Freitag, 10.02.2012
30.07.2010
Share |
Werkstattkette

Neuer Eigentümer für Pit-Stop

Der freie Teilegroßhändler PV Automotive übernimmt die Werkstattkette Pit-Stop vom bisherigen Eigentümer, der Fondsgesellschaft BluO. Das gab das Unternehmen am Freitag in Essen bekannt. Über den Kaufpreis vereinbarten die Unternehmen Stillschweigen. PV Automotive kündigte an, die Pit-Stop-Filialen mit ihren rund 1.400 Mitarbeitern neu auszurichten: Aus der Kette mit bundesweit rund 400 Niederlassungen sollen mittelfristig inhabergeführte Werkstattbetriebe werden. Entlassungen soll es nicht geben.

"Service und Reparatur haben sich in den vergangenen Jahren zu komplexen Dienstleistungen entwickelt, die in erster Linie lokal erbracht werden müssen, angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Kunden vor Ort", erklärte PV Automotive-Chef Stephan Rahmede. Mit der Neuaufstellung auf Franchise-Basis werde dieses lokale Unternehmertum gefördert und die Qualitätsstandards der Betriebe flächendeckend erhöht. "Damit stärken wir die freie Kfz-Reparatur in Deutschland", betonte Rahmede. Der Kauf sei eine strategische Investition, mit der natürlich auch mehr Marktanteile im Handel mit Fahrzeugteilen gesichert werden sollen.

Den Plänen zufolge sollen die Pit-Stop-Betriebe mittelfristig an lokale Unternehmer übergeben werden. Die künftigen Inhaber sollen das Geschäft vor Ort unter einer einheitlichen, bundesweit bekannten Marke eigenverantwortlich betreiben und im Franchise-System vom Vollsortiment an Fahrzeugteilen in Erstausrüsterqualität, System- und Finanzierungslösungen, Mitarbeiterqualifizierung und Service-Marketing profitieren.

Welche Gebühren auf die neuen Pit-Stop-Franchisenehmer zukommen, ist noch nicht bekannt. Das genaue Konzept werde auf der PV-Hausmesse am 6. und 7. November in Hannover vorgestellt, sagte Marketingleiter Holger Hättich gegenüber unserem Partnerdienst "asp-Online". Potenzielle Franchisenehmer seien zum einen die bisherigen Filialleiter, aber auch andere Konzeptnehmer. Kurz nach Veröffentlichung der Übernahme seien bereits zahlreiche Anfragen von Betrieben eingegangen, die sich in Nachbarschaft einer Pit-Stop-Werkstatt befinden.

Schneller Weiterverkauf

BluO-Gesellschafter Peter Löw sagte: "Mit seiner langjährigen Erfahrung im freien Werkstattgeschäft ist PV Automotive der richtige Partner, um Pit-Stop in eine erfolgreiche Zukunft zu führen." Der Luxemburger Finanzinvestor hatte die Werkstattkette erst im Mai 2009 von der britischen Kwik-Fit Gruppe zu 100 Prozent erworben. Pit-Stop erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 120 Millionen Euro.

PV Automotive wurde 1922 gegründet und wird in der vierten Generation als Familienunternehmen geführt. Mit rund 350 Millionen Euro Jahresumsatz und rund 1.600 Mitarbeitern an 90 Standorten ist die Gesellschaft vor allem im freien Fahrzeugteilehandel aktiv. Dazu kommen die Ausrüstung von Werkstattbetrieben sowie Dienstleistungen und Werkstattsysteme für freie Kfz-Betriebe. Zum Markenportfolio gehören u.a. die beiden Werkstattkonzepte "Autoprofi" und "Autofit" sowie das Online-Suchportal meinewerkstatt.de.(rp/ng)

 
 

Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

IHR KOMMENTAR

Ihr Kommentar:*
Ihr Name:* Ihre E-Mail:*
Liebe Leser,
aus Gründen der Fairness wird die AUTOHAUS Online-Redaktion nur noch Kommentare freischalten, die der Netiquette entsprechen und mit vollem Namen (keine Pseudonyme) gekennzeichnet sind.
* Bitte geben Sie hier die Lösung der links gezeigten Aufgabe an:
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. August 2010 14:54
René Hüning meint:
Das Potenzial der 400 Filialen ist weit größer als der einfache Werkstattbetrieb. Dem Vollsortimentler PV Automotive ist damit nicht nur ein Absatzgarant entstanden, sondern womöglich eine kleine Branchenrevolution. Das wird sehr interessant, denn das Potenzial dieser Übernahme ist enorm. Ich würde bei der zukünftigen Ausrichtung gerne "Mäuschen spielen".


30. Juli 2010 13:10
Kilian Brand meint:
Genialer Schachzug. Dr. Peter Löw ist vermutlich mal wieder ein genialer Deal gelungen. Diese Idee des Verkaufs und einer Neuausrichtung aller Filialen ist eine vielversprechende Perspektive.
Die Francaiselizenzierung und die geplante Privatisierung der Betriebe könnte dem etwas staubigen Image der Pitstop Gruppe neuen Auftrieb verleihen und den Ruf erheblich verbessern. Um sich von ATU und den anderen Mitbewerbern abzuheben, sollte auch das Firmenlogo bzw. der Firmenname eine Auffrischung erfahren, um die Veränderung
nach Aussen zu signalisieren. Der Aufbruch in eine Zukunft mit sehr hohen Qualitätsanforderungen und mit neuem Image stehen wahrscheinlich kurz bevor.

2 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 2)
1

"HB ohne Filter" vom 3. Februar

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute: GVO, Winterschlussverkauf, CRM, Die Welt von Ford, Abschied von der Normalität. MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Januar: Frauen im Kfz-Gewerbe mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS Perspektiven 2012

Auf den Perspektiven 2012 erfahren Sie von Prof. Hannes Brachat, wie Sie Ihr Autohaus auf Erfolgskurs bringen. Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr