GuidedTour GuidedTour GuidedTour
Nachrichten
Nachrichten
Kommentare (8) 11.02.2013

Bochum

Betriebsrat wirft Opel-Vorstand Konzeptionslosigkeit vor

Bochum
Betriebsrat wirft Opel-Vorstand Konzeptionslosigkeit vor
Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel
Rainer Einenkel hat dem Vorstand des Autobauers "Kopf- und Konzeptionslosigkeit" vorgeworfen.
© Foto: Clemens Bilan/ddp.

Bei den Gesprächen zum Sparkurs wird der Ton schärfer. Eine Einigung scheint derzeit noch in weiter Ferne. Für neuen Unmut beim Bochumer Betriebsrat sorgt nun eine Terminverschiebung.

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel hat dem Vorstand des Autobauers "Kopf- und Konzeptionslosigkeit" vorgeworfen. Einenkel kritisierte am Sonntag, dass die Unternehmensspitze einen für Montag angesetzten Gesprächstermin über den Sparkurs beim kriselnden Autobauer kurzfristig abgesagt habe. Sorge bereite dem Betriebsrat weniger die Absage an sich, als die Begründung dafür, sagte Einenkel der dpa. Dabei sei mitgeteilt worden, dass man derzeit keine neuen Vorschläge vorlegen könne. Nach Angaben von Einenkel sollen die Verhandlungen nun am 15. und 16. Februar an einem noch nicht festgelegten Ort in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt werde

Derzeit gehe der Bochumer Betriebsrat jedoch davon aus, dass sich die Verhandlungen möglicherweise noch bis in den kommenden Monat hinziehen könnten. Einenkel verwies dabei auf einen nach seinen Informationen im Dezember auch mit dem Stimmen der Arbeitgeberseite verabschiedeten Beschluss des Aufsichtsrats. Darin sei die Rede davon, dass man in den laufenden Gesprächen bis Ende März zu einem Ergebnis kommen wolle. Opel-Aufsichtsrats-Chef Steve Girsky hatte dagegen im vergangenen Monat eine Einigung bis Ende Februar gefordert und ansonsten mit einem vorzeitigen Stopp der Autoproduktion in Bochum gedroht.

Auch der nordrhein-westfälische IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler hatte die Absage der Gespräche zuvor scharf kritisiert: "Es ist mehr als unverschämt, wie erst das Management mit Riesentempo Druck macht und dann wertvolle Zeit verplempert", so Giesler am Freitagabend. So werde die Marke Opel immer weiter geschädigt. "Wir wollen Lösungen und Motoren statt Stillstand. Unsere guten Vorschläge zur Standortentwicklung, gerade für Bochum, sind endlich in Investitionen umzusetzen statt auf die lange Bank zu schieben", hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

"Substanzielle Lösungen" gefordert

Die IG Metall erwarte Entscheidungen für die industrielle Produktion, gerade auch in Bochum. "Keinesfalls akzeptabel sind Ankündigungen zum Auslaufen der Fahrzeugproduktion ohne substanzielle Lösungen für die Beschäftigten", erklärte Giesler. Als Teil einer Lösung für Bochum nannte er die Fertigung mittelgroßer Dieselmotoren, kleiner Benzinmotoren, den Weiterbau bestimmter Getriebe und weiterer industrieller Komponenten.

Das Opel-Management hatte «beträchtliche Einsparungen» der Belegschaft verlangt. Die Tarifkommission der IG Metall bei Opel hatte daraufhin unter anderem Standort- und Beschäftigungsgarantien bis mindestens Ende 2016 und eine klare Finanzierungszusage von GM gefordert. (dpa)

Newsletter
Newsletter
Artikel jetzt ...

mit anderen teilen per

© Copyright 2014 AUTOHAUS online

Artikel jetzt ...

