Freitag, 25.05.2012
05.11.2007
Share |
 

Neuzulassungen: Düstere Prognosen

Der seit Monaten kriselnde deutsche Automarkt steuert 2007 weiter auf den ersten Absatzeinbruch seit vier Jahren zu. Nachdem auch der Oktober mit einem Minus von vier Prozent deutlich unter dem Vorjahr blieb, droht der Branche das schlechteste Abschneiden seit Jahren. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet nach wie vor mit 3,2 Mio. Neuzulassungen im Gesamtjahr nach 3,47 Mio. 2006 – das wären so wenige wie zuletzt im Jahr 1994. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller VDIK erwartet sogar nur noch einen Absatz von 3,16 Mio. (wir berichteten). In den ersten zehn Monaten blieb der Absatz mit 2,62 Mio. Fahrzeugen um knapp acht Prozent hinter dem Vorjahr zurück, meldete das Kraftfahrt-Bundesamt am Montag in Flensburg. Beim Export steuert die Autobranche laut VDA dagegen das fünfte Rekordjahr in Folge an. Im Oktober wurden knapp 372.000 Autos im Ausland abgesetzt und damit 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, berichtete der Verband. In Deutschland wird sich bis Jahresende die Lücke wohl noch vergrößern: Im November und Dezember rechnet der VDA mit einem dicken Absatzminus, weil vor einem Jahr die Kunden die Autohäuser gestürmt hatten, um vor der Steuererhöhung noch schnell ein Auto zu kaufen. "Das Inlandsgeschäft bleibt unbefriedigend", schrieb der VDA. Die Mehrwertsteuer hat einen Neuwagen im Schnitt um 700 Euro verteuert. Der ehemalige VDA-Präsident Bernd Gottschalk schrieb in einer Mitteilung: "2007 ist wohl das komplizierteste Automobiljahr seit langem. Die Mehrwertsteuererhöhung und das Steuerwirrwarr haben praktisch das gesamte Autojahr in Deutschland in Mitleidenschaft gezogen."

 
 

Auch nach der weltgrößten Automesse IAA sind die von der Autoindustrie erhofften Impulse ausgeblieben. Im Oktober wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 281.845 Wagen neu zugelassen und damit 4,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Erstmals lag der Anteil verbrauchsarmer Dieselfahrzeuge mit 49,6 Prozent über dem Benzinanteil (49,5 Prozent). Als Folge der Klimadebatte waren kleine Fahrzeuge aus dem Mini-Segment besonders gefragt (plus 27,6 Prozent), während die Nachfrage nach Vans um 23,4 Prozent schrumpfte. Bei den deutschen Herstellern legten BMW (plus 14 Prozent) und Audi (plus 8,5 Prozent) sowie die Kleinwagenmarke Smart (plus 34,8 Prozent) zu. Dagegen verzeichnete Opel eine Einbuße von 20,7 Prozent. Details sind rechts in der Downloadbox abrufbar.

Im Gegensatz zum Automarkt läuft der Markt für Nutzfahrzeuge laut Kraftfahrt-Bundesamt gut: Im Oktober wurden 25.241 Lastwagen zugelassen, das waren 31,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wurden zwölf Prozent mehr Lastwagen verkauft. (dpa/pg)

 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

Bisher noch keine Kommentare! Geben Sie doch den Ersten ab.

0 Leserbriefe

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr