GuidedTour GuidedTour GuidedTour
Nachrichten
Nachrichten
Kommentare (10) 25.02.2013

Sparkurs

Verhandlungen bei Opel vor dem Aus

Sparkurs
Verhandlungen bei Opel vor dem Aus
Opel: Das Aus der Autofertigung im Ruhrgebiet ist längst beschlossen
© Foto: dapd

Es wird eng für Bochum. Bis Donnerstag müssen sich Arbeitnehmer und Geschäftsleitung auf einen Sparkurs einigen – so will es das Management. Sonst beendet Opel die Autoproduktion im Ruhrgebiet schon 2014.

Die Verhandlungen über den Sparkurs des angeschlagenen Autobauers Opel drohen auf der Zielgeraden zu platzen. Spätestens am Donnerstag will das Unternehmen die Gespräche mit den Arbeitnehmern abschließen und damit auch über die Zukunft des Standorts Bochum entscheiden - doch die Gräben sind tief wie nie.

Denn die Adam Opel AG gehe mit einer Reihe von inakzeptablen Vorbedingungen in die letzten Gespräche, kritisierte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Montag nach einer Betriebsversammlung in Bochum: "Betriebsrat und IG Metall verlangen, dass der Opel-Vorstand seine Drohungen zurücknimmt und [...] zu ernsthaften und verantwortlichen Verhandlungen zurückfindet."

So erwarte das Unternehmen von den Arbeitnehmervertretern, dass sie dem Abbau von bis zu 3.000 Arbeitsplätzen bis 2016 sowie betriebsbedingten Kündigungen zustimmen. Zudem solle die Belegschaft bis mindestens 2015 auf die Auszahlung von Tariferhöhungen verzichten. Den Wegfall der Nachtschicht in Bochum vom zweiten Quartal an sollen Betriebsrat und Gewerkschaft demnach ebenfalls abnicken. Doch die Arbeitnehmervertreter lehnen das ab: "Der Standort Bochum muss entwickelt und nicht abgewickelt werden. Die Marke Opel braucht eine Zukunft. Das geht nicht ohne Bochum." Verhandlungskreise der Arbeitgeberseite wiesen die Darstellung am Montag zurück. Es gebe keine neuen Vorbedingungen, ohnehin liefen die Gespräche ständig weiter.

Die Adam Opel AG will die Verhandlungen noch in dieser Woche abschließen. Das Ultimatum von Aufsichtsratschef Steve Girsky, wonach die Gespräche im Februar beendet werden müssen, habe Bestand, war am Montag aus Unternehmenskreisen zu hören. Sollten die Gespräche scheitern, will die Adam Opel AG die Fahrzeugproduktion in Bochum schon 2014 statt zwei Jahre später beenden. Möglicherweise werde aber bis Ende März weiter verhandelt, sagte Einenkel.

Schnelle Einigung unwahrscheinlich

Derzeit scheint eine schnelle Einigung jedenfalls unwahrscheinlich: Denn das Unternehmen hält daran fest, spätestens nach 2016 keine Autos mehr in Bochum vom Band rollen zu lassen. Nach der von Einenkel verbreiteten Mitteilung sollen Getriebe an dem Standort maximal bis 2014 gebaut werden. Eine Motorenfertigung in Bochum lehne das Management grundsätzlich ab.

"Unsere Vorschläge nach einer Komponentenfertigung, Aufbau eines Technologie-Zentrums 'E-Mobilität', eines Technologie-Zentrums für Leichtbau und Verbundwerkstoffe ... sollen geprüft werden", teilten die Arbeitnehmervertreter mit. Ein Ergebnis wolle das Unternehmen allerdings erst in drei bis vier Monaten vorlegen, berichtete Einenkel und warf dem Management erneut Erpressung vor. Das Unternehmen erwarte Zugeständnisse der Arbeitnehmer, ohne selbst verbindliche Zusagen zu machen. Bisher habe die Adam Opel AG lediglich die Erweiterung des Ersatzteillagers zugesagt: "Das bedeutet nach heutigem Stand 66 zusätzliche Arbeitsplätze."

