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Kommentare () Kommentare (0) 01.10.2014

Hagelschäden

TÜV Rheinland wird Drehachse für den vollautomatischen Fahrzeug-Scan

Hagelschäden
TÜV Rheinland wird Drehachse für den vollautomatischen Fahrzeug-Scan
Die Dienstleistungsgesellschaft AMOVA-Services übernimmt national und international das Marketing und den Vertrieb des mobilen Oberflächenscanners für Fahrzeugoberflächen.
© Foto: Adameo

Die Begutachtung von Hagelschäden gewinnt eine neue Dimension: Gemeinsam mit adomea, dem Hersteller eines mobilen und vollautomatischen Fahrzeug-Scanners, hat jetzt der TÜV Rheinland die gemeinsame, neue Dienstleistungsgesellschaft "AMOVA-Services" gegründet. Die Scan-Anlage kommt in der Kfz-Assekuranz bereits zum Einsatz.

Das Bochumer Unternehmen adomea GmbH hat ein neuartiges und mobiles System für die vollautomatische Messung von Hagelschäden an Fahrzeugen zur Serienreife gebracht und im Markt bereits eingeführt. Als erster deutscher und in der Kraftfahrt-Assekuranz durchaus namhafter Versicherer setzte die Westfälische Provinzial mit Sitz in Münster nach dem Unwetter "Ela" schon vor etlichen Monaten auf das innovative Verfahren (wir berichteten). 

Assekuranz und Hagel: Parallelen zum Glasschaden unverkennbar

Allein im Sauerland musste die Westfälische Provinzial nach "Ela" innerhalb kürzester Zeit mehr als 800 Hagelschäden begutachten und regulieren. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr zahlten alle deutschen Versicherer für rund 450.000 Hagelschäden an Autos 2,7 Milliarden Euro an ihre Kunden. Wie vor mehr als zehn Jahren beim Thema "Autoglas", so wird jetzt auch beim Hagelschaden deutlich, dass die Versicherer künftig – und insbesondere bei den für sie finanziell schmerzhaften Elementar-Großereignissen – mehr und mehr auf Kostensenkung und -begrenzung bedacht sind. 

TÜV Gutachter entscheiden sich für die digitale Zukunft

Der TÜV Rheinland, obwohl mit seiner eigenen Sachverständigen-Organisation ebenfalls ein "klassischer" Profiteur von Hagel-Massenschäden aufgrund beauftragter Besichtigungen und Bewertungen von eingetretenen Schadensumfänge an Kfz, hat diesen "Richtungs-Umschwung" offensichtlich als erste Organisation nicht nur erkannt, sondern ganz gezielt auch die eigene Zukunft daraufhin ausgerichtet. Wie vor kurzem bekannt gegeben wurde, gründeten TÜV Rheinland und Anlagenhersteller adomea gemeinsam eine neue Dienstleistungsgesellschaft, die "AMOVA-Services". Dieses junge Unternehmen übernimmt explizit das Marketing und den Vertrieb des innovativen Systems.

Funktion und Bezeichnung

Benannt wurde der aktuell vor allem für Hagelschäden eingesetzte und vollautomatische "Hagelscanner" als "MIKo". Ausgeschrieben wird deutlich, was MIKo wohl alles so kann und lässt ein Stück weit auch erkennen, in welche Stufen die Anlage künftig noch weiter entwicklungsfähig ist: "Mobiles Identifikationssystem für Kraftfahrzeugoberflächenfehler" heißt die derzeit offizielle Funktionsbeschreibung. 

Die dreiköpfige Geschäftsführung von AMOVA Services

Die Geschäftsführung bei AMOVA-Services (ausgeschrieben heißt der Firmenname Automatic Mobile Vehicle Assessment) übernehmen drei Herren, die innerhalb der Branche bereits jeweils eigenen Gesellschaften – ebenfalls als Geschäftsführer – vorstehen, gemeinsam: Andreas Blecker (Chef der TÜV Rheinland Schaden- und Wertgutachten GmbH), Ralf Siegert (Chef des Hagelinstandsetzungsunternehmens CSI – Catastrophe Solutions International) und René Franke vom Hersteller Adomea GmbH. Siegert ist zudem Mitgeschäftsführer bei der Adomea GmbH. 

Erfolgreiche Feldversuche in den USA und internationales Netzwerk

"Mit MIKo bieten wir unter anderem in Europa, Japan, Shanghai und Thailand einen neuen Service für Versicherungen an, die damit Hagelschäden schneller und effizienter bearbeiten können", sagt Andreas Blecker, dem damit nicht zuletzt die internationale Aufstellung und Erfahrung des Kölner Prüfkonzerns nachhaltig zugute kommt. 

In Shanghai, der bedeutendsten Industriestadt der Volksrepublik China, ist der Kölner Prüfkonzern seit langem bereits mit einem eigenen "TÜV Rheinland-Haus" auf 17.000 Quadratmetern inklusive zahlreichen Prüflaboratorien aufgestellt, im japanischen Yokohama im Ballungsgebiet von Tokyo ist er nicht minder groß vertreten. 

Vorschäden werden sicher erkannt und ausgeklammert

Das gemeinsam über die neue AMOVA-Services vertriebene MIKo-System besitzt zudem eine gewisse Intelligenz, denn: Das System erfasst Hagelschäden automatisch, nicht aber Vorschäden! Dank MIKo können die Spezialisten die Autos nicht nur schneller, sondern auch wesentlich präziser als bisher auf Schäden untersuchen, sagen die Verantwortlichen in Köln. Nach dem ersten Pilot-Großeinsatz bei der Westfälischen Provinzial kam zu dieser Feststellung auch Michael Bojarzyn, der Chefsachverständige des Münsteraner Versichers (siehe AUTOHAUS-Schaden§manager vom 15. Juli 2014).

Kontinent-übergreifende Vermarktung

Die ersten Feldversuche mit MIKo schloss adomea gemeinsam mit Catastrophe Solutions International (CSI) bereits 2013 in den USA erfolgreich ab. Im selben Jahr beteiligte sich CSI am Unternehmen und schuf somit die Basis für eine interkontinentale Vermarktung und Prozessabwicklung. CSI ist als ISO-zertifiziertes und weltweit aktives Unternehmen spezialisiert auf ganzheitliche Prozesslösungen und die Instandsetzung von hagelgeschädigten Fahrzeugen.

In nur zwei Minuten sind alle Hagelschäden komplett erfasst

Und so funktioniert das System: MIKo scannt alle gängigen Fahrzeugmodelle mit hochauflösenden Kameras in einem einzigen Arbeitsschritt und erfasst alle sichtbaren Schäden am Fahrzeug. Anschließend klassifiziert MIKo die Dellen und ordnet sie den einzelnen Karosseriesegmenten zu. Der komplette Vorgang dauert fünf Minuten, wobei das Auto lediglich zwei Minuten im Messsystem steht. Die transportable Anlage passt auf einen Anhänger und ist in weniger als sechs Stunden aufgebaut.

Spin-Off der TU Dortmund

Die adomea GmbH (advanced optical measurement and automation) wurde im September 2011 als Spin-Off der Technischen Universität Dortmund gegründet. In der Anfangszeit gefördert durch das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) im Rahmen der EXIST-Forschungstransferinitiative, entwickelt und vertreibt adomea automatisierte optische Messsysteme zur Qualitätskontrolle auf spiegelnden Oberflächen.   (wkp/he)

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