Freitag, 25.05.2012
27.05.2009
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Opel-Geschichte

Nähmaschinen, Fahrräder, Autos

Mit gut einer Viertelmillion neu zugelassenen Autos rangierte Opel 2008 in Deutschland vor Audi auf Platz vier. Nur VW, Mercedes und BMW hatten hierzulande noch mehr Neuwagen abgesetzt. Im Bestand aller Autos in Deutschland lag Opel im selben Zeitraum mit 13,3 Prozent allerdings deutlich vor der Konkurrenz und musste sich nur VW geschlagen geben. Der Rüsselsheimer Autobauer mit dem chromfarbenen Blitz im Logo ist ein deutsches Traditionsunternehmen. Opel ist seit etwa 80 Jahren verzahnt mit dem US-amerikanischen Branchen-Riesen General-Motors (GM). An Dutzenden Standorten verteilt über ganz Europa arbeitet Opel mit GM zusammen. Zudem stimmt die Opel-Modellpalette weitgehend mit der des britischen Herstellers Vauxhall überein, der ebenfalls zu GM zählt. Größter Standort in Deutschland ist Rüsselsheim mit 15.600 Mitarbeitern, gefolgt Bochum (5.170 Mitarbeiter), Kaiserslautern (3.490 Mitarbeiter) und Eisenach (1.800 Mitarbeiter). Unsere Chronologie zeigt die wichtigsten Etappen der Firmengeschichte: 1862: Der Schlosser Adam Opel produziert in Rüsselsheim seine erste Nähmaschine und richtet 1863 seine Werkstatt in einem ehemaligen Kuhstall ein. 1886: Opel nimmt die Fahrradproduktion auf - zunächst mit Hochrädern. 1899: Das erste Automobil rollt aus der Fabrik in Rüsselsheim. Der Kraftwagen nach Plänen des Dessauer Erfinders Friedrich Lutzmann leistet 3,5 PS und fährt Tempo 20. 1901: Das erste Opel-Motorrad wird gebaut. Es kostet 700 Mark. 1909: Opel entwickelt ein wendiges Fahrzeug für den Mittelstand: den "Doktorwagen". Ärzte können damit leichter zu Patienten kommen. 1924: Als erster deutscher Hersteller führt Opel Serienproduktion mit Fließbandtechnik ein. Erstes Modell ist der nur in grün lieferbare "Laubfrosch", offizielle Bezeichnung "Opel 4/12 PS". 1928: Mit steigenden Verkaufszahlen an Pkw und Lkw ist Opel der größte deutsche Autohersteller. Der "Raketenwagen" RAK 2 erreicht auf der Berliner Avus 238 Stundenkilometer - ein Rekord. 17. März 1929: Die Familie Opel verkauft zunächst 80 Prozent der Aktien für rund 120 Millionen Reichsmark an GM. Wilhelm von Opel und sein Bruder Fritz behalten zunächst 20 Prozent, scheiden aber bis 1931 ganz aus dem Unternehmen aus. 1944: Im Zweiten Weltkrieg wird das Rüsselsheimer Werk schwer getroffen, die Fabrik in Brandenburg fast völlig zerstört. Opel hatte zahlreiche Blitz-Lkw-Modelle und Teile für die Wehrmacht produziert. 1947: Die Pkw-Produktion beginnt wieder - mit einer überarbeiteten Version des Vorkriegsmodells Opel Olympia. 1962: Der erste Opel Kadett läuft im neuen Werk in Bochum vom Band. 1970: Es folgt das erste Manta-Coupé. 1971: Der zehnmillionste Opel vom Band ist ein Rekord Caravan. 1993: Opel zeigt seinen zu Volkswagen gewechselten ehemaligen Chef-Einkäufer José Ignacio López wegen Industriespionage an. 1997 schließen VW und General Motors einen Vergleich. VW zahlt 100 Millionen US-Dollar. 1998: Der deutsche Marktanteil fällt nach Qualitätsproblemen und Konflikten mit der Muttergesellschaft auf den vorläufigen Tiefpunkt von rund 14 Prozent. 2004: Radikaler Sanierungskurs bei GM: Bei der deutschen Tochter werden bis 2006 rund 10.000 Stellen gestrichen. 2005: Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen "Zukunftsvertrag", der die Existenz der Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll. Die Adam Opel AG wandelt sich von einer Aktiengesellschaft zu einer GmbH. 2008: Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat zu Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen. 2009: Opel arbeitet an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern. Für die deutsche Tochter interessieren sich der italienische Fiat-Konzern, der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna, der US-Finanzinvestor Ripplewood und nach Medienberichten die Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC). (dpa)

 
 

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