Opel fährt massive Verluste ein und muss die Kosten daher drücken. Die US-Mutter General Motors (GM) erwartet zur Mitte des Jahrzehnts wieder schwarze Zahlen in Europa. Das laufende Jahr dürfte aber nochmals schwer werden, wie Opel-Personalvorstand Holger Kimmes am Montag auf der Betriebsversammlung in Bochum sagte: "Reden wir nicht lange drum herum: Auch 2013 werden wir noch deutliche Verluste schreiben." (dpa)

Newsletter
Newsletter
Artikel jetzt ...

mit anderen teilen per

© Copyright 2014 AUTOHAUS online

Artikel jetzt ...

© Copyright 2014 AUTOHAUS online

10 Kommentare
1
Uwe Meier
27.02.2013

Hallo Herr Kühn, ich stelle mir immer die Frage, wenn das Werk auf alle Fälle geschlossen wird, warum lässt Herr Einenkel dann nichts unversucht das das Werk bereits 2014 dicht macht? Will Herr Einenkel wirklich noch mehr Arbeitsplätze vernichten? Andere Hersteller schaffen es doch auch ihre Angelegenheiten intern zu regeln. Herr Einenkel ist mit Sicherheit nicht die Lösung, sondern eher Teil des Problems. Mit freundlichen Grüßen uwe meier

2
Michael Kühn
26.02.2013

@ Devot? Nein Danke,betreffend Arbeitslosengeld hatte ich vor Wochen dieselbe Argumentation, insbesondere weil schon klar war, dass dieses Werk geschlossen werden wird. Das Einzigste, was ich als primäre Aufgabe von Herrn Einenkel sehe, ist, das die Mitarbeiter schnellstens die gestundeten und offenen Tariferhöhungen gutgeschrieben bekommen. Wer einmal eine Insolvenz miterlebt hat, mit vorangegangenen Lohnverzicht od. Teilen hiervon (Url.+Weihn.-Geld, Bonus usw. weiß wovon ich spreche. Desweiteren sehe ich gegenwärtig noch eine weitere Unwägbarkeit im Raum: Was wird aus den älteren Mitarbeitern, die im Jahr 2016 wieder näher an der Rente sind, heutiges Alter zwischen 55 - 60 Jahre ??? - Wie gut, dass man dann vorher noch Lohnverzicht hatte und als Dankeschön für den Ruhestand ebenfalls nicht dem "Geldrausch" verfallen kann... ---- und die Moral von der Geschicht,die Manager, die kümmerts nicht...

3
Opel Verkäufer
26.02.2013

Also uns sind mit sicherheit im letzten Jahr 10% der verkäufe weggebrochen die nichts mit der allgemeinen Kaufzurückhaltung zu tun haben sondern einzig und allein aufgrund der Nachrichtenlage um die Adam Opal AG. (Dabei waren langjährige Opel Fahrer)Und große mitschuld daran trägt mit sicherheit Herr Einenkel der Opel in ein falsches Licht rückt.Die leute verbinden ein Unternehmen das sparen will immer auch mit einer schlechter werdenden Qualität und einem gieriegen Management!Herr Einenkel wird die Arbeitsplätze in Bochum nicht retten, wenn er aber weiter so macht gefährdet er 30.000 weitere Arbeitsplätze in ganz Europa!!!25% Überkapazitäten lassen sich nicht wegdiskutieren!!Und ich kann es mir hier jeden Tag von den Kunden anhören.....

