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Kommentare () Kommentare (0) 26.02.2015

Kfz-Gewerbe 2014

Mehr Umsatz, weniger Rendite

Kfz-Gewerbe 2014
Mehr Umsatz, weniger Rendite
Ein hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch einen hohen Gewinn. Das zeigt die ZDK-Jahresbilanz 2014, die Ulrich Fromme, Jürgen Karpinski und Wilhelm Hülsdonk am Donnerstag vorlegten.
© Foto: Pro-Motor

Der harte Preiskampf auf dem deutschen Markt lässt die Margen der Autohäuser weiter schrumpfen. Wie die Jahresbilanz des Kfz-Gewerbes zeigt, stürzen sich die Käufer immer häufiger auf junge Gebrauchte.

Mehr Neuwagen, stabile Gebrauchtfahrzeuge, aber rückläufiger Service: Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) hat eine durchwachsene Bilanz des Autojahres 2014 vorgelegt. Das vergangene Jahr war "insgesamt zufriedenstellend, jedoch lediglich bezogen auf das Umsatzwachstum", wie ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Donnerstag in Berlin sagte. Demnach erlösten die Kfz-Betriebe insgesamt 147,8 Milliarden Euro, 6,6 Prozent mehr als im Jahr davor.

Kopfzerbrechen bereiten der Branche vor allem die Margen. Nach vorläufigen Angaben sei die durchschnittliche Rendite mit 1,0 bis 1,2 Prozent noch etwas niedriger ausgefallen als im Vorjahr (1,3). "Das ist absolut nicht ausreichend, um damit die steigenden Anforderungen an die Autohäuser und Werkstätten dauerhaft erfüllen zu können", unterstrich Karpinski.

Für das laufende Jahr erwartet die Branche eine relativ stabile Geschäftsentwicklung. Aufgrund der geringen Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute und der Krisen in Russland und der Ukraine rechnet der ZDK mit etwa 2,95 Millionen Neuzulassungen. Das wären etwas weniger als die 3,04 Millionen Einheiten 2014. Die Bereiche Gebrauchtwagen und Service sollen sich auf Vorjahresniveau bewegen.

2014 sorgten Fuhrparks, Vermieter, Hersteller und Händler für Marktimpulse. Fast 85.000 mehr verkaufte Neuwagen ließen den Umsatz in diesem Geschäftsfeld um sieben Prozent auf 55,7 Milliarden Euro steigen. Die Zahl der Privatkunden schrumpfte dagegen auf nur noch 36,2 Prozent. Karpinski: "Sie bedienen sich immer häufiger im Bereich der jungen Gebrauchtwagen." Diese günstigeren, aber neuwertigen Fahrzeuge speisen sich aus den kurzen Händler- und Herstellerzulassungen. 2014 fasste der Pool über 900.000 Einheiten. Der Anteil an den Neuzulassungen übertraf mit 29,8 Prozent sogar leicht das hohe Niveau des Vorjahres (29,7 Prozent).

Der Trend macht sich auch im GW-Geschäft bemerkbar: Obwohl die Besitzumschreibungen stagnierten, setzte das Kfz-Gewerbe im vergangenen Jahr 51,9 Milliarden Euro mit dem Handel von Gebrauchtwagen um – ein stattliches Plus von 12,5 Prozent gegenüber 2013.

Delle beim Service

Zu bröckeln beginnt die wichtige Umsatzsäule Service. Wegen steigender Fahrzeugqualität und verlängerter Serviceintervalle erwirtschafteten die Werkstätten eine Milliarde weniger als 2013. In Summen waren es 29,9 Milliarden Euro. Der ZDK machte für den Rückgang auch das milde Winterwetter zu Jahresbeginn verantwortlich. Das habe zu weniger Unfallschäden und damit reduzierten Umsätzen bei Reparatur und Instandsetzung geführt.

Ende 2014 zählte der Verband insgesamt 38.500 Autohäuser und Werkstätten aktiv. Davon entfielen 17.500 auf fabrikatsgebundene und 21.000 auf freie Betriebe. Dort arbeiteten 462.000 Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen, 2.000 mehr als im Jahr davor. Auch die Zahl der Auszubildenden stieg: Zum 30. September wurden fast 27.000 Lehrlingsstellen neu besetzt (plus vier Prozent). Insgesamt werden in der Kfz-Branche derzeit 90.700 junge Menschen ausgebildet (plus 3,7 Prozent).

ATU-Dumpingangebot in der Kritik

Kritik übte Karpinski an der zu Jahresbeginn lancierten ATU-Werbekampagne, in der Kunden "Werkstattleistungen inklusive Material um 30 Prozent günstiger als in der Vertragswerkstatt" angeboten werden. Zwar sei diese Art der Werbung rein rechtlich nicht zu beanstanden, es bleibe doch zumindest ein fader Beigeschmack. "Ein Unternehmen, das wirtschaftlich offenbar auf wackligen Beinen steht und auch durch den Forderungsverzicht von kommunalen Gläubigern in dreistelliger Millionenhöhe am Leben gehalten wurde, sollte sich dem fairen Wettbewerb im Servicemarkt stellen und nicht durch Dumpingangebote zum Verramschen von hochwertigen technischen Dienstleistungen beitragen", forderte der ZDK-Chef. Dumping bringe nur "kurzfristigen Erfolg, aber dauerhafte Pleite". (rp)

Weitere Details zum Autojahr 2014 finden Sie in den Downloads unterhalb des Artikels.

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