Freitag, 25.05.2012
05.12.2011
Share |
Stephen Girsky

Opel soll dauerhaft profitabel werden

Opel soll nach dem Willen seiner Mutter GM vom Erzrivalen VW lernen. Bei dem Bemühen, den verlustreichen Rüsselsheimer Autobauer wieder in die Spur zu bringen, verweist General Motors ausgerechnet auf die erfolgreichen Wolfsburger. "Ich bewundere deren Gewinnmargen", sagte GM-Manager Stephen Girsky in New York. VW gelinge es, höhere Preise für seine Autos zu erzielen, mit mehreren Marken gleichzeitig erfolgreich zu sein und dabei auch noch die Kosten im Griff zu haben.

Girsky ist Strategiechef bei General Motors und seit kurzem auch Aufsichtsratsvorsitzender von Opel. Der ehemalige Autoanalyst ist damit die Stimme der Detroiter Konzernzentrale in Rüsselsheim und steht in stetem Kontakt mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. "Wir arbeiten gemeinsam daran, Opel dauerhaft profitabel zu machen", sagte Girsky. "Wir müssen wissen, wo wir zurückliegen, und aufholen."

Die Messlatte ist Europas größter Autobauer Volkswagen. Opel habe ein schlechteres Ansehen als die Marke VW, räumte Girsky unumwunden ein. "Ja, absolut. Wir wissen das." Das sei aber ungerechtfertigt - ein Opel sei nicht schlechter. "Unsere Produkte räumen viele Preise ab." Girsky sieht einen der Schlüssel für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen darin, das Image der Marke Opel zu verbessern, um letztlich höhere Preise durchsetzen zu können. "Wir sollten nicht rausgehen mit der Prämisse, fünf Prozent weniger für unsere Autos zu verlangen als Volkswagen, oder wie hoch auch immer der Nachlass sein mag."

Opel schreibt seit geraumer Zeit Verluste und die Erholung verläuft schleppender als gedacht. Das Management musste sich von seinem Ziel verabschieden, in diesem Jahr eine schwarze Null zu schreiben. Nun geht die Sorge vor neuen Einschnitten um. Tausende Mitarbeiter mussten bereits im Rahmen eines Sanierungsplans gehen. "Der Plan ist offensichtlich nicht gut genug, schließlich verlieren wir weiter Geld", sagte Girsky. "Wir müssen einen neuen Plan entwickeln." Eine Möglichkeit könnten weitere Kooperationen mit anderen Herstellern sein, sagte der GM-Manager. Opel arbeitet bei Transportern bereits mit Fiat und Renault zusammen. Auch solle die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns verbessert werden. "Der Opel Astra und der Chevrolet Cruze basieren auf der gleichen Plattform. Vielleicht können sie künftig noch ähnlicher werden."

Lichtblick Chevrolet

Was ein neuer Sanierungsplan für die Mitarbeiter von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall hieße, ist unklar. Eine Vereinbarung zwischen Unternehmen und Betriebsrat schützt vorerst vor betriebsbedingten Kündigungen. "Wir haben einen Vertrag bis 2014", sagte Girsky. Ob dieser Vertrag aufgeweicht werden könne oder was danach passiert, dazu äußerte sich der Opel-Aufsichtsratschef nicht.

Lichtblick für GM in Europa ist derzeit die Hausmarke Chevrolet, die mit günstigen Autos aus vornehmlich koreanischer Produktion punktet. Einen Konflikt mit Opel sieht Girsky nicht. "Andere Unternehmen verkaufen auch mehr als eine Marke in Europa." Wieder führte der GM-Manager Volkswagen ins Feld: Die Marken VW, Skoda oder Audi grenzten sich erfolgreich ab, aber arbeiteten bei der Technik wo nötig zusammen. "Wenn wir das genauso gut hinkriegen, können wir auch gewinnen." (dpa)

 
 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

06. Dezember 2011 11:20
Hans von Ohain meint:
@Michael Kühn
Opel-Schelte hin oder her: Ihre Ausführungen beschreiben das, was man traurige Wahrheit nennen kann.

Ergänzen möchte ich nur, dass Piech's Einstieg als Konzernlernker auch schon bald 20 Jahre zurückliegt. Man kann von ihm halten, was man will. Aber durch sein bis heute andauerndes Wirken im Hintergrund hat er den gesamten Konzern enorm vorangetrieben. Ergo: Es braucht viel Zeit, viel Geld, viel Leidenschaft, viel Sinn für die Markenpflege und durchaus viel Geduld. Das sind genau die Eigenschaften, die Opel's Eigentümer eben nicht auszeichnen.


