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Kommentare (10) 25.02.2013

TU Dresden

Studie rügt Milliardenkosten durch Autoverkehr

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Studie rügt Milliardenkosten durch Autoverkehr
Verkehr in Berlin
Autofahrer in Deutschland werden nach einer Studie jährlich mit 88 Milliarden Euro subventioniert.
© Foto: Clemens Bilan/ dapd

Der Verkehr in Deutschland erzeugt nach einer Studie hohe Milliarden-Kosten, die von den Autofahrern auf andere abgewälzt werden. Die Grünen fordern eine andere Verkehrspolitik zugunsten der Schiene.

Autofahrer in Deutschland werden nach einer Studie jährlich mit 88 Milliarden Euro subventioniert. Würden diese Kosten auf die Verursacher umgelegt, müssten sie pro Fahrkilometer mit etwa 15 Cent pro Kilometer zusätzlich rechnen. "Je Pkw liegen die nicht bezahlten Kosten bei ungefähr 2.100 Euro pro Jahr", sagte der Autor der Studie, Prof. Udo J. Becker (Technische Universität Dresden), am Montag in Berlin. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Ergebnisse der Studie wegen "unrealistischer Annahmen" zurück.

Zu den vom Steuerzahler oder Krankenkassen zu übernehmenden externen Kosten zählt Becker die Folgen von Unfällen, Lärm, Abgasen, Boden- und Wasserverschmutzung, Klimaschäden oder Beeinträchtigungen durch Natur- und Landschaftsverbrauch. Zum Umsteuern forderte er "weniger lügende Preise" fürs Autofahren. Die ungedeckten Kosten bewegen sich laut Becker im Bereich von 85 bis 90 Milliarden Euro - je nachdem, wie hoch die schwer bezifferbaren Klimaschäden angesetzt werden.

Die Grünen sehen sich durch die Expertise - sie beleuchtet die Folgekosten des Autoverkehrs in allen 27 EU-Ländern - bestätigt. Aus den "falschen Kostenansätzen" ergäben sich falsche Prioritäten beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur: Die Schiene werde zu niedrig, die Straße dagegen zu hoch bewertet, sagte der Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter.

Er forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, die Daten aus der Studie im neuen Verkehrswegeplan zu berücksichtigen und bei den Investitionen umzusteuern. Nach den Worten Hofreiters wird die Forderung nach einer Pkw-Maut nicht im Grünen-Wahlprogramm stehen. Die von Ramsauer und der CSU angestrebte Vignetten-Lösung kritisierte er als "sozial ungerecht und ökologisch blind". Die Grünen peilen eine Ausweitung der Lkw-Maut an.

VDA: Milliarden-Einnahmen berücksichtigen

Der VDA kritisierte, Methodik und Annahmen der Studie seien "so gewählt, dass die Umwelt- und Unfallkosten des Autoverkehrs extrem hoch ausfallen". Ignoriert würden zudem die von den Autofahrern entrichteten Steuern und Abgaben von jährlich rund 50 Milliarden Euro, von denen nur etwa 15 Milliarden Euro der Straße zugute kämen. Die Differenz von 35 Milliarden Euro müsse seriöserweise mit den externen Kosten verrechnet werden. (dpa)

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10 Kommentare
1
uwe meier
27.02.2013

@egon sunsamu: Steuern sind nicht zweckgebunden also können sie auch nicht zweckentfremdet werden. @ Anton: Danke für Ihren Beitrag. Wenigstens einer der kritisch denkt.

2
egon sunsamu
27.02.2013

#Anton:2012 war das Jahr mit dem höchsten Verkehrsaufkommen und mit der niedrigster Zahl an Verkehrstoten seit Statistiken erstellt werden. Das von Ihnen beschriebene Verhalten trifft höchstens auf 0,01% der Autofahrer zu. Vielleicht sollten Sie auch mal die rechte Fahrspur auf der Autobahn für Ihre Träumereien benutzen? Dann wären Sie vor bösen Dränglern sicher...

3
egon sunsamu
27.02.2013

Wo bleibt die Studie die die zweckentfremdete Verschwendung der von den Autofahrern bezahlten Steuern (Mineralölsteuer, Ökosteuer, Mehrwertsteuer, Kfz-Steuer, Steuer auf die Kfz-Versicherung usw.) analysiert und öffentlich macht? Welcher Anteil dieser Zahlungen wird zum Stopfen irgendwelcher Haushaltslöcher verwendet, die nichts mit Autos und Verkehr zu tun haben???Wieder mal eine sinnfreie Studie wo das Ergebnis nach dem Willen des Auftraggebers bereits vorher fest stand...

4
Anton
27.02.2013

Endlich mal jemand, der sich traut, diese Behauptungen vom wirtschaftlichen Gewinn durch Autofahren zu hinterfragen. Solange es vielen Menschen, auch den Pendlern, die angeblich ja nur fahren, weil sie müssen, Freude macht, mit 2 und mehr Tonnen rumzufahren, dabei andere bedrängen, nötigen, manchmal töten, herrscht eben nicht die Vernunft vor, von der der ADAC und andere Befürworter reden, sondern der blanke Egoismus und das Platzhirschgehabe. Jetzt wird ihnen gesagt, dass sie das alles zu billig bekommen, dass sie dafür mehr zahlen müssten. Da ist der Aufschrei groß, wie bei Kindern, denen man ihr Spielzeug wegzunehmen droht. Auch ein Beweis für die emotionale Besetzung der Autofahrerei.

5
K. Wempe
26.02.2013

Wer die Kosten aufrechnet, der sollte bitteschön auch den Nutzen berücksichtigen. Und das der deutsche Pendler ohne sein Tun nicht diese imense Wirtschaftsleistung generienen kann, ist ja wohl klar. Was immer diese Studie uns sagen will, selbst wenn 10% des LKW Verkehr auf die Schiene kommt, dann gibt es unter Garantie jemanden der über Mindereinnahmen bei der Maut meckert - und diese dann eim Autofahrer holt.

6
Dieter M. Hölzel
26.02.2013

Der Becker ist an der TU in DD ein Prof.,aber seine Studie reicht sichernicht an eine Lehrlingsarbeit heran. Soviel Unsinn habe ich selten gele-sen, aber vielleicht ist der mit dem " Autopapst " verwandt.

7
Gerdi Hellmann
26.02.2013

Und die Billigflüger, die mit steuerfreiem Kerosin und in die Millionen Euro gehenden Flugplatzsubentionen wie in Hahn (20 Mio), Kassel (50 Mio), Saarbrücken (10 Mio) u.a. vom Steuerzahler künstlich am Leben gehalten und subventioniert werden, damit das Geschäftsmodell "Billigflug" überhaupt stattfinden kann? Der Autofahrer ist so ziemlich der harmloseste Kostenverursacher und Klimamacher auf dieser Welt! Er zahlt nämlich alle Kosten selber...

8
ThomasF
25.02.2013

was ist den das für ein Quatsch?der Hr. Professor soll mal darlegen, was die deutsche Wirtschaft ohne das Automobil wäre.Hersteller, Zulieferer, Handel , Service, Kraftstoff und deren Steuern usw.Hier wird ein Vorwand gesucht um den Autofahrer mal wieder kräftig zur Kasse zu bitten.Danke Deutschland ...Und bei der nächsten Wahl daran denken.

9
M. Slowig
25.02.2013

Wo bleibt in dieser Berechnung die von der Automobilindustrie und vom Automobilhandel erbrachte gesamte Wirtschaftsleistung?M. Slowig

10
Hansjörg Blender
25.02.2013

Es war klar wie das Ergebnis sein soll. Wichtiger als dieVeröffentlichung durch die TU Dresden ist der Sinn der Auftrag-geber. Über den Umweg über die EU werden immer mehr Gesetzes-initiativen gestartet, die so in Deutschland nicht umsetzbar sind.Plötzlich kommt dann die Initiative aus Brüssel und die wahrenMotive und Auftraggeber bleiben weiter unter dem Deckmantelder grünen Scheinheiligkeit.

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