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Kommentare () Kommentare (0) 11.11.2013

Freie Werkstätten

Weller-Kommentar sorgt für Wirbel

Freie Werkstätten
Weller-Kommentar sorgt für Wirbel
Burkhard Weller
Burkhard Weller: Der ZDK braucht eine eindeutige Ausrichtung auf den Fabrikatshandel.
© Foto: Wellergruppe

Burkhard Weller fordert eine eindeutige Ausrichtung des ZDK auf den Fabrikatshandel. Seine drastische Wortwahl stößt auf Kritik. Eine Debatte aber halten auch andere für notwendig.

Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) hat die jüngste Kritik von Burkhard Weller an freien Werkstätten verurteilt. ZDK-Präsident Robert Rademacher forderte in einem Schreiben an den Chef der Wellergruppe eine Entschuldigung. Weller hatte in einem Gastkommentar in der "Automobilwoche" Freie Werkstätten als "Parasiten" bezeichnet und angemahnt: "Der Schritt, im ZDK auch die Freien zu vertreten, muss korrigiert werden." Notwendig sei eine eindeutige Ausrichtung auf den Fabrikatshandel.

"Damit stempeln Sie die Hälfte unserer Mitgliedsbetriebe als Schädlinge ab, die nur auf Kosten anderer leben", schrieb Rademacher an Weller. Zudem habe der Begriff "Parasiten" in der jüngeren deutschen Geschichte in Bezug auf die menschliche Gesellschaft eine fürchterliche Verwendung erfahren. "Er ist also schlicht inakzeptabel!"

Weller selbst zeigte sich im Gespräch mit AUTOHAUS Online am Montag enttäuscht darüber, dass vor allem über seine Wortwahl und wenig über die Sache selbst gesprochen werde. "Ich bin nicht gegen freie Werkstätten oder gegen Wettbewerb, und ich wollte auch niemanden persönlich beleidigen." Der Kommentar habe polarisieren und eine Debatte anstoßen sollen. "Ich werden den kritisierten Begriff nicht weiter nutzen. Sorry!", sagte Weller.

In der Sache bleibt der Autohaus-Chef hart: "Wenn die Freien mit am Tisch sitzen, sind dem ZDK die Hände gebunden." Zu viele falsche Entscheidungen gegen den Fabrikatshandel habe es schon gegeben, etwa beim Thema GVO. Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen müsse überlegt werden, ob die Freien Betriebe - unter Wahrung Ihrer bisher erbrachten finanziellen Leistungen - nicht einen eigenen Verband gründen sollten. Er selbst habe bisher zu seinem Kommentar nur wenige ablehnende Antworten erhalten, sagte Weller. Angst, Umsätze im Teilegeschäft mit freien Betrieben zu verlieren, hat der Unternehmer nicht. Mit Kritikern wolle er gerne das persönliche Gespräch suchen.

Peckruhn: Debatte wieder versachlichen

Verständnis für das Wellers Anliegen zeigte Thomas Peckruhn. Er kritisiert zwar die Wortwahl, forderte aber eine Versachlichung der Debatte: "Wir sollten nicht über Begrifflichkeiten diskutieren, sondern über die eigentliche Frage", sagte der Vorsitzende des Verbands Deutscher Skoda-Vertragspartner (VDS) gegenüber AUTOHAUS Online. Eine Stärkung der Reputation der markengebundenen Betriebe sei nötig, eine Diskussion darüber müsse erlaubt sein. "Ich bin zwar nicht der Meinung, der ZDK solle freie Werkstätten nicht mehr vertreten. Wir müssen aber überlegen, wie wir die Interessen der Markenhändler optimaler aufstellen können." Dies könne sich auch in der Organisation niederschlagen. So sei etwa eine Doppelspitze im ZDK denkbar, die freie und fabrikatsgebundene Betriebe repräsentiere.

Kritik an Wellers Forderungen kamen am Montag hingegen vom Präsidenten des Landesverbandes Bayern, Klaus-Dieter Breitschwert: "Die Kfz-Branche hat im Handel und Handwerk ihre Basis im Gewerbe. Die unterschiedlichen Ausprägungen – sei es als Markenbetrieb, Franchise-Unternehmen oder Freie Werkstätten – sind nur Facetten des Gewerbes und wechseln für den einzelnen Betrieb beliebig." Ein Berufsverband müsse diese Bandbreite der Geschäftsmodelle abbilden.

Die Interessen und Herausforderungen seien zum Großteil für alle diese Betriebe deckungsgleich, so Breitschwert weiter. "Nicht die trennenden Punkte, die immer zu finden sind, sollen dabei betont werden, sondern die Gemeinsamkeiten. So sind beispielhaft Aus- und Weiterbildung, technische Regelungen oder Steuer- und Rechtsfragen branchenspezifisch aber sicher nicht betriebsformabhängig." Es gelte daher auch gegenüber der Politik und den Gesprächspartnern geschlossen aufzutreten: "Spalten ist leicht, integrieren schwer!" (se)

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