Samstag, 26.05.2012
02.06.2010
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Franz

"Ohne Bürgschaft Kahlschlag bei Opel"

Im Ringen um Staatsbürgschaften für Opel warnen Betriebsrat und IG Metall vor massiven Einschnitten bei dem Autobauer. "Sollte der Antrag abschlägig beschieden werden, wird General Motors nach seiner Methode sanieren: Dann ist das Aus für mindestens zwei Opel-Werke in Deutschland zu befürchten", sagte Konzernbetriebsratschef Klaus Franz am Mittwoch in Rüsselsheim. Betriebsräte aus Eisenach und Bochum sehen gleich drei der vier deutschen Werke akut bedroht. Nur die Zukunft der Zentrale in Rüsselsheim ist demnach gesichert.

Bei einer Kundgebung am kommenden Montag wollen IG Metall und Opel-Betriebsrat gemeinsam vor der Frankfurter Börse für Staatshilfen für die Sanierung des Autobauers protestieren. Dabei werden Franz und der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber vor den Folgen einer Ablehnung der beantragten Bund-Länder-Bürgschaft über 1,1 Milliarden Euro warnen: "Wie die "Sanierungsmaßnahmen" von General Motors aussehen werden, wenn es keine Bürgschaften und damit Kredite gibt, können wir uns alle ausmalen: Werkschließungen, Kahlschlag, massiver Abbau von Arbeitsplätzen und eine enorme Beschädigung der Marke Opel."

Die Aktion könnte zu spät kommen. Am Dienstag hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) angekündigt, er werde die endgültige Entscheidung spätestens Anfang kommender Woche treffen. Gleichzeitig hatte Brüderle nach einer kritischen Bewertung durch ein Beratergremium seine Skepsis gegenüber Staatshilfen nochmals unterstrichen. Beobachter rechnen auch angesichts der klammen öffentlichen Kassen und des erwarteten Milliarden-Sparpakets mit Einschnitten für die Bürger mit einem Nein der Regierung.

Die Sorge vor einer Verschwendung von Steuergeldern ist aus Franz' Sicht unbegründet: "Opel braucht keine Steuergelder, sondern Bürgschaften", sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef von Opel. Opel besitze als 100-prozentige Tochter des US-Konzern General Motors keine eigenen Sicherheiten. Daher könne der Autobauer nicht wie wie andere Hersteller Kredite bei Banken aufnehmen. "General Motors gehört mehrheitlich immer noch der amerikanischen Regierung und diese ist nicht bereit, für Arbeitsplätze in Europa aufzukommen und amerikanische Steuergelder für die Restrukturierung von Opel zur Verfügung zu stellen."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Herz von Opel schlägt in Deutschland"

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

08. Juni 2010 13:45
Michael Tropschug meint:
Wenn Opel nicht allein bestehen kann, dann sollen sie wenigstens allein fallen!

Ich frage schon sehr oft...und nun wieder..

WER BRAUCHT OPEL?


03. Juni 2010 12:56
Arthur Spooner meint:
Wenn der Staat - also wir Steuerzahler - Opel retten soll, dann sollte dort ebenfalls eine Art VW-Gesetz gelten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass General Motors bei dem nächsten kleinen Finanzproblem Opel über die Klinge springen lässt!


03. Juni 2010 06:48
Ronny Schultz meint:
Ich bin vielleicht mit Opel zu stark "verbändelt", denn ich lebe als Mitarbeiter eines Händlers davon. Jedoch, andere europäische Staaten sagen Bürgschaften zu, haben auch große finanzielle Probleme. Deutschland ziert sich wie die Zicke am Strick. Das Land Niedersachsen ist 20%iger Anteilseigner von VW, hat aber lt. dem VW-Gesetz die Sperrminorität als Gesellschafter.
Es ist unmittelbar nicht vergleichbar, aber auch hier wird eine staatliche kontrollierte Wettbewerbsverzerrung praktiziert.

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