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Rabattschleuderei
Neuer Vernunftappell von Burkhard Weller
Burkhard Weller macht weiter Front gegen populistische Rabatt-Schlagzeilen, die beim Autokäufer zu überzogenen Nachlassvorstellungen führen. In einem Gastkommentar in der März-Ausgabe der ADAC-Mitgliederzeitschrift "Motorwelt" stellte der Chef der Wellergruppe klar, dass die von wissenschaftlichen Instituten publizierten und von Medien aufgegriffenen Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent bei einem Neuwagenkauf unrealistisch und in der Regel nicht zu erzielen seien. Die "ADAC Motorwelt" gilt mit 13,8 Millionen Exemplaren als das auflagenstärkste Magazin unter Europas Zeitschriften. Der Autoclub spricht von knapp 18 Millionen Lesern. Weller rechnete vor, dass bei einer durchschnittlichen Neuwagenmarge von rund zwölf bis 17 Prozent nicht viel höhere Rabatte an den Kunden gegeben werden könnten. "Ein Händler, der dauerhaft mehr Nachlass gibt, als er Marge bekommt, würde sehr schnell vor der Insolvenz stehen." Zugleich appellierte er an die Vernunft der Autokäufer: "Seien wir mal ehrlich: Ist es nicht weitaus zufriedenstellender, wenn man mit einer realistischen Preisvorstellung ein Autohaus betritt und seine Preisverhandlungen erfolgreich abschließt, als unverrichteter Dinge wieder vom Hof zu fahren?" Der Autohändler forderte die "zum Teil staatlich subventionierten" Institute auf, bei ihren Rabattbetrachtungen "sauber zu recherchieren" und hohe Einzelnachlässe nicht als allgemeingültig hervorzuheben. Die Presse müsse ihrerseits die populistischen Schlagzeilen herunterfahren. "Wir alle brauchen wieder ein Gefühl für realistische Rabatte", so Weller. Den Händlerkollegen schrieb er ins Stammbuch, mit guten Service und außerordentlicher Kundenorientierung zu überzeugen und dadurch den niedrigsten Preis aus dem Fokus zu nehmen. Weller hatte Mitte Januar in einem "Offenen Brief" an den Duisburger Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer dessen monatliche Rabattstudien scharf kritisiert und dafür viel Beifall aus der Kfz-Branche erhalten (wir berichteten exklusiv). Dudenhöffer wies das Schreiben als "wenig präzise und faktendünn" zurück. Er warf seinen Gegnern vor, sie seien uninformiert. (rp) Der Fernsehsender Vox hat die Thematik aktuell in seiner Sendereihe "Auto Mobil" aufgegriffen. Einen Link zum Beitrag finden Sie unten in der Downloadbox.
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(Foto: Sabine Tilp)
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