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Kommentare () Kommentare (0) 16.04.2015

Markt & Wettbewerb

Einstieg der HUK-COBURG ins Servicegeschäft konkretisiert sich

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Einstieg der HUK-COBURG ins Servicegeschäft konkretisiert sich
Dienstagmittag in München: Die Vorstände der HUK-COBURG liefern aktuelle Zahlen und auch Informationen zu Service-Select (v.l.): Dr. Hans Olav Herøy, Klaus-Jürgen Heitmann, Dr. Wolfgang Weiler (Sprecher), Kommunikationschef Thomas von Mallinckrodt und Sarah Rössler.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Die HUK-COBURG wird in naher Zukunft ihre vor 13 Monaten publik gewordenen Pläne zum Einstieg ins Servicegeschäft in die Tat umsetzen – auf dem Niveau der "Standards der Premium-Autohersteller" und in der Startphase mit rund 400 freien Kasko-Select-Werkstätten ihres derzeitigen Werkstattnetzes.

Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Weiler und Autovorstand Klaus-Jürgen Heitmann bemühten sich am Dienstag in München noch weidlich darum, im Konjunktiv zu bleiben, andererseits aber waren ihre Aussagen zum Thema "Service Select" so eindeutig, dass der Einstieg der HUK-COBURG ins Servicegeschäft nurmehr eine Frage des genauen Zeitpunktes ist. Offiziell will sich Deutschlands größter Autoversicherer erst "zur Jahresmitte 2015", also in etwa acht bis zehn Wochen, offiziell erklären, eine "finale Entscheidung" sei im Moment noch nicht getroffen, da derzeit noch "letzte Rechnungen" aufgestellt würden.

Freie Kasko-Select-Partner sollen auch das Servicegeschäft abdecken

Konkrete und unmissverständliche Nachfragen von AUTOHAUS-Schaden§manager während der Bilanzpressekonferenz am Dienstag im Hotel Vier Jahreszeiten in München wurden durch den komplett anwesenden Vorstand ausdrücklich nicht dementiert. Klar ist, dass der ursprünglich mit drei Betrieben gestartete Service-Pilotversuch aktuell mit zehn Betrieben läuft, die sich in Berlin (3) sowie in den Städten Bonn, Erkrath, Köln, Königswinter, Langenfeld, Solingen und Troisdorf befinden. Allesamt sind es freie Werkstätten. Und auch künftig sollen nach den Worten von Vorstandschef Dr. Weiler und Kraftfahrtvorstand Heitmann aus dem heute rund 1.400 Betriebe umfassenden Werkstattnetz der HUK-COBURG praktisch ausnahmslos freie Werkstätten, die heute schon (im Unfallreparaturgeschäft) Kasko-Select-Partner sind, als Service-Select-Partner zusätzlich zum Zug kommen.

Start vermutlich mit 400 Betrieben – und ohne Marken-Autohäuser

Dr. Weiler machte klar, dass "im Falle eines Einstiegs" nicht ein anfängliches Herumgeplänkel mit 10 oder 20 Betrieben stattfinden werde, sondern rund die Hälfte der freien Betriebe im Werkstattnetz in die Startphase eingebunden sein dürfte. Da die Verteilung Marke zu Frei im HUK-Werkstattnetz heute nicht mehr fifty-fifty, sondern eher auf die freie Seite hängt, wie Klaus-Jürgen Heitmann sagte, wurde von Seiten AUTOHAUS analog dazu eine konkrete Zahl von 400 Service-Select-Betrieben zur Startphase während der Bilanzpressekonferenz in den Raum, gestellt. Auch diese Zahl wurde vom HUK-COBURG-Vorstand nicht dementiert. Die Marken-Autohäuser dürften insofern "außen vor" bleiben, da bereits im Vorjahr von "Kostenvorteilen für den Kunden" in Höhe von rund 20 Prozent die Rede war, die man offensichtlich eher mit freien Werkstätten als realistisch erreichbar ansieht.

Service total – auf dem Niveau der Premium-Autohersteller

Wie konkret letztlich die Planungen und Überlegungen in Coburg zum Einstieg des Versicherers in das Servicegeschäft sind, wurde auch daran deutlich, dass es nicht alleine darum gehen wird, Wartungs- und Verschleissteilreparaturen sowie Inspektionen über die Service-Select-Partner anzubieten, sondern das gesamte Geschäft — inklusive Elektronik-Beherrschung – auf OEM-Niveau angehen möchte. Kraftfahrt-Vorstand Heitmann sprach gar davon, dass man sich "durchaus an den Service-Standards der Premium-Autohersteller" orientiere.

Versicherer sieht zu erwartende Kritik von ZDK und Industrie gelassen

Auf die weitere AUTOHAUS Frage, wie die HUK-COBURG denn reagieren wolle auf die sicher unausweichlichen Gegenreaktionen des ZDK in Bonn und auch der Automobilindustrie sowie deren Händlerverbände, blieben Vorstandssprecher Dr. Weiler und Autovorstand Heitmann überraschend gelassen: "Wir sehen, dass quasi alle Player im Automarkt sich bemühen, dem Kunden Rundum-Pakete anzubieten, in denen auch die Versicherung mit inkludiert ist. Das sehen wir selbstverständlich kritisch, ist aber für uns mittlerweile nichts fundamental Neues", so Heitmann.

Der Wettbewerb verschärfe sich zusehends auf allen nur denkbaren Ebenen – nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Marken mit den Stichworten Inter- und Intrabrand-Wettbewerb. Hinzu kämen Werkstattportale. "Da nützt das Beklagen und Rufen nach der ,guten alten Zeit' gar nichts. Deshalb haben wir für uns entschieden, den neuen Wettbewerb auf allen Ebenen entsprechend aufzunehmen."

"Kunden folgen bei Service-Select unseren Empfehlungen"

Im laufenden Pilotbetrieb wurde die Zahl der direkt auf Service angesprochenen Kunden von ursprünglich 30.000 Kunden auf gut das Doppelte bereits ausgedehnt. Die Reaktionen der Autofahrer seien, so Heitmann und Dr. Weiler, "sehr gut und sehr ermutigend". Man sehe, dass das Programm Service-Select "auf Interesse stößt und die Kunden unserer Empfehlung folgen".

Aussagen zum Roll-out-Zeitpunkt bleiben noch vage

Was nun aber den exakten Start-Zeitpunkt für das Service-Select-Programm anlangt, wollte der HUK-Vorstand in der Pressekonferenz partout keinen konkreten Zeitpunkt benennen. Unrealistisch erscheint allemal aber die Aussage von Dr. Weiler, der in einem Nebensatz halblaut von einem möglichen Start in "drei bis fünf Jahren" sprach. Die sehr konkreten Erläuterungen auf der Bilanzpressekonferenz lassen da eher den Schluss zu, dass es noch in 2015, spätestens aber in 2016 zum ersten größeren "Roll-out" im Markt kommen dürfte.

Bereits 3,4 Mio. Kasko-Verträge mit Werkstattbindung im Bestand

Aktuell liegt die HUK-COBURG mit 10,3 Millionen versicherten Fahrzeugen im Bestand rund zwei Millionen vor dem früheren Marktführer Allianz. Mit 3,4 Milliarden Euro Versicherungseinnahmen aus dem Kraftfahrtgeschäft rangiert zwar die Allianz noch knapp vor der HUK mit 3,3 Mio. Euro. Dies sei neben niedrigerer Prämien laut Vorstandsschef Weiler insofern erklärbar, dass die HUK-COBURG im Gegensatz zur Allianz auch keine Versicherungen für das Nutzfahrzeugbereich anbiete, wo das Prämiengefüge naturgemäß höher angesiedelt sei.

Aktuell verfügt die HUK-COBURG außerdem bereits über 3,4 Millionen Kaskoverträge mit Werkstattbindung, bei denen sie – gegen einen Prämiennachlass in Höhe von 20 Prozent – die Unfallreparatur in einem ihrer eigenen Kasko-Select-Partnerbetriebe einfordern kann.   (wkp)

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