Samstag, 26.05.2012
31.07.2008
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Autoindustrie

Osterloh fordert Beistand für Karmann

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat die deutsche Automobilindustrie aufgefordert, den kriselnden Autobauer Karmann nicht hängen zu lassen. Karmann sei für höchste Qualität und herausragende Leistungen bekannt, sagte Osterloh in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Wolfsburg. "Dieses Know-how sollte am Standort Deutschland gesichert werden." Das Osnabrücker Traditionsunternehmen ist wegen mangelnder Aufträge im Fahrzeugbau in die Krise geraten. Osterloh kritisierte, Porsche habe Fahrzeuge nicht an Karmann vergeben. "Das wundert mich schon, muss ich ganz offen sagen, wo doch sonst immer so viel vom Standort Deutschland und den Arbeitsplätzen hier gesprochen wird. Im Aufsichtsrat von Volkswagen hätte man in der gleichen Situation sicherlich eine andere Entscheidung getroffen." VW-Großaktionär Porsche hatte Ende Juni entschieden, 2012 die Produktion seiner Modelle Boxster und Cayman von Finnland nach Österreich zu verlagern – künftiger Auftragsfertiger ist statt des finnischen Autobauers Valmet der österreichische Anbieter Magna Steyr. Osterloh sagte, eine Auftragsvergabe durch Porsche an Karmann hätte auch für andere Fahrzeughersteller Signalwirkung gehabt und den Karmann-Beschäftigten neue Perspektiven eröffnet. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte ein angespanntes Verhältnis zu Karmann eingeräumt. "Die Atmosphäre ist nicht toll", hatte Wiedeking Ende des vergangenen Jahres gesagt. Hintergrund soll ein früherer Rechtsstreit zwischen Karmann und Porsche wegen eines angeblichen Ideenklaus beim Porsche-Modell Boxster sein. Im vergangenen Dezember war bereits die Hoffnung von Karmann auf einen Großauftrag von BMW geplatzt. BMW hatte den Zuschlag für die Produktion eines neuen Mini-Geländewagens an Magna Steyr vergeben. VW als Auftraggeber: "Leider keine neuen Fahrzeuge" Zu VW als möglichem Auftraggeber sagte Osterloh, Volkswagen habe derzeit leider keine neuen Fahrzeuge, die an Karmann vergeben werden könnten. Es sei noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob etwa ein neues Cabrio oder ein Roadster gebaut werde. VW war in den vergangenen Jahrzehnten einer der größten Karmann-Kunden. Karmann hatte im vergangenen Herbst angekündigt, 1.700 der damals weltweit rund 6.500 Stellen abzubauen. Davon sind bereits knapp 600 Mitarbeiter ausgeschieden, darunter 500 über Kündigungen. Während die beiden Sparten Dachsysteme und Technische Entwicklung ertragreich wachsen, droht dem Bau von Komplettfahrzeugbau nach Auslaufen der Fertigung für Audi A4 und Mercedes CLK das Aus. Davon wären nach Gewerkschaftsangaben weitere 1.000 Mitarbeiter betroffen. (dpa)

 
 
 
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