Europa: Neuwagenmarkt rutscht auf 15-Jahres-Tief

15.01.2009 14:47 Uhr
Mit 14,7 Millionen Autos wurden 2008 laut VDA acht Prozent neu angemeldet als im Vorjahr.
© Foto: ddp/Johannes Simon/Archiv

Laut ACEA kamen im vergangenen Jahr 14,7 Millionen Pkw neu auf Europas Straßen – knapp acht Prozent weniger als 2007. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte haben die Verbraucher die Lust am Autokauf verloren.

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa sind im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Mit 14,7 Millionen Fahrzeugen habe der Rückgang knapp acht Prozent betragen, teilte der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) am Donnerstag mit und bestätigte die Zahlen des Verbandes der deutschen Automobilhersteller VDA vom Vortag. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte hätten die Käufer die Lust am Autokauf verloren. In Westeuropa fiel der Rückgang den Angaben zufolge mit acht Prozent auf 13,6 Millionen Autos stärker aus als in den neuen EU- Mitgliedsstaaten, die ein Minus von knapp einem Prozent verbuchten. Besonders hart getroffen wurden die Märkte in Island und Irland. Zweistellige Minusraten verbuchten aber auch die Volumenmärkte in Spanien, Italien und Großbritannien. In Deutschland ging die Nachfrage um knapp zwei Prozent auf mehr als drei Millionen Autos zurück. Zuwachsraten verzeichneten die Märkte in Belgien und der Schweiz sowie, gestützt von steuerlichen Maßnahmen, in Portugal und Finnland. Nach VDA-Angaben konnten die deutschen Hersteller ihre Position in Westeuropa weiter ausbauen und steigerten ihren Marktanteil um einen halben Prozentpunkt auf mehr als 47 Prozent. In den neuen EU-Mitgliedsstaaten blieb ihr Anteil mit rund 44 Prozent auf hohem Niveau. Der VW-Konzern blieb laut ACEA trotz eines Rückgangs um 4,4 Prozent mit knapp über drei Millionen Neuzulassungen der stärkste Hersteller in Europa. Von den Konzernmarken konnte allein Audi mit Plus 0,2 Prozent einen Zuwachs verbuchen. Der Marktanteil wuchs aber von 19,8 auf 20,6 Prozent. Die Premium-Wettbewerber BMW und Daimler verzeichneten Rückgänge von 3,5 Prozent bzw. knapp sechs Prozent, wobei die Kernmarken BMW und Mercedes stärker Feder lassen mussten als die kleineren Konzernmarken. Positiv entwickelte sich vor allem die Daimler-Kleinwagenmarke Smart, die um sieben Prozent zulegen konnte. Nissan und Mazda fahren gegen den Trend Von den europäischen Ablegern der US-Hersteller schlug sich Ford mit einem Minus von rund vier Prozent besser als die GM-Tochter Opel, die ein Minus von 14 Prozent hinnehmen musste. Auch die französischen Hersteller und Fiat lagen, mit Ausnahme der rumänischen Renault-Tochter Dacia, im Minus. Vom Negativtrend abkoppeln konnten sich die japanischen Hersteller Nissan und Mazda sowie die mittlerweile zum indischen Tata-Konzern gehörende Marke Jaguar. (dpa/rp)

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