Samstag, 26.05.2012
22.02.2012
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Daimler-Vorstandsvergütung

Nullrunde für Dieter Zetsche

Eine Reform der Vorstandsvergütung sorgt für einen Dämpfer in der persönlichen Jahresbilanz von Daimler-Boss Dieter Zetsche. Obwohl der Stuttgarter Autokonzern 2011 die besten Zahlen der Unternehmensgeschichte schrieb, bleiben Zetsches Bezüge mit 8,813 Millionen Euro auf dem Niveau von 2010 (8,804 Millionen Euro). Das geht aus dem am Mittwoch präsentierten Geschäftsbericht hervor.

Zetsche ist mit seiner fürstlichen Bezahlung nicht alleine. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn bekam im Jahr 2010 mehr als neun Millionen Euro. Seine Bezüge für 2011 sind noch nicht öffentlich. Das viele Geld für Konzernlenker wie Zetsche ist seit Jahren ein Zankapfel. Kritiker geben zu bedenken, dass hinter den Anreizen vor allem die Gewinnmaximierung stecke. Ein derartiges System könne für die Belegschaft auch Nachteile bringen – mehr Leiharbeit etwa.

"Gar nicht die Höhe allein ist das Ärgerliche, sondern die Anreizwirkung und der Geist dahinter", sagte Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann der Nachrichtenagentur dpa. Er gibt zu bedenken, dass sich Zetsches Zaster auch mit dem reformierten System – es koppelt Grundgehalt, Boni und Aktienpakete stärker als bisher an langfristige Faktoren – noch immer an Kennzahlen orientiert. "Diese Anreize treiben die Radikalität des Managements geradezu an", so der Forscher.

Zetsche verliert nach heutigem Stand rund 750.000 Euro beim Bonus (2010: 4,819 Millionen Euro) und bekommt von diesen gut vier Millionen Euro anders als in den Vorjahren zunächst nur die Hälfte ausgezahlt. Der Rest fließt erst in einem Jahr und könnte kleiner ausfallen, falls Daimlers Aktie im Vergleich zur Konkurrenz schlechter abschneidet.

Fixgehalt steigt kräftig

Gleichzeitig stieg aber Zetsches fixe Grundvergütung deutlich auf gut zwei Millionen Euro (2010: 1,53 Millionen Euro). Er bekam sie in zwölf Monatsraten ausgezahlt. Der fehlende Betrag zu den fast neun Millionen Euro stammt aus Aktienoptionen, er beträgt rund 2,6 Millionen Euro.

Trotz des Dämpfers verdient der Unternehmenslenker immer noch prächtig: Rechnerisch benötigt er nicht einmal zwei Tage, um auf den im Daimler-Land Baden-Württemberg geltenden durchschnittlichen Brutto-Jahresverdienst von 45.150 Euro zu kommen.

Insgesamt wuchs Daimlers Vorstandsvergütung von 25,8 Millionen aus dem Jahr 2010 auf nun 29 Millionen Euro. Der Sprung ist vor allem dem zusätzlichen Vorstand Christine Hohmann-Dennhardt geschuldet. Sie leitet seit Februar 2011 das Ressort Integrität und Recht. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

23. Februar 2012 21:40
Michael Kühn meint:
@ Promex

Entschuldigung, wenn ich hier einmal lachen muß.
Mir kommt Ihre 3 zu 1 Thematik durchaus bekannt vor.

Ich hatte vor einigen Jahren unter der "Pichetsrieder-Ära" mit den Produkten aus dem Hause "R...- over" zu kämpfen.

Hier benötigte ich ebenso ein "3 zu 1 -Verhältnis",
bei den kleineren PKW setzte ich daher z. B. auf Nissan Micra, VW Lupo, bei den Größeren auf weitere Fabrikate.
und hatte meine Kunden zuverlässig mobil gehalten...

"Label-Abhängige" haben hier ein echtes Problem und den damit verbundenen Mehraufwand, -für eine einmalige Verkaufs-Provision-,
sie müssen sich mit den Kundenreklamationen auseinandersetzen, obwohl sie diese Autos nicht "gebastelt" haben. ...und schon haben wir wieder die Diskussion, über die "Häuptlingsgehälter"...


23. Februar 2012 15:15
Promex meint:
Mercedes wäre es anzuraten dringend eine Qualitätsoptimierung einzuführen. Sofern die Qualiätsentwicklung der DB Produkte zu Grunde gelegt würden, dürfte das Jahresgehalt des Vorstandes sehr schnell auf ein angebrachtes und vernünftiges Level abstürzen. Wieso ich mich erdreiste von Qualitätseinbrüchen zu reden? Kunde 1. 80Stk. neue Sprinter Rettungswagen bisher 9 kapitale Motorschäden und die Garantiezeit ist noch lange nicht vorbei. Kunde 2 (intern/ Gruß nach Stuttgart Besuch 2011) 39Stk. Euro 5 Sprinter nach eigenen schriftlichen Angaben von Mercedes 28 Motorschäden. Wann wachen die zuständigen Verantwortlichen endlich auf? Möglicherweise erst wenn die verärgerte Kundschaft entdeckt, das sie anstatt einem Sprinter beinahe drei Italiener fürs selbe Geld erhält. Ärger ist in beiden Fällen vorprogrammiert, nur bei Dreien hat man wenigstens ausweichbaren Ersatz.


23. Februar 2012 13:29
K. Wempe meint:
Bei den Kommentaren auf verschiedenste Berichterstattungen kommt immer wieder mal das Wort Neid in Umlauf. Völlig missverständlich scheinen die diversen Kommentatoren zu wissen, dass hier etwas geneidet wird. Neidisch kann man aber nur auf etwas sein was man selber gerne hätte.

Ich persönlich speile kein Lotto und brauche nicht unbedingt 8.8 Mio. per annum. Oder neide ich Herrn Zetsche etwa - wie Herrn Kühn absolut richtig anmerkt - dass er als Sklave der Shareholder sein Umfeld bestehend aus Händlern, Politikern, Leiharbeitern etc. systematisch erpresst für seine Rekordergebnisse?

Kapitalismus nutzt eben nur denen, die auf Wolke 7 schweben. Das Kapital auch verpflichtet scheint in Zeiten der Globalisierung eh schon lange aus den Köpfen der Leistungsträger verdunstet zu sein.

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