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Kommentare (1) 31.01.2013

Motorrad

BMW trennt sich von Husqvarna

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BMW trennt sich von Husqvarna
BMW-Zentrale in München
BMW trennt sich nach fünf Jahren wieder von der Motorrad-Tochter Husqvarna.
© Foto: BMW

Die Münchner hatten den traditionsreichen Hersteller von sportlichen Geländemaschinen 2007 übernommen. Nun wollen sie das gesamte Zweiradgeschäft strategisch neu aufstellen.

BMW ordnet sein Zweiradgeschäft neu und verkauft die Motorrad-Tochter Husqvarna. Für einen nicht genannten Preis übernimmt der Chef des österreichischen Motorradriesen KTM, Stefan Pierer, über seine Firma Pierer Industrie AG die einst in Schweden begründete Firma, wie die Münchner am Donnerstag mitteilten. BMW hatte den inzwischen in Italien ansässigen Hersteller 2007 gekauft und große Hoffnungen auf die sportlichen Geländemaschinen gesetzt. Doch die Erwartungen des Konzerns erfüllten sich nicht.

Die Übernahme der traditionsreichen Marke war der erste Zukauf des Konzerns nach dem teueren Rover-Debakel und sollte dem Zweiradgeschäft neuen Schwung vor allem bei jüngeren Kunden geben. Doch seit dem Kauf sanken die Absatzzahlen, auch wenn es im vergangenen Jahr wieder etwas bergauf ging. 2012 verkaufte Husqvarna 10.751 Motorräder. 2008, im ersten kompletten Jahr unter BMW-Führung, waren es allerdings noch 13.500 gewesen, 2011 rutschte der Absatz angesichts der schwachen europäischen Motorradmärkte gar auf 9.300.

Berichten zufolge hatte BMW 2007 rund 100 Millionen Euro für Husqvarna gezahlt, dazu kommen Kosten für den Umbau der Marke. Wie viel Pierer nun für das Unternehmen auf den Tisch legt, verriet BMW nicht. Nun müssen noch die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen. Die Münchner wollen ihr ureigenes Motorradgeschäft neu ausrichten und auch die Produktpalette weiter ausweiten. BMW Motorrad verbuchte 2012 einen Absatzrekord und verkaufte weltweit 106.358 Zweiräder.

Europäischer Markt halbiert sich

Dennoch gilt das Zweiradgeschäft als ziemlich schwierig, in Europa bekamen die Hersteller bereits die jüngste Wirtschaftskrise heftig zu spüren. Der Markt auf dem Kontinent hat sich in den vergangenen Jahren halbiert - auch weil Motorräder vielen Käufern wohl als eher verzichtbare Anschaffungen gelten. Allerdings: Im Rennen um die Spitze in der Oberklasse hat sich im vergangenen Jahr auch BMW-Rivale Audi ein Zweiradgeschäft zugelegt. Die VW-Tochter übernahm den italienische Luxushersteller Ducati. (dpa)

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1 Kommentar
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Ralf Reichenbach
01.02.2013

Im Falle Rover hat der Konzern richtig Geld in die Hand genommen, um die ehemalige britische Marke neu zu positionieren. Leider wurden Frontantrieb und Benziner auch von Rover/Honda übernommen. Mit einem Heckantrieb auf 3er Basis und den geschmeidigen BMW-Motoren wäre der Rover 75 ein großer Erfolg geworden. An Design und Understatement jedenfalls lag es nicht. Im Falle Husqvarna hat der Konzern die Marke wohl nicht über den eigentlichen Motorradmarkt hinaus positioniert? Die internationalen Absatzzahlen hätten für Rentabilität und Wirtschaftlichkeit bei ca. 20% des aktuellen BMW-Motorradabsatzes liegen müssen. D.h. bei ca. 106.000 BMW-Zweirädern wäre Husqvarna zusätzlich mit 21.200 Verkäufen rentabel zu betreiben gewesen. Ohne den BMW-Absatz zu kannibalisieren! Insofern ist der Verkauf an Pierer ein konsequenter Schritt von BMW! Der Geschäftsbericht 2013 wird dann zeigen, wie hoch die erlöste Summe war.

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