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Kommentare () Kommentare (0) 13.10.2015

Neuanfang

VW will Zukunftstechnologien vorantreiben

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VW will Zukunftstechnologien vorantreiben
Volkswagen sucht im Abgas-Skandal den Neuanfang.
© Foto: VW
Zum Themenspecial Abgas-Skandal

Volkswagen sucht im Abgas-Skandal den Neuanfang. Bei der Kernmarke soll der Elektroantrieb wichtiger werden. Markenchef Diess verspricht außerdem nur noch die "besten Abgassysteme" für Diesel.

Volkswagen streicht wegen des Abgas-Skandals seine geplanten Investitionen in die Kernmarke VW zusammen. Pro Jahr hat der neue Markenchef Herbert Diess rund eine Milliarde Euro weniger für Modelle und Fabriken zur Verfügung als bisher geplant, wie das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Und auch sonst sind gute Nachrichten bei dem gebeutelten Konzern Mangelware. In Hollywood wollen Filmstar Leonardo DiCaprio und das Studio Paramount Pictures Medien zufolge einen Film über die Abgasaffäre drehen. Wirtschaftsverbände und Politik forderten erneut eine schnelle Aufarbeitung des Skandals.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil machte am Dienstag indes wenig Hoffnung auf eine schnelle Klärung der Hintergründe. Allein die Ermittlungen der US-Anwaltskanzlei Jones Day zum VW-Abgas-Betrug werden demnach einige Monate dauern. Die Untersuchungen würden auf Beschluss des Aufsichtsrates mit hoher Akribie betrieben, sagte der SPD-Politiker im Landtag in Hannover.

Der Skandal trifft auch die Typen-Planung bei VW: Das schwächelnde Top-Modell Phaeton bekommt keinen herkömmlichen Nachfolger mehr, sondern wird nur als Elektroauto weiterentwickelt, wie VW mitteilte. Offen ist, was der Schritt für die Gläserne Manufaktur in Dresden bedeutet, die 2001 eigens für die Limousine gebaut worden war. Entscheidungen dazu gebe es noch nicht, betonte ein Sprecher. An dem Standort sind derzeit rund 520 Menschen beschäftigt.

Einem Bericht der "Auto, Motor und Sport" zufolge steht auch die Diesel-Variante des Polo zur Disposition. "Es gibt keinen Beschluss, wonach der Diesel-Polo vor dem Aus steht", betonte ein Sprecher auf Nachfrage. Im Zuge des Sparprogramms will VW aber auch seine Diesel-Strategie neu aufsetzen. VW hatte vor mehr als drei Wochen eingeräumt, mit einer Software Abgastests bei Dieselautos manipuliert zu haben. Es drohen Milliardenkosten durch Klagen und Strafen.

Diesel: Umstieg auf teure Abgasreinigung

"Die Marke Volkswagen stellt sich für die Zukunft neu auf", betonte VW-Markenchef Diess. "Wir werden effizienter, richten die Produktpalette und Kerntechnologien neu aus und schaffen uns mit dem beschleunigten Effizienzprogramm den Spielraum für zukunftsweisende Technologien." Für Europa und Nordamerika wurde laut VW ein vollständiger Umstieg bei Diesel-Aggregaten auf die SCR- und AdBlue-Technologie für die Abgasreinigung "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" beschlossen. Diess: "Nur noch die umwelttechnisch besten Abgassysteme werden zum Einsatz kommen."

Auch beim Zukunftsthema Digitalisierung will VW vorankommen. Für Vernetzung und Fahrerassistenzsysteme werde ein neuer Standard definiert, hieß es. Volkswagen müsse schnell auf die drohenden Kosten reagieren, hatte der neue Konzernchef Matthias Müller vor einer Woche gesagt. Der Konzern hatte in einem ersten Schritt im dritten Quartal bereits 6,5 Milliarden Euro für die Folgen des Abgas-Skandals zurückgestellt – darin sind die erwarteten Kosten für die Nachbesserung der betroffenen Fahrzeuge enthalten.

Auch Unternehmer-Präsident Ulrich Grillo betonte am Dienstag in Berlin, dass es notwendig sei, die Vorfälle transparent und schnell aufzuarbeiten. "Der Ruf der deutschen Industrie in aller Welt muss ohne Makel bleiben." Allerdings könne derzeit niemand die Konsequenzen für VW seriös einschätzen. Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, warnte davor, das Fehlverhalten bei VW gleichzusetzen mit anderen Automobilunternehmen.

Vorerst kein Nachwuchsleistungszentrum

Der Fußball bekommt die Affäre ebenfalls zu spüren. Bundesligist VfL Wolfsburg muss sein geplantes, 40 Millionen Euro teures Nachwuchsleistungszentrum vorerst auf Eis legen. "Ich denke, es ist zu verstehen, dass man das jetzt zumindest erstmal aussetzt", bestätigte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs der Deutschen Presse-Agentur entsprechende übereinstimmende Medienberichte. (dpa)

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