VDOH: Opel-Händler stimmen über Solidarbeitrag ab

26.02.2009 17:47 Uhr
Die deutschen Opel-Händler wollen dem Autobauer Starthilfe in die Eigenständigkeit geben.
© Foto: Torsten Silz/ddp

Der deutsche Händlerverband will seine Mitglieder über einen Hilfsfonds für den Rüsselsheimer Autobauer abstimmen lassen. Zur Diskussion steht ein Solidaritätsbeitrag von einem Prozent der Marge.

Den Vorschlag des europäischen Händlerverbandes Euroda, Opel mit einem Fonds zu unterstützen, wird der deutsche Opel-Händlerverband (VDOH) am 19. März in Darmstadt von seinen Mitgliedern abstimmen lassen. "Wir wollen Solidarität mit unserem Hersteller demonstrieren", erläuterte VDOH-Präsident Thomas Bieling auf Anfrage von AUTOHAUS Online. "Selbstverständlich können wir über so eine Maßnahme aber nur unsere Mitglieder entscheiden lassen." Zur Diskussion steht ein Solidaritätsbeitrag der Opel-Händler von einem Prozent der Marge an jedem von ihnen verkauften Fahrzeug. Im Durchschnitt könnte der Betrag nach Hochrechnungen bei zirka 150 Euro liegen. Für Opel käme dies einer Finanzspritze von zirka 165 Millionen Euro gleich. "Das funktioniert aber nur, wenn alle mitmachen", schränkt Bieling ein. Nur dann würde die Marke auch keine Kunden an andere Fabrikate verlieren. Sobald ein Land ausscheren würde, wäre das Modell nicht mehr haltbar. Bieling geht davon aus, dass die deutschen Opel-Händler die Notwendigkeit ihren Hersteller zu unterstützen, einsehen und die Abstimmung positiv verlaufen wird. Schließlich gehe es auch um 120.000 Arbeitsplätze bei allen europäischen Vertriebspartnern. Über die Höhe der Zahlungen müsste aber sicherlich noch gesprochen werden. Neues Unternehmen als Voraussetzung Voraussetzung für den Fonds sei auch, dass sozusagen als Auffanggesellschaft für Opel ein neues Unternehmen gegründet würde, das nicht mehr mehrheitlich von GM beherrscht wird. Eine Minderheitsbeteiligung des amerikanischen Herstellers sei aber durchaus denkbar. Dies hatte zuvor auch der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz vorgeschlagen (wir berichteten). Mit dem Fonds würden die deutschen Händler dann Anteile an der neuen Gesellschaft erwerben. "Wir gehen davon aus, dass Ähnliches dann auch von der Arbeitnehmerschaft kommt", erläuterte Bieling weiter. (dp)

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KOMMENTARE

Ruben Gonzalez

26.02.2009 - 21:50 Uhr

Ein Prozent Marge als „Soli“ Zuschlag ohne Garantie dass die Rettung gelingen wir! Ein Prozent! Welcher Händler hat heute noch ein Prozent Rendite? Welcher Opel Händler hat das noch? Nicht einmal die „Top ten“ was die Verkaufszahlen angeht! Die Lage des Herstellers Opel ist schwierig, aber umso schwieriger ist die Lage bei vielen Opel Händlern draußen in der Republik. In den letzten Jahren sind die Margen ja ziemlich gekürzt worden. Mit jeder neuen Modelleinführung wurde etwas Marge weggenommen. Nach dem Mot gebt weniger Nachlass (Rabatt!) an Eure verwöhnten Kunden (bei Opel war ja traditionell immer viel Nachlass zu bekommen). Damit wurden die Händler im stich gelassen, und am Ende haben sie aus ihrem eigenem Geldbeutel die Margenkürzungen bezahlt! Und jetzt sollen sie auch noch 1 Prozent Ihrer Marge spenden? Da Frage ich: wie wollen den viele am Monatsende ihre Gehälter noch bezahlen? Wie lange streckt die Bank noch vor? Für wie viele wird diese „Spende“ dass endgültige aus bedeuten? Frei nach dem Mot unser Hersteller geht unter, aber wir auch!


Alfred Rudhart

27.02.2009 - 17:18 Uhr

Die Umwandlung eines Prozentes der Marge in eine Beteiligung am Hersteller erscheint mir ein realistischer und gangbarer Weg, als Opel-Händler einen Beitrag zur Stabilisierung des Herstellers zu leisten. Allerdings muß das vorgelegte Konzept des Aufsichtsrates eine glaubwürdige Chance zur nachhaltigen und zunehmend erfolgreichen Fortführung des Geschäftsbetriebes aufzeigen. Daß kein Händler auf 1 Prozent Ertrag verzichten kann, ist auch klar. Also muß dieses Prozent über Disziplin im Nachlaßverhalten eingespart werden. Hier ist dann die Vernunft aller Kollegen gefordert, besonders der sehr großen Händler, die ja auch gerne als Preisführer auftreten.


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