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Kommentare () Kommentare (0) 02.02.2016

VW-Rückruf

Passat kommt im März in die Werkstatt

VW-Rückruf
Passat kommt im März in die Werkstatt
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Herbert Diess informierten sich in Berlin über die praktische Durchführung der Umrüstung.
© Foto: VW
Zum Themenspecial Abgas-Skandal

Rund 2,5 Millionen Halter warten hierzulande auf Post von VW. Verbrauch, Leistung und Komfort sollen nicht leiden, verspricht VW. Beim ersten Modell klappt das.

Die millionenfach vom VW-Abgas-Skandal betroffenen Autofahrer sollen nach der Umrüstung ihrer Wagen keinerlei Nachteile bei Verbrauch, Leistung oder Geräuschentwicklung fürchten müssen. Das Ziel hat VW-Markenvorstand Herbert Diess am Dienstag bei einem Termin mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bekräftigt. Sie besuchten in Berlin die Umrüstung eines VW-Amarok. Der Pick-up-Truck macht den Anfang bei dem Rückruf, der hierzulande rund 2,5 Millionen Wagen trifft. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe für den Amarok bestätigt, dass keine Einbußen zu fürchten seien, teilte VW mit. 

Derweil wurden weitere Details für die Rückrufwellen nach dem Amarok bekannt. So sollen erste Passat-Diesel ab der Kalenderwoche neun in die Werkstätten. Sie beginnt am Schalttag 29. Februar. Das erfuhr die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus dem VW-Autohandel. Die Angabe deckt sich mit der Aussage von Dobrindt, der am Dienstag in Berlin sagte: "Das nächste Modell wird der Passat sein, der im März zum Rückruf kommt." Auch der Konzern hatte schon mitgeteilt, dass er Ende Februar bis Anfang März anpeile. Zur genauen Zahl der VW-Passat und ihren technischen Merkmalen war zunächst nichts bekannt.

Diess kündigte an, dass in den nächsten Wochen Zug für Zug alle betroffenen Kunden angeschrieben würden. Für jeden Wagen sei es das Ziel, mit den technischen Lösungen keine Kompromisse einzugehen. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, dass neben Verbrauch, Leistung, CO2-Ausstoß und Lärmpegel noch kein Versprechen zur Langlebigkeit betroffener Bauteile gemacht werden könne. Die Lebenserwartung von Komponenten könne das KBA mangels Langzeittests nicht beurteilen.

Der Sprecher betonte aber, dass es derzeit keine Anhaltspunkte gebe, wonach Teile wie etwa der Turbolader durch die softwaretechnischen Umrüstungen über Gebühr beansprucht werden könnten. Zudem habe der Konzern schon zugesagt, bis Ende 2017 bei betroffenen Wagen auf eine Garantie-Verjährung in Zusammenhang mit der Umrüstung zu verzichten. Dieses Versprechen soll mit VW-Rückendeckung auch der Handel geben.

Zehn Jahre alte Software

Die manipulierte Software in den Wagen mit dem Dieselmotor EA189 in Abgasnorm Euro-5 ist rund zehn Jahre alt. Die Zeitspanne dazwischen umfasst beinahe zwei Modellgenerationen. Aktuelle Software ist daher viel weiter und kann mehr als die damalige. So ist es laienhaft zu erklären, dass für den Großteil der 2,5 Millionen Rückrufwagen ein Software-Update ausreicht, um die illegale Funktion abzustellen und die Abgasnorm auch ohne betrügerische Software heute zu erfüllen.

Nur bei den mittelgroßen Maschinen mit 1,6 Litern Hubraum muss auch ein neues Bauteil her, da das Update alleine nicht reicht. Es handelt sich um einen "Strömungsgleichrichter im Ansaugtrakt". Die Wagen kommen daher auch erst im Herbst in die Werkstätten. Ihre Umrüstung soll 45 Minuten reine Arbeitszeit benötigen, während die bloßen Updates der 2,0- und 1,2-Liter-Motoren nur knapp 30 Minuten dauern.

Insgesamt handelt es sich um den größte Rückrufs in der europäischen Autogeschichte. Konzernweit sind in Europa rund 8,5 Millionen Diesel betroffen. Die Nachbesserung soll das ganze Jahr 2016 andauern. Die Reihenfolge für die verschiedenen Modelle ist unklar. Das KBA hat in Deutschland die Hoheit über den Ablauf des Rückrufes. (dpa)

 

 

(dpa)

 

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