© Copyright 2014 AUTOHAUS online

8 Kommentare
1
Martino
12.02.2013

Zur Zeit haben viele Firmen zu kämpfen, aber die meisten Firmen verstehen es ihre Probleme intern zu bearbeiten um so ihr Image in der Öffentlichkeit nicht zu beschädigen.Der Betriebsrat in Bochum sollte sich mehr damit beschäftigen etwas zu verhandeln für die Zeit nach dem Autobau,um möglichst viele Alternativarbeitsplätze zu schaffen.Es ist niemand geholfen wenn der Bochumer - Betriebsrat weiter böses Wetter macht, seitdenn man will noch mehr Arbeitsplätze bewußt vernichten, dann darf man aber dem Managemant keine Vorwürfe machen.Bei Ford ,VW und anderen Herstellern funktioniert das auch.Opel baut wieder richtig gute Autos und hat besseres verdient, darüber sollten einige nachdenken! ( auch Betriebsräte )

2
Marcus Jacobsen
11.02.2013

...Wise guys,verstehen setzt denken voraus! D.h.erst denken,dann konstruktiver Kommen- tar!

3
uwe meier
11.02.2013

Hallo Herr Wempe. Natürlich ist der BR legitimiert, und selbstverständlich darf der BR hart verhandeln und für die Belegschaft das Beste fordern. Auch darf sich der Br feriern lassen wenn "etwas" erreicht wurde. Aber muss immer alles in der Öffentlichkeit breit getreten werden? Leide ich unter selektiver Wahrnehmung weil mir nur bei Opel der ständige Streit auffällt? Oder regeln andere Firmen ihre Angelgenheiten intern? Freundliche Grüße eines leidenschaftlichen Opelfahrers und Opelverkäufer.

4
Thommy K
11.02.2013

@Herr Wempe, Was meinen sie denn was der BR in Bochum mit seiner Haltung gegenüber Opel/GM erreicht ??? M.E wäre es wesentlich besser über einen Lösungsansatz für die Zeit nach der Produktion von Autos in Bochum zu verhandeln um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten- In welcher Form auch immer. Die Produktion wird dort eingestellt ,soviel ist doch reichlich gesagt worden, also warum an diesem Fakt rumdoktern ? Je früher die Kollegen bei Opel wissen , wie ggf. ihre Zukunft nach Produktionsende aussehen könnte, desto besser ...

5
K. Wempe
11.02.2013

Alle "wise guys" hier im Forum möchte ich mal fragen: Was wäre denn, wenn der BR von OPEL den Mund halten würde? Würde ein Auto mehr verkauft werden? Würde das Werk in Bochum einen Tag länger produzieren? Wer hat Schuld an der OPEL Misere, der Betriebsrat? Immer schön die Schnauze halten, nicht aufmucken, alles wird gut. Ist es das, was ihr damit sagen wollt? Dank Betriebsverfassungsgesetz ist ein Gremium wie der BR legitimiert, kann sich also positiv wie negativ äußern. Es wird immer so getan, als ob der BR erst die Schuld hat, dass es OPEL so schlecht geht. Nur hier war die Henne schon lange vor dem Ei da. Und die Henne heißt GM. Schon einmal drüber nachgedacht?

6
Thommy K
11.02.2013

@Vorredner ...Danke...

7
Andreas
11.02.2013

Liebe Opelaner! Ihr habt eine erstklassige Produktpalette, eine super Qualität, tolle Innovationen und einen Betriebsrat mit zur großem Mundwerk.Manchmal frag ich mich von wem Herr Einenkel sein Gehalt bezieht. Für Opel und für "seine" Belegschaft sind seine öffentlichen Äußerungen nur schädlich und kosten Arbeitsplätze.

8
Heinz.Kretschmer
11.02.2013

...ob die hier praktizierte fieberhafte Aufgeregtheit,gekoppelt mit Aggressivität zum Erfolg führt,man kann gespannt sein! Ich glaube kaum das es positive Signale für Marke u.Handel sind. Heinz M.Kretschmer

Ihr Kommentar zum Artikel
Ihr Kommentar zum Artikel

AUTOHAUS ist ein Fachmedium für die Automobilwirtschaft. Die qualifizierte Meinung unserer Online-Nutzer zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen.
Vielen Dank!

Schon gelesen?
Die Top-Nachrichten