Samstag, 26.05.2012
08.01.2009
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Nach VW-Übernahme

Osterloh gegen Beherrschung durch Porsche

Nach der Mehrheitsübernahme durch Porsche hat VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh Gegenwehr gegen eine Beherrschung von Volkswagen durch den Sportwagenbauer angekündigt. Ein von Porsche angestrebter Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag wäre eine Gefahr für Jobs bei VW, sagte Osterloh am Donnerstag. "Für uns als Arbeitnehmer ist es wichtig, dass die Entscheidungen für den Volkswagen-Konzern auch künftig in Wolfsburg fallen. Insbesondere wollen wir, dass die Weichenstellungen für Investitionen und Modelle im Aufsichtsrat von Volkswagen fallen." Porsche hatte am Montag die Mehrheit an VW übernommen (wir berichteten). Die Beteiligung stieg auf 50,76 Prozent der Stammaktien. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte bereits angekündigt, der Stuttgarter Sportwagenbauer wolle den Anteil 2009 auf 75 Prozent hochschrauben. Dies würde grundsätzlich einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag ermöglichen, allerdings steht