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Opel-Chef Nick Reilly: "Alles in allem sind wir bei der Restrukturierung des Europageschäfts im Plan."
"Lebenslange Garantie"
Opel reagiert gelassen auf Klage
Opel will sich auch durch die jetzt eingereichte Klage der Wettbewerbszentrale nicht von seinem Werbeversprechen einer "lebenslangen Garantie" für Neuwagen abbringen lassen. "Wir werden an der Garantie und der Werbung dafür festhalten und diese Position wenn nötig auch juristisch vertreten", sagte ein Opel-Sprecher am Montag in Rüsselsheim.
Eine Sprecherin der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg bestätigte, dass die Klage gegen den Autohersteller auf den Weg gebracht wurde. Beim Landgericht Darmstadt ist sie bereits eingegangen (Az.: 14 O 413/10). "Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass das Versprechen einer 'lebenslangen Garantie' irreführend ist", betonte Geschäftsführer Andreas Ottofülling gegenüber unserem Partnerdienst "asp Online".
Aufgrund zahlreicher Reaktionen nicht nur aus der Autobranche kommt der bevorstehenden Gerichtsentscheidung aus Sicht Ottofüllings grundsätzliche Bedeutung zu. Damit könnte der Rechtsstreit erst vor dem Bundesgerichtshof endgültig entschieden werden. Vertreter von beiden Parteien hatten bereits im Sommer deutlich gemacht, die Auseinandersetzung bis zur letzten Instanz ausfechten zu wollen (wir berichteten). Ein Termin für die erste Runde steht bislang noch nicht fest. Die Wettbewerbszentrale hofft auf eine Landgerichtsentscheidung innerhalb von fünf bis sechs Monaten.
Opel hatte Anfang August mit der Einführung der "lebenslangen Garantie" für Wirbel in der Branche gesorgt. Tatsächlich ist der Schutz auf eine Laufleistung von 160.000 Kilometern begrenzt, Materialkosten müssen bereits ab 50.000 Kilometern anteilig vom Autobesitzer getragen werden. Der Wettbewerbsverein mahnte Opel daraufhin ab. Die Klage war dann aber aufgeschoben worden, weil beide Seiten zunächst noch einmal ihre Rechtsauffassungen diskutieren wollten.
Milliardenverlust erwartet
Im laufenden Jahr geht Opel in Europa von tiefroten Zahlen aus. "In der Summe rechnen wir mit einem Minus von rund zwei Milliarden Dollar, das sind 1,4 Milliarden Euro", sagte Firmenchef Nick Reilly in einem Interview der "Wirtschaftswoche". Trotz des Verlusts gebe es keinen Grund, nach dem Börsengang der US-Konzernmutter General Motors (GM) die Sanierung zu beschleunigen. "Alles in allem sind wir bei der Restrukturierung des Europageschäfts im Plan." Der Personalabbau in Deutschland laufe allerdings "ziemlich schleppend". Den Konzepten zur Sanierung zufolge will der Autobauer europaweit 8.000 Stellen abbauen, davon fast die Hälfte in Deutschland.
Vor knapp zwei Wochen hatte GM mitgeteilt, dass in den ersten neun Monaten 2010 im Europageschäft Verluste in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar aufgelaufen seien. Im dritten Quartal verlor das Unternehmen in Europa zudem mehr als dreimal so viel wie im Vorquartal. Eine Vergleichszahl zu den für 2010 erwarteten zwei Milliarden Dollar Verlust gibt es einem Opel-Sprecher zufolge nicht, weil das Geschäft zwischenzeitlich andere Einheiten umfasst. So gehört etwa der Verlustbringer Saab nicht mehr zur Europa-Sparte. (dpa/ng/rp)
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(Foto: Torsten Silz/ddp)
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