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Kommentare () Kommentare (0) 08.01.2010

Autoversicherung

HUK-Coburg will Preiskrieg fortsetzen

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HUK-Coburg will Preiskrieg fortsetzen
Dr. Wolfgang Weiler
© Foto: HUK-Coburg

Zum Jahresauftakt 2010 sendet Dr. Wolfgang Weiler, Vorstandssprecher der HUK-Coburg Versicherungsgruppe, alles andere als Friedenssignale in den Markt. Der aktuelle Preiskampf sei zwar "mörderisch", die HUK-Coburg sehe aber keine Veranlassung für eine Beendigung. 2009 wuchs ihr Kfz-Bestand erneut um das 4,5- bis 5-fache des übrigen Marktes.

Gleich zu Beginn des neuen Versicherungsjahres 2010 sprach die HUK-Coburg offen über ihre mittel- und langfristigen Zielsetzungen. Bemerkenswert dabei: Nicht Kraftfahrtvorstand Klaus-Jürgen Heitmann, wie in den vergangenen Jahren üblich, sondern Dr. Wolfgang Weiler äußerte sich zum Autogeschäft des fränkischen Versicherers. Weiler ist seit rund einem halben Jahr im Amt des Vorstandssprechers der HUK-Coburg Versicherungsgruppe Nachfolger von Rolf-Peter Hoenen, der 2009 in Coburg offiziell in Ruhestand ging und derzeit in seiner ersten Legislaturperiode als Präsident des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer (GDV) agiert. In der Finanz- und Versicherungswelt viel beachtet wurde jetzt ein Interview, welches Weiler der Börsen-Zeitung gab, dort aktuell am 5. Januar veröffentlicht wurde und in dem er sich insbesondere auch zur Allianz, der Schadensteuerung und dem scharfen Preiskampf in seiner Branche äußert. Den roten Faden in den Aussagen Weilers könnte man mit "Angriff" oder "Attacke" dem Grunde nach ganz gut zusammenfassen. Indes macht der oberste Chef der Versicherungsgruppe auch deutlich, dass das angestrebte weitere Volumenwachstum und ein daraus resultierender hoher Marktanteil der HUK-Coburg Vorteile verschaffe, um Dinge zu tun, die "wir nicht tun könnten, wenn wir kleiner wären". Das Werkstätten-Partnernetz und die dorthin gesteuerten Unfallschäden führte Weiler in diesem Zusammenhang konkret als Beispiel an. Mehr als acht Millionen eigener Fahrzeuge und die Öffnung dieses Netzes auch für Wettbewerber sollen letztlich helfen, die Werkstätten noch besser auszulasten. Die hier erreichte Größe sei "Voraussetzung für Strukturen, die andere nicht aufbauen können. Das ist ein Wettbewerbsvorteil". Erneut 350.000 mehr Fahrzeuge und Wachstum von 4,5 bis fünf Prozent Auf die Frage, wann die HUK-Coburg in Deutschland den Marktführer Allianz im Autogeschäft überflügeln werde, äußerte sich Weiler, dass ihm dies letztlich "relativ egal" sei. Seine Gruppe wolle die Kfz-Versicherung "kontinuierlich weiter vergrößern", und das funktioniere auch unter den gegenwärtigen Marktumständen ganz gut. Dass er trotz alledem die mittlerweile über acht Millionen Fahrzeuge im Portfolio nicht als Endziel ansieht – die HUK-Coburg liegt damit jetzt bereits knapp hinter der Allianz, die vom bekannten Bestandsabrieb über mehrere Jahre arg gebeutelt ist und sich aktuell in Deutschland und auch weltweit deshalb ganz neu ausrichtet –, wurde nicht zuletzt aus Weilers Aussagen zum Wachstum in 2009 und seinen Zielen für 2010 deutlich: Um 4,5 bis fünf Prozent habe der fränkische Versicherer alleine im Vorjahr beim Kfz-Bestand zulegen können, was real einem Anstieg von 350.000 policierten Fahrzeugen entspreche. Bei einem Marktzuwachs von lediglich einem Prozent sei dies ein "hervorragendes Ergebnis". Für das Jahreswechslergeschäft 2010, das ruhiger als in den beiden Vorjahren ausfallen werde, habe man rund zwei Prozent weiteres Wachstum fest im Visier. Abwrackprämie und Wirtschaftskrise voll genutzt Neben der bekannten Preispositionierung, welche die HUK-Coburg eingenommen habe, sei ein wesentlicher Aspekt des starken Vorjahreswachstum der "Kick" gewesen, der durch die Abwrackprämie ausgelöst wurde: "Sie hat entgegen unseren ursprünglichen Erwartungen eine enorme Bewegung in den Markt gebracht." Die aktuelle Wirtschaftskrise sorge "offenbar dafür, dass sich viele Kunden anlässlich des Neukaufs sehr intensiv umschauen, wo sie sich günstiger versichern können". Mit Nachdruck weist Weiler im Interview mit der Börsen-Zeitung auch den Vorwurf von sich, den seit Jahren andauernden Preiskrieg ausgelöst zu haben: "Wir haben das nicht angefangen. Initiiert haben ihn jene, die im letzten Erhöhungszyklus vor gut fünf Jahren Marktanteile verloren haben." Und weiter: "Sollen wir als einer der stärksten und kostengünstigsten Player Friedenssignale aussenden und damit anderen Versicherern die Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, die wir gerne selber hätten? Ich wüsste nicht, warum wir das tun sollten." Und noch deutlicher formulierte er: "Wir treten nicht an, den Preiskrieg als Erste zu beenden."

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