06. Dezember 2011 09:17
Johannes Rödel meint:
Opel hat sich in der Nachhaltigkeit und der Umsetzung von 2. oder 3.Fabrikaten und in der Besetzung von Nischenprodukten schon immer mit "Ruhm" geoutet und war unzählige Male zum Scheitern verurteilt. Keine konsequente Umsetzung der Modellstrategien mit Kontinuität, verfehlte Personalbesetzungen, kurzfristige Managementerfolge lassen
sich an einer Vielzahl von Beispielen belegen. Da waren doch mal die Vertriebsaktivitäten von Fabrikaten wie Isuzu, Lotus, Saab und GM-NAV,
weiterhin die Opel-Modelle Trans Sport, Sintra, Speedster, Tigra oder
Twin Top und aktuell der GT die allesamt nur mit einer kurzfristigen
Marktpräsenz vertreten waren. "Langfristig angelegte" Strategien taten ihr Übriges.
Aktuell soll bzw. könnte der neue Opel Combo - baugleich dem Fiat Doblo - mit Preisdifferenzen von 2465 Euro in der PKW-Version und mehr als 4000 Euro in der LKW-Version seine Erfolge finden.


06. Dezember 2011 00:37
Michael Kühn meint:
Soso, das Management hat es nun auch endlich gemerkt, dass man sich für 2011 von einer schwarzen Null verabschieden darf.

Es ist gerade mal einige Wochen her, dass ein gewisser Herr Stracke voller Überzeugung eine schwarze Null für 2011 und Gewinne für 2012 in der Presse als "realitätsbezogenes" Ziel ansagte; auch hier in Autohaus war zu lesen, dass er aufgrund einer erfreulichen Entwicklung sogar von einer "Verdopplung" des Absatzes in Russland in "naher" Zukunft sprach.

Das war Mitte Sept. 2011, mein Fazit in meinem Kommentar: "( Ein fast verrecktes Pflänzlein erholt sich so langsam, bringt die ersten zarten Triebe zum Vorschein und soll mit diesen noch sehr zarten und labilen Trieben eine reichhaltige Ernte sicherstellen???)
Euphorie zur Halbzeit im oberen Management...?! (Halbjahreszahlen sind nur eine Zwischenbilanz, die mich niemals zu solchen wahnwitzigen Äußerungen und Plänen veranlassen könnte). Im Fußball ist ein 2:0 zur Halbzeit noch lange kein Sieg und die 2. Hälfte des Spiels ist ebenso durch nicht vorhersehbare Ereignisse abzuwarten.
Die banalsten Dinge des Lebens werden anscheinend gerne ausgeblendet.
Jetzt bin ich einmal bösartig: "Man beschäftigt sich lieber mit zukünftigen Luftschlössern, als sich mit den Pannen aus der Vergangenheit und Gegenwart auseinander zu setzen..., sprich die Hausaufgaben konsequent abzuarbeiten"

Anfang Nov. 2011 war zu lesen: Opel schreibt wieder rote Zahlen...;
traurig, - wundert mich nicht wirklich. (Wie ich damals schon bemerkte: "Zweifel an der kompletten Behebung der Ursachen, - auch das in den Keller gefahrene Image, benötigt für die Wiederherstellung v i e l Z e i t !")

Mr. Girsky hat jetzt die "tiefgreifende" Erkenntnis gewonnen, dass Volkswagen Geld verdient und will sich daran orientieren.
Hierbei vergißt er aber etwas wesentliches: Einen Ferdi Piech haben sie keinen! Er brachte Audi und VW auf den heutigen Level. Ein Macher und Kämpfer, der mit großer Leidenschaft hinter dem steht ( und auch weiß ), was er tut.
Man will jetzt einen neuen Sanierungsplan entwickeln...; wie schön für GM / Opel...; wie weit denken denn diese Herren, von der Tapete bis zur Wand? Wie viele "leidenschaftslose" Köche rühren denn dann in diesem neuen "Brei"? Welche "Geschmäcker" und die damit verbundenen Zutaten werden zukünftig in Harmonie miteinander ein schlüssiges Endprodukt präsentieren können? – Sprich: Ein gut durchdachtes Unternehmen mit gut platzierten Produkten, entsprechend gutem Image am Markt, welches gute Erträge erzielt, und auch zukünftig in der Lage ist, seinen Kundenkreis zu begeistern, und durch Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit usw. an sich zu binden.
Das alles hätten sie gerne, am liebsten, morgen schon…?

Alleine zwei öffentlich kommunizierte Sachverhalte in 2011 sind hier als leuchtendes Beispiel zu benennen, was man tunlichst vermeiden sollte:

a.) Lebenslange Garantie, welche niemals real gegeben war und deswegen zurückgezogen werden musste.

b.) Die irrwitzige „schwarze Null“ für 2011 und „traumtänzerische“ Gewinnerwartung für 2012 schön und toll in den Raum gestellt und dann folgen innerhalb kurzer Zeit die heutigen Korrekturprognosen…?!

„Rein in die Kartoffen / raus aus den Kartoffeln“; - die Glaubwürdigkeit für weitere Aussagen des Unternehmens ist doch von vornherein in Frage zu stellen!
Klasse Imageaufbau…

8 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 3)
1 | 2 | 3

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr