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Kommentare (1) 22.01.2013

Studie

Fast jeder Dritte fällt durch die Fahrprüfung

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Fast jeder Dritte fällt durch die Fahrprüfung
Jedes Jahr fallen in Deutschland Hunderttausende durch die Führerscheinprüfung.
© Foto: Axa

An der Theorie gescheitert, zu schnell gefahren oder die Vorfahrt übersehen: Mehr als ein Viertel der Fahrschüler fällt durch. Schlechte Vorbereitung in den Fahrschulen moniert der Autoclub ACE.

Jedes Jahr fallen in Deutschland Hunderttausende durch die Führerscheinprüfung. Der Autoclub Europa ACE macht dafür eine mangelhafte Vorbereitung in den Fahrschulen verantwortlich. Durchfallquoten von rund 30 Prozent seien jedenfalls kein Zeichen für eine hochqualifizierte Ausbildung, heißt es in einer Studie, die der ACE vor Beginn des 51. Verkehrsgerichtstages (23. bis 25.1.) vorgelegt hat. Bei der Tagung, zu der in Goslar rund 1.900 Verkehrsexperten zusammenkommen, ist eine Verbesserung der Fahrausbildung ein zentrales Thema.

In seiner Studie beruft sich der ACE auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Danach sind im Jahr 2011 bundesweit knapp 28 Prozent der Fahrschüler mindestens einmal entweder durch die theoretische oder die praktische Führerscheinprüfung gefallen. Die Theorie erwies sich dabei als höhere Hürde. An den Aufgaben scheiterten 29,25 Prozent der Kandidaten. In der Praxis sah es mit einer Durchfallquote von 26,19 Prozent nur geringfügig besser aus.

Eine Aufschlüsselung darüber, ob die Führerscheinbewerber wegen bestimmter Fehler besonders häufig scheitern, enthält die Studie nicht. Die hohe Durchfallquote lasse aber den Verdacht aufkommen, dass es einen Zusammenhang mit der schlechten Ertragslage gibt, unter der viele Fahrschulen angesichts der demografischen Entwicklung leiden, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. "Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können."

Fahrlehrer: Prüflinge zu nervös

Dem widersprach die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Hauptursache für Fehler in der Fahrprüfung sei die hohe Nervosität der Prüflinge, sagte der Vorsitzende Gerhard von Bressensdorf. Die Folge: "Sie fahren zu schnell, missachten Vorfahrtsregelungen oder machen Fehler beim Einparken." Häufig gäben Fahrlehrer auch dem Drängen von Fahrschülern nach und meldeten sie zu früh zur Prüfung an.

Bei den Durchfallquoten gibt es große regionale Unterschiede. Die niedrigste Quote hatte Hessen (22,14 Prozent) gefolgt von Niedersachsen (24,87) und Schleswig-Holstein (25,13 Prozent). In Thüringen und Sachsen dagegen fielen mehr als 36 Prozent der Aspiranten durch die Prüfung, in Sachsen-Anhalt sogar gut 38 Prozent. Der ACE rief Führerscheinbewerber dazu auf, Fahrschulen nicht unbedingt nach vermeintlichen Billigpreisen auszusuchen. Entscheidend sei eher eine hohe Quote bestandener Prüfungen.

ADAC fordert intensivere Betreuung von Fahranfängern

Junge Autofahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren verursachen etwa 30 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge. Damit haben Fahranfänger im Vergleich zu den routinierten Fahrern ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko. Um die Unfallzahlen zu reduzieren, müsse der junge Führerscheininhaber nach dem Erhalt der Fahrerlaubnis besser und intensiver betreut werden, forderte jetzt der ADAC. Fahrsicherheitstrainings böten dabei eine gute Gelegenheit für junge Fahrer, eine Rückmeldung zur eigenen Fahrkompetenz zu erhalten, so der Club. Damit werde der Selbstüberschätzung des Fahrers vorgebeugt.

Mit dem absoluten Alkoholverbot für Fahranfänger oder dem "Begleiteten Fahren mit 17" wird schon heute versucht, das Unfallrisiko junger Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Die damit erzielten Erfolge zeigen laut ADAC, dass Veränderungen der Rahmenbedingungen bei der Fahrerausbildung auch eine Verbesserung der Verkehrssicherheit bewirken können. (dpa/mid/hs)

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1 Kommentar
1
Mr.T
22.01.2013

Also wenn ich mir angucke wie viele junge Leute sowas von dermaßen unsicher fahren und die Unfälle, die von jungen Fahrern verursacht werden, bin ich der Meinung, dass viel zu lasch geprüft wird.

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