Samstag, 26.05.2012
19.06.2008
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Im Gespräch

Opels neue Wahrnehmung
von Bernd Dohrmann

"Wir wollen Opel in Deutschland mit rund 400.000 Einheiten jährlich wieder dauerhaft über zehn Prozent Marktanteil positionieren und den Absatz europaweit um fast 25 Prozent von derzeit 1,6 auf 2,0 Millionen Fahrzeuge pro Jahr steigern. Dafür wird Opel bis 2012 insgesamt neun Milliarden Euro investieren." Mit diesen ambitionieren Zielen geht Thomas Owsianski, Opel-Geschäftsführer Marketing, Vertrieb und Service, die zweite Hälfte des im Gesamtmarkt noch nicht zufrieden stellenden Autojahrs 2008 an, das gegenüber dem katastrophalen 2007 bisher nur 6,2 Prozent Zuwachs aufweist. Opel habe in den ersten fünf Monaten einen Zuwachs um 2,5 Prozent bei einem Marktanteil von 9,2 Prozent erreicht, im Monat Mai allein habe Opel jedoch entgegen dem Gesamtmarkt-Trend als einziger deutscher Hersteller neben Ford zulegen (plus 1,7 Prozent) können, so Owsianski. Diese Zuwächse würden aber auch aus Zuwächsen im Flottengeschäft resultieren, das bei Opel rund 40 Prozent des Gesamtabsatzes ausmache. Owsianski: "Ein starkes Wachstum gibt es bei den kleinen Flotten bis 25 Fahrzeuge, in den Bereichen darüber stagniert der Markt. Insgesamt ist das Umfeld im Neuwagengeschäft derzeit schwierig, es gibt nach wie vor eine starke Verunsicherung der Kunden. Wir erwarten nun klare Signale von der Politik." Das Jahr 2008 steht bei Opel laut Owsianski unter dem Motto "Innovation und Technologie". Vor allem soll mit der Kampagne "Entdecke Opel" ein neues Bewusstsein bei den potentiellen Kunden und Interessenten geschaffen werden. "Wir wollen mehr Herzschlag für die Marke, die Wahrnehmung der Marke und ihrer Produkte muss schärfer werden. Dazu gehört auch die positive Entwicklung bei der Qualität. In der Öffentlichkeit gibt es dazu teilweise noch eine andere, veraltete Wahrnehmung.", stellt Owsianski fest. Beim Marken-Image will der Rüsselsheimer Automobil-Hersteller daher verstärkt auf Werte wie deutsche Ingenieurkunst, Innovationen für den Alltag, Umweltbewusstsein und "erschwingliche Traumwagen" setzen. 20 neue Modelle bis 2012 im Handel Bei den Produkten werden Design, Vielseitigkeit und das dynamische Fahrerlebnis in den Mittelpunkt gestellt. Hier habe die Marke heute schon mit den Monocab-Baureihen Agila, Meriva und Zafira drei Eisen im Feuer. Bis 2012 werde Opel weitere 20 neue Modelle in den Markt bringen, darunter den bereits angekündigten Insignia (Ende 2008) mit einem komplett neuen Opel-Designkonzept. 2012 soll auch das visionäre Elektrofahrzeug E-Flex zu attraktiven Preisen als Volumenmodell auf den Markt kommen. Der E-Flex ist sowohl ausschließlich mit Strom aus Batterien als auch mit Elektroenergie, die von einem kleinen Dieselmotor erzeugt wird, bis zu 700 km ohne Tankstopp unterwegs. Bei den alternativen Antrieben preschen Opel und GM nach vorne: Der Erdgas-getriebene Opel Zafira CNG erhält 2009 eine von Händlern und Kunden vehement geforderte stärkere Motorisierung (150 PS). Über das Servicenetz bietet Opel nun auch offiziell die Nachrüstung auf Autogas-Antrieb mit einem entsprechenden Umbausatz von Irmscher inklusive Garantie ("Opel-geprüft") an. "Dadurch differenzieren wir uns deutlich vom Wettbewerb", so Owsianski. Die Umbaukosten lägen bei ca. 2.500 Euro. Für Ethanol-getriebene Fahrzeuge wie die BioPower-Versionen bei Saab sieht er trotz der anhaltenden Diskussionen um Biokraftstoffe mittelfristig gute Chancen, darüber hinaus würden die Opel-Ingenieure "natürlich" auch an Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen (Zafira Hydrogen) und an neuen Diesotto-Motorkonzepten für BtL-Kraftstoffe der 2. Generation arbeiten. Händler- und Servicebetriebe in Imageverbesserung eingebunden Eingebunden in die angepeilte Imageverbesserung der Marke Opel sind natürlich auch die Händler- und Servicebetriebe. Mit der neuen Sechs-Jahres-Garantie auf Neuwagen sollen die Kunden länger an die Werkstätten gebunden werden, zusätzliche Erfolge erwartet Owsianski aus der bei den Partnern nicht unumstrittenen Aktion "Inspektion ab 49 Euro. Owsianski: "90 Prozent unserer 2.000 Partner machen dabei mit. Das spricht für sich." Mit einer zusätzlichen "Opel Service-Tour", die in zwei Wellen vor Einkaufszentren durchgeführt wird sollen mit "Schnupper-Inspektionen" Kunden älterer Fahrzeuge in die Werkstätten gelotst werden. In vollem Gang ist auch die "optische Auffrischung" der Opel-Betriebe in punkto Signalisation und Inneneinrichtung. Owsianski dazu: "in 400 Betrieben sind die Maßnahmen schon abgeschlossen, bis Ende des Jahres wollen wir die Auffrischung bei 700 Partnern erledigt haben. Insgesamt werden dafür von Opel und den Betrieben 100 Millionen Euro investiert, die wir uns als gute Partner teilen."

 
 
 
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