Mittwoch, 08.02.2012
21.01.2010
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"Kollektive Entlassung"

Opel-Werk Antwerpen schließt Tore

Der neue Opel-Chef Nick Reilly greift knallhart durch: Der Sanierungskurs trifft zuerst die 2.600 Beschäftigten des Opel-Werks in Antwerpen. Bis Mitte des Jahres will Reilly die Autofabrik in Belgien dichtmachen. Die Schließung würde Druck von dem Opel-Werk in Bochum nehmen, in dem ebenfalls der Astra gebaut wird. In Deutschland sollen im Zuge des Sparkurses etwa 4.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, in ganz Europa rund 8.300, sagte Reilly am Donnerstag in Brüssel. Es gebe reichlich Überkapazitäten in Europa, die abgebaut werden müssten. Die Entscheidung verursachte bei dem Autobauer einen offenen Bruch zwischen Management und Betriebsrat. Man werde keinen Cent Arbeitnehmerbeiträge für die Schließung des Werkes leisten, erklärte der europäische Betriebsratschef Klaus Franz in Rüsselsheim. Er warf dem von GM an die Opel-Spitze entsandten Manager wirtschaftlich unsinniges Handeln und offenen Vertragsbruch vor. Ein belgischer Gewerkschaftsvertreter sprach von einer "kollektiven Entlassung". Opel ringt seit mehr als einem Jahr ums Überleben. Das Werk in Antwerpen stand bereits auf der Streichliste des Opel-Kaufinteressenten Magna, der später von GM abgelehnt wurde. Der neue Opel-Chef setze mit der Schließung von Antwerpen seine Ankündigungen um. "Wir sind froh, dass der Standort Bochum gesichert bleibt", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) dem Fernsehsender SAT.1. Die Produktion in Antwerpen solle nun bis Mitte des Jahres auslaufen. Ein genauer Termin stand zunächst nicht fest. Ein eigentlich für Antwerpen vorgesehener Klein-Geländewagen der Marke soll künftig wie der größere Antara bei General Motors in Korea produziert werden. Opel sucht laut Reilly einen Investor für das Werksgelände.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Keine weitere Komplettschließung – Rüttgers: "Butter bei die Fische"

 
 

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