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Kommentare (4) 31.01.2013

Offiziell

Karl-Thomas Neumann wird neuer Opel-Chef

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Karl-Thomas Neumann wird neuer Opel-Chef
Karl Thomas Neumann
Der Opel-Aufsichtsrat hat Karl-Thomas Neumann zum neuen Firmenchef berufen.
© Foto: Opel

Der frühere VW-Spitzenmanager übernimmt zum 1. März 2013 das Steuer in Rüsselsheim. Für die Herkules-Ausgabe wird der 51-Jährige mit reichlich Macht ausgestattet.

Der frühere VW-Spitzenmanager Karl-Thomas Neumann übernimmt zum 1. März das Ruder bei Opel. Der Opel-Aufsichtsrat berief den 51-Jährigen am Donnerstag zum Vorstandsvorsitzenden, wie der Hersteller in Rüsselsheim mitteilte. Der Elektroingenieur ist der achte Manager auf dem Opel-Chefsessel seit der Jahrtausendwende, der sechste seit Anfang 2009.

An der Spitze des Autobauers übernimmt er wie erwartet den Posten von Interimschef Thomas Sedran, der Strategievorstand bleibt. Sedran hatte die Opel-Führung Mitte Juli 2012 nach dem Rauswurf des glücklosen Karl-Friedrich Stracke übergangsweise übernommen.

Auf Neumann, der zuletzt zwei Jahre lang die Geschäfte für VW in China leitete, wartet ein hartes Stück Arbeit: Er soll den Autobauer, der seit Jahren Verluste schreibt und massiv unter der aktuellen Absatzkrise in Europa leidet, bis zur Mitte des Jahrzehnts wieder in die Gewinnzone führen. Allein für das Gesamtjahr 2012 erwartet die US-Mutter General Motors (GM) einen operativen Verlust in Europa von 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Dollar (bis zu 1,4 Milliarden Euro).

Auch 2013 erwartet das Management keine Besserung. "Es ist nicht nur unrealistisch, sondern auch illusorisch zu glauben, dass sich der Markt rasch erholt und uns aus dieser Situation hilft", schrieb Aufsichtsratschef Steve Girsky kürzlich in einem Brief an die Mitarbeiter. Deshalb verhandeln Geschäftsführung und Arbeitnehmer seit Monaten über weitere Sparmaßnahmen.

"Es wird eine anspruchsvolle Aufgabe"

Bis zu Neumanns Amtsantritt soll ein Ergebnis vorliegen – auch damit der neue Hoffnungsträger nicht gleich mit unliebsamen Maßnahmen starten muss. Er weiß selbst, dass er auf eine gute Zusammenarbeit der Arbeitnehmer angewiesen ist: "Ich weiß, dass es eine anspruchsvolle Aufgabe sein wird. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir den Turnaround schaffen werden – gemeinsam mit meinem Führungsteam und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern."

Dabei wird der in der Branche geschätzte Neumann mit reichlich Macht ausgestattet. Denn er wird Aufsichtsratschef Steve Girsky als Präsident von GM Europa ablösen und zieht auch in den Vorstand der Opel-Mutter General Motors (GM) ein. "Er wird eine Schlüsselrolle in der weltweiten Führung von GM spielen", betonte das Unternehmen in der Mitteilung.

Girsky, der auch Vize-Chef bei GM ist, setzt große Hoffnung in den neuen Spitzenmann. Neumann kenne die Autoindustrie bestens und habe bewiesen, dass er profitables Wachstum und Turnarounds umsetzen kann: "Neumann ist eine weitere deutliche Verstärkung für unser Führungsteam und wird das Unternehmen zu einem der erfolgreichsten Turnarounds in der europäischen Automobilgeschichte führen."

Benzin im Blut

Neumann gilt als Automanager mit Benzin im Blut – und als großer Kenner moderner Technologien. Lange war er bei VW tätig, unter anderem als Konzernbeauftragter für Elektroantriebe und als VW-China-Chef. Von 2004 bis 2009 war er Vorstandsmitglied beim Zulieferer Continental, von August 2008 bis September 2009 Vorstandsvorsitzender.

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4 Kommentare
1
egon sunsamu
01.02.2013

Ich wünsche Herrn Dr.Neumann viel Weisheit und Glück.Ich habe ihn bei Continental persönlich kennen und schätzen gelernt. Er verdient die Unterstützung der Belegschaft, denn er weiss, was er tut.Als Contichef wurde er "gegangen", weil seine Vorschläge zum strategischen Vorgehen und zur seriösen Finanzpolitik einigen Aktionären nicht passten. Knapp 4 Monate nach seinem Ausscheiden wurden dann genau diese Ideen zum Wohle des Unternehmens und der Mitarbeiter verwirklicht...

2
Thomas
31.01.2013

Viel Glück Herr Neumann. Opel wird zu unrecht immer nur kritisiert. Die bauen doch super Autos !

3
Nils
31.01.2013

Mal sehen wie lange Herr Neumann diesen Job macht (oder machen darf). Wenn man es statistisch sieht, nämlich nur ein halbes Jahr. Acht Wechsel des Vorstandsvorsitzenden seit 2009(!!!) Das ist ja völlig krank. Mich wundert bei Opel nichts mehr. Wenn doch blos mal Ruhe in das Unternehmen kommen würde, dann gäbe es auch weniger Negativ-Presse. Aber solange GM so derartig den Daumen auf Opel hat, wird das sowieso nichts.

4
Wolfgang
31.01.2013

Bei der aktuellen Halbwertzeit sollte sich GM schon mal nach einem Nachfoger für mitte des Jahres umgucken.

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