4
Andi
26.02.2013

Wenn sich Herr Einenkel nicht an Vereinbarungen halten kann, STILLSCHWEIGEN (ich bitte um Übersetzung in die Sprache von Herrn Einenkel, da er es anscheinend immer noch nicht verstanden hat)sollte man Ihn von sämtlichen Verhandlungen ausschließen. Jeder Arbeitsplatz der in Bochum verloren geht ist einer zuviel! Leider spüren wir im Handel eine immer größer werdende Skepsis beim Kunden ob er sich mit Opel für ein Zukunftsfähiges Produkt entscheidet. Herr Einenkel sollte folgende Rechenaufgabe anstellen: "Angenommen jeder Opel Verkäufer in Europa, verkauft jede Woche, aufgrund der öffentlichen Diskussion, einen Opel weniger. Wie viele Arbeitsplätze gehen dadurch verloren?"

5
Claus Trilling
26.02.2013

Hoffentlich ist Einenkel der Erste!

6
autofan
26.02.2013

Was soll denn das noch. Seit unzähligen Jahren ist klar, dass Opel in Bochum am Ende ist.Ein weiteres anlassen der "Herz-Lungen" Maschine mt Milliardensummen ist absoluter Nonsens.Bochum ist( auch wenn man die ommentare von dort liest) Hirn-und klinisch tot

7
Devot? Nein Danke
26.02.2013

Erst einmal spreche ich ein großes Mitleid an die betroffenen Arbeitnehmer aus.Kompromisse gegenüber dem Management sind nicht der richtige Weg.Warum?Die Werkschließung wird kommen, früher oder später.Weiterhin strebt das obere Managements nach einem ergänzenden Stellenabbau an weiteren Standorten .Das obere Management möchte Kosten reduzieren, eine Möglichkeit hierfür sind Löhne und Gehälter.Jeder Mitarbeiter, der weniger Lohn oder Gehalt akzeptiert, sollte sich im klaren sein, dass auch das Arbeitslosengeld - das sich anhand der letzten Einkünfte berechnet - dann geringer ausfallen wird!Das kann nicht im Interesse der Mitarbeiter sein!Zum Schutz der Mitarbeiter und deren Familien kann es deshalb nur eine Aussage geben:Keine Kompromisse, erst recht nicht wenn der zukünftige Verlust des Arbeitsplatzes bereits angekündigt wurde!

8
Mr.T.
25.02.2013

@ Händler vor Ort: Sehe ich auch so!!! Dann soll er zusammen mit Dudenhöfer Badelatschen verkaufen...

9
Micha
25.02.2013

Liebe Mitarbeiter von Opel, es tut mir WIRKLICH leid um jeden einzelnen von Euch, der im Rahmen der drohenden Werksschließung entlassen wird. Jeder einzelne ist einer zuviel und die Unsicherheiten und Sorgen innerhalb der Familie und die Zukunftsängste sind schlimm. Aber - Ihr müsst auch einsehen, dass die Schließung ( meiner Meinung nach ) nur noch eine Formfrage ist. Wir haben Überkapazitäten, die der Verkäufer / Händler vor Ort nicht mehr an den Mann bringen kann. Auch Ihr könnt nicht alle 12 / 24 / 36 Monate einen neuen Wagen kaufen, und Euch selbst um die Vermarktung des alten kümmern. Irgendwo ist "Ende Gelände." Verbietet Eurem H.Einenkel lieber mal das Mundwerk. Kaum ist die Sitzung vorbei, weiß es 5 min. später schon ganz Deutschland. Das das nicht fördernd ist, muss doch der letzte von Euch schon vor Wochen , ja fast Monaten begriffen haben. Schließt das Kapitel Opel und öffnet Euch neuem. Herzliche Grüße

10
Händler vor Ort
25.02.2013

hoffentlich ist Einenkel einer von den 3000

Ihr Kommentar zum Artikel
Ihr Kommentar zum Artikel

AUTOHAUS ist ein Fachmedium für die Automobilwirtschaft. Die qualifizierte Meinung unserer Online-Nutzer zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen.
Vielen Dank!

Schon gelesen?
Die Top-Nachrichten