Monologe anstatt Dialoge in Mitarbeiterversammlungen durch die Führungsebenen,künstliches Aufstacheln innerhalb der Belegschaften,keiner Anerkennung der Leistungen usw. kein Wunder das man da nur noch flüchten kann... Ich und viele mir bekannte Serviceberater sind ausgestiegen und werden wohl nie wieder in s Kfz-Gewerbe wechseln ! Wie wäre es denn wenn man mal die "vollkommende Mitarbeiterzufriedenheit" anstatt "Kundenzufriedenheit" in den Focus rückt....? Aber solange unsere studierten Serviceexperten und Autopäpste das nicht verstehen und sich lieber Ihrer Lobby widmen wird sich nichts ändern...

4
Werner Peemöller
16.09.2012

Schade, das der Herr bei dem Thema Entlohnung geschickt ausgewichen ist,ist doch ein Jammer wie unser Berufszweig verbrannt wird. Es kümmern sich sehr wenig Chefs um das wohlergehen der Serviceberater. Zahlen Zahlen Zahlen,Garantiebearbeitung,Lehrlingsunterweisung,Kundenzufriedenheit, Troubleshooting technisch und kaufmännisch bis zum Anschiss vom Geldgeilen Chef. Und das für ein Appel und ein Ei in Zeiten der Tarifflucht.

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