Samstag, 26.05.2012
18.11.2008
Share |
Demant

Opel bleibt im GM-Schoß

Opel-Chef Hans Demant hat den vielen Vorschlägen für eine Abtrennung des Autobauers von dem angeschlagenen US-Mutterkonzern General Motors (GM) eine klare Absage erteilt. Man sei bald 80 Jahre Teil des Konzerns, da seien Strukturen gewachsen, sagte Demant am Dienstag dem Rundfunksender Bayern2. So befindet sich in Rüsselsheim das zweitgrößte Entwicklungszentrum von GM mit weltweiter Bedeutung. Allein die Einkünfte aus den 1,6 Millionen verkauften Autos in Europa würden nicht ausreichen, "um die Gesamtentwicklung, die wir machen müssen, zu bezahlen". "Das heißt, es macht keinen Sinn, ein Unternehmen in unserer Größe völlig selbstständig zu machen", resümierte Demant. "Als Teil eines großen Konzerns zu agieren, hat eine ganze Menge Vorteile, sowohl für Opel als auch für unsere Mitarbeiter." Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete unter Berufung auf Verhandlungskreise, "im schlimmsten anzunehmenden Fall" würde Opel sogar 1,8 Milliarden Euro an Bürgschaften brauchen. GM-Europachef Carl-Peter Forster hatte das erbetene Bürgschaftsvolumen am Montagabend auf "etwas mehr als eine Milliarde Euro" beziffert. Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hält eine Abspaltung des Autobauers für unrealistisch. Er habe zwar gewisse Sympathien für diesen Gedanken. "Aber man muss die Realitäten sehen in einer globalisierten Welt. Der zentrale Punkt ist, General Motors würde uns nicht gehen lassen", sagte Franz am Dienstag in Rüsselsheim. Die Deutschland-Zentrale habe die Entwicklungsverantwortung für mehr als vier Millionen Fahrzeuge mit Zukunft. "Ohne diese Entwicklungs-Expertise hier am Standort wäre General Motors für die Zukunft noch viel schlechter aufgestellt." "Fall Opel kein Konjunkturproblem" Angesichts der Probleme von Opel mit der drohenden Insolvenz der Konzernmutter hatte es in den vergangenen Tagen zunehmend Vorschläge gegeben, die deutsche Tochter aus dem GM-Verbund herauszulösen. So sagte Udo Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in der "Thüringer Allgemeinen" (Dienstag), der Staat solle Opel zurückkaufen und das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Der Fall Opel sei kein Konjunkturproblem, sondern Folge einer importierten Finanzkrise, argumentierte Ludwig. Dem müsse der Staat abhelfen, zunächst mit einer Bürgschaft. Für eine zeitweise Verstaatlichung hatte auch der "Wirtschaftsweise" Peter Bofinger plädiert.

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hück befürwortet Notfall-Hilfen – Enttäuschung in Eisenach

 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

IHR KOMMENTAR

Ihr Kommentar:*
Ihr Name:* Ihre E-Mail:*
Liebe Leser,
aus Gründen der Fairness wird die AUTOHAUS Online-Redaktion nur noch Kommentare freischalten, die der Netiquette entsprechen und mit vollem Namen (keine Pseudonyme) gekennzeichnet sind.
* Bitte geben Sie hier die Lösung der links gezeigten Aufgabe an:
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

19. November 2008 06:07
Ulrich Ruth meint:
Vorstand Demant behauptet, die Entwicklungskosten von Opel nicht allein schultern zu können. Andererseits sollen nicht bezahlte Entwicklungskosten für GM die Ursache für die Schieflage bei Opel sein. Ist da der Wunsch nach Verbleib unter dem GM Dach nicht völlig unrational? Wessen Interessen Vertritt Herr Demant?


18. November 2008 18:31
Walter Schiel meint:
Vorsicht vor dem Staat als Unternehmer! Sicher ist der Gedanke, Opel herauszukaufen und zu verselbstständigen verlockend, besonders im Hinblick auf die Mitarbeiter. Allerdings sollte ein anderer Autobauer der Käufer sein. Der Staat ist kein Unternehmer, das ist vieltausendfach bewiesen. Zum einen durch den gescheiterten Sozialismus, zum anderen durch aktuelle Beispiele: KfW, IKB, West-LB usw. usw.
Im Moment braucht man nur noch etwas zu warten, bis GM ganz am Ende ist. Dann kann man Opel für einen Schleuderpreis bekommen. Wer greift zu? Tata? Daimler? PSA?


18. November 2008 16:06
Bernd Reisinger meint:
Ergänzen möchte ich noch, dass Opel ja auch
in einer Weltwirtschaftskrise - die von 1929 - an die Amerikaner verkauft wurde, daran sieht man, dass es immer Krisen sind die große Veränderungen bringen.
Und in der jetzigen Krise könnte man die Rückkehr erreichen.....

4 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 3)
1 | 2

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr