Kurz gemeldet: Opel-Krisenticker

29.05.2009 11:50 Uhr
Die Opel-Entscheidung naht: Noch sind alle Varianten denkbar.
© Foto: Clemens Bilan/ddp

Guttenberg: Neue Magna-Pläne werden geprüft / Rüttgers fordert personelle Konsequenzen / Schweden beklagt Informationsdefizit / EU-Minister zu Krisensitzung zusammengekommen / Berlin: Arbeitsgruppe tagt erneut

Einschätzungen, Äußerungen, Bekanntgaben – um die tägliche Nachrichtenflut zum Thema Opel-Rettung übersichtlich abzubilden, bietet AUTOHAUS Online seinen Lesern ab sofort den "Kurz gemeldet – Opel-Krisenticker". Dabei werden die eingehenden Informationen in chronologischer Reihenfolge dargestellt und ständig aktualisiert. Wichtige Themenaspekte werden wie gewohnt in größeren Artikeln zusammengefasst. Bleiben Sie stets auf dem Laufenden! +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 16:47 Uhr Bei den Rettungsversuchen für Opel hat der Magna- Konzern nach Angaben von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) neue Vorstellungen für eine Übernahme vorgelegt. Diese würden von General Motors noch verhandelt und parallel von der Bundesregierung geprüft, sagte Guttenberg am Freitag vor einem Treffen im Berliner Kanzleramt. Der Ausgang der Gespräche sei nach wie vor offen. Er sei nicht sicher, ob bei dem für Freitagabend angesetzten Spitzentreffen eine Einigung erzielt werden könne, betonte der Minister. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 16:08 Uhr Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) erwartet ein Ergebnis bei der für diesen Freitag geplanten Opel-Spitzenrunde in Berlin. Sollte es kein Ergebnis geben, müsse es beim Opel-Mutterkonzern General Motors personelle Konsequenzen geben, sagte Rüttgers vor dem Treffen im Kanzleramt. Das bisherige Verhalten von GM bezeichnete er als "inakzeptabel". Dass sich der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und GM über die noch offenen Themen geeinigt hätten, konnte Rüttgers nicht bestätigen. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 15:28 Uhr Bei einem Krisentreffen von EU-Ministern zur General-Motors- und Opel-Krise ist Kritik an der Informationspolitik der Bundesregierung laut geworden. Die schwedische Ministerin für Unternehmen und Energie, Maud Olofsson, sagte am Freitag in Brüssel auf die Frage, ob sie von der Bundesregierung über die laufenden Gespräche zur Rettung von Opel informiert worden sei: "Nein". Sie fügte hinzu: "Es ist wichtig, dass wir den Regeln folgen, die wir vereinbart haben." Die stellvertretende Ministerpräsidentin ihres Landes verwies auf ein Treffen von Ministern aus den europäischen GM-Staaten im März, wo eine gegenseitige Information vereinbart wurde. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 15:07 Uhr Vertreter der EU-Staaten mit Standorten des US-Autobauers General Motors sind am Freitag in Brüssel zu einem Sondertreffen zusammengekommen. Das Gespräch auf Einladung von EU-Industriekommissar Günter Verheugen soll vor allem dem gegenseitigen Informationsaustausch über die europäischen GM-Töchter wie Opel dienen. "Hier fallen keine Entscheidungen", sagte Verheugen. Vertreter des US-Autobauers nehmen nicht teil. Besonders Belgien hatte auf das Treffen gedrungen. Es sieht angesichts des massiven Drucks in Deutschland und Großbritannien zur Rettung der dortigen Arbeitsplätze den Opel-Standort Antwerpen bedroht. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 14:20 Uhr In Berlin ist am frühen Freitagnachmittag erneut die Opel-Arbeitsgruppe der Bundesregierung zusammengekommen, um über die Zukunft des angeschlagenen Autobauers zu beraten. Eine Frist, die ursprünglich für eine Einigung der US-Seite mit potenziellen Investoren gesetzt worden war, ist inzwischen verstrichen. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg hatte aber bereits deutlich gemacht, dass diese Frist (14.00 Uhr) nicht mehr eingehalten wird. Ob es im Anschluss an die Arbeitsgruppe das geplante Spitzentreffen zu Opel im Kanzleramt gibt, ließ Steg ebenfalls offen. An der Arbeitsgruppe sind die Staatssekretäre des Wirtschafts-, Finanz- und Arbeitsministeriums beteiligt. