Verkehrsgerichtspräsident: Nehm glaubt an Pkw-Maut

27.01.2010 03:47 Uhr
Kay Nehm, Präsidenten des Deutschen Verkehrsgerichtstages
© Foto: Michael Latz/ ddp

Nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Verkehrsgerichtstages führt langfristig kein Weg an der Vignette vorbei. Die Belastung der deutschen Autofahrer dürfe aber auf keinen Fall gesteigert werden.

An der Pkw-Maut führt nach Überzeugung des Präsidenten des Deutschen Verkehrsgerichtstages, Kay Nehm, langfristig kein Weg vorbei. "Wenn sie kommt, muss auf der anderen Seite aber die Kfz-Steuer gesenkt werden", sagte der ehemalige Generalbundesanwalt am Mittwoch in Goslar in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Wenn die Kfz-Steuer um 30 bis 40 Euro verringert werde, könnte dafür eine Vignette gekauft werden. "Es geht um die Frage, ob diejenigen, die in Deutschland nicht zahlen, aber im Ausland uns zahlen lassen, nicht auch zur Kasse gebeten werden sollen." Die Belastung der deutschen Autofahrer dürfe aber auf keinen Fall gesteigert werden, betonte der 68-Jährige. "Die Politik wird vorsichtig sein und gucken müssen, ob sie den Menschen im Lande zu viel zumutet." Daher werde sich zur Zeit jeder Politiker hüten, eine Pkw-Maut zu fordern. Als Steuer müssten die Einnahmen der Maut zwar dem allgemeinen Staatssäckel zugutekommen. "Es könne aber nicht der einzige Zweck sein, den Staatshaushalt zu mästen", sagte der Verkehrspräsident. Die Maut könne auch ein Steuerungssystem für die überfüllten deutschen Straßen sein, sagte Nehm. Die Verkehrswege ließen sich schließlich nicht unbegrenzt ausbauen und die Deutsche Bahn sei "derzeit nicht in der Lage, die Verkehrsströme aufzunehmen". Und der Verkehr werde weiter zunehmen. Werde das Bruttosozialprodukt um ein Prozent gesteigert, rechne das Speditionsgewerbe mit zwei Prozent mehr Lkw-Verkehr. Die Kehrseite der Medaille sei, dass die Einführung der Lkw-Maut zu einer Verlagerung des Lieferverkehrs auf die Landstraßen und durch die Innenstädte geführt habe. "Das ist keine besonders günstige und gute Entwicklung". (dpa)

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KOMMENTARE

Ingo Mols

27.01.2010 - 19:20 Uhr

Ich bin sicher, daß die Maut kommen wird! Unter den genannten Voraussetzungen wäre es auch okay, wenn andere an den Kosten unseres Straßennetzes beteiligt werden und die Kfz.-Steuer gesenkt wird. Allein mir fehlt der Glaube... Ein weiteres Indiz mag ja auch die Abschaffung der AU-Plakette am vorderen Kennzeichen sein. Wer mag ernsthaft glauben, daß Vater Staat so eine exponierte und gut zu kontrollierende Stelle ungenutzt lässt? Nein, wenn in drei Jahren die letzten Plaketten verschwunden sein werden, ist der Weg frei für eine Mautplakette. Inländische Fahrzeuge bekommen sie aufs Kennzeichen, alle anderen bekommen sie alternativ in die Frontscheibe gepappt. Neben Smog- Feinstaub- Lichttest- Automobilclub-Plakette, Pickerl und Vignette...


Timo Müller

28.01.2010 - 07:10 Uhr

Wenn eine Maut kommt ists doch nicht so tragisch.30-40 € bringen niemanden um.Wir müssen was dafür tun,das der Staat auf die Beine kommt.Denn nur wenns dem Staat gut geht,gehts auch uns gut.


Peter Kolp

28.01.2010 - 10:46 Uhr

Hallo zusammen, endlich nimmt mal jemand kein Blatt vor den Mund oder bedient nur Interessengruppen, sondern spricht aus, was viele denken. Kein Autofahrer in Deutschland wünscht sich eine höhere finanzielle Belastung, wünscht sich aber durchaus einen Beitrag der ausländischen Nutzer. Niemand hat Verständnis dafür, wenn Transportunternehmer aus Profit-Optimierungsgedanken heraus den Verkehr von den Autobahnen auf die Landstraße verlagert und damit die Gefahr von Unfällen steigt, Landstrassen durch die Blastung mit Schwerverkehr nicht mal die halbe Zeit überstehen, für die sie geplant waren und die Lebensqualität (Lärm / Abgase) durch vermehrten LKW-Verkehr in Ortschaften drastisch verschlechtert wird. Die LKW-Maut ist nicht zuende gedacht, sonst würde es diese negativen Auswüchse nicht geben. Hier sollten mit Hochdruck Lösungen und entspr. Regelungen erarbeitet werden. Den Nutzen haben wir schließlich alle! Unmittelbar! MfG Peter Kolp, Hannover


Thomas Meier

29.01.2010 - 09:51 Uhr

Ist ähnlich wie mit dem Tempolimit. Es wird immer wieder diskutiert...dies aber vor allem von Personen, die eben keinen Einfluss auf die Entscheidung haben. Die Maut ist überfällig, gerade Deutschland als Transitland muss auch die Nutzer der Autobahnen zur Kasse bitten. Die Einführung wäre sehr leicht zu gestalten. Es gibt nur wie beim Tempolimit immer wieder Vorwände, wenn man die Lobby dahinter sieht, verständlich. Und das Argument der Gegner (viele Politiker und auch Automobilclubs), der autofahrer darf nicht weiter belastet werden, langweilt auch. Dies könnte man ja anders regeln. Und wenn die Straßen saniert werden müssen, dann holt es sich der Staat - auch ohne Maut.


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