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 13:25 Uhr Bei der Rettung von europäischen Töchtern des US-Autobauers General Motors müssen laut EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die EU-Regeln eingehalten werden. Bei einem Treffen der verantwortlichen Wirtschafts- und Industrieminister sei bereits im März vereinbart worden, dass es keine nationalen Maßnahmen "ohne vorherige Information und Koordination mit den anderen betroffenen Ländern" geben solle. Das sagte Barroso am Freitag in Brüssel unmittelbar vor einem Nachfolgetreffen der Minister oder ihrer Vertreter zur Lage der europäischen GM-Töchter. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 10:54 Uhr Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat die Chance auf eine europäische Opel-Lösung auf "fifty-fifty" eingeschätzt. Niemand solle von einem besseren Wert ausgehen, sagte er am Freitag in Frankfurt vor dem erneuten Opel-Gipfel in Berlin. "Wir warten auf ein Signal aus den USA." Bund und Länder erwarteten weiterhin Absichtserklärungen sowohl der Opel-Mutter General Motors als auch der potenziellen Investoren. Kernfrage sei, ob die USA zustimmen, erst die europäische Frage vor der amerikanischen zu lösen. Die Amerikaner hätten sich das sicher umgekehrt vorgestellt. Die Lage könne sich aber jederzeit ändern. +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 08:19 Uhr Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hat eine Insolvenz als beste Lösung für Opel bezeichnet. "Der Konzern müsste nur noch einen Teil seiner Schulden zurückzahlen", sagte er der "Bild" (Freitagausgabe). Wenn Opel ein gut aufgestelltes Unternehmen sei, werde ein Insolvenzverwalter einen Investor finden. Eine Insolvenz bedeute nicht, dass die Beschäftigten am nächsten Tag auf der Straße ständen, unterstrich er. "Letztlich entscheiden immer die Käufer über die Zukunft eines Autoherstellers". +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 08:08 Uhr Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna hat nach Einschätzung von Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild im Rennen um eine Opel-Übernahme die Nase vorn. Das Konzept sei am tragfähigsten, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Frankfurt im Bayerischen Rundfunk. Es werde jedoch noch eine Menge zu verhandeln sein. Es sei Eile geboten, unterstrich er: "Die GM-Insolvenz steht unmittelbar bevor, jetzt läuft die Sanduhr ab." Deshalb plädiere er dafür, "jetzt die Brückenfinanzierung rechtzeitig vor der Insolvenz auf die Beine zu stellen, sich aber noch nicht endgültig festzulegen auf einen der beiden Investoren". +++++++++++++++++ Freitag, 29. Mai 2009, 02:30 Uhr Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht das geplante Treuhand-Modell für Opel kritisch. "Eine staatliche Beteiligung an Opel brächte das Wettbewerbsgefüge zu Lasten anderer Hersteller durcheinander", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Berliner Zeitung" (Freitag). Mit einem Engagement der Bundesregierung könnten "immense Risiken auf den Steuerzahler übergewälzt" werden. +++++++++++++++++ Donnerstag, 28. Mai 2009, 22:25 Uhr Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will sich im Verhandlungsmarathon um die Zukunft von Opel nicht "unterbuttern" lassen. "Wer Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten oder auch Unternehmen in den Vereinigten Staaten kennt, weiß, dass da auch gerne bis zum Schluss hoch gepokert wird", sagte der Minister am Donnerstagabend im ZDF-"heute-journal". "Deshalb sollte man die Nerven behalten und mit klarem Kopf an die Verhandlungsrunde" am Freitag herangehen. Sollte es kein Lösungsangebot bleibe auch die "nicht gewünschte, aber trotzdem dann eintretende Folge einer Plan-Insolvenz immer im Gespräch". (dpa/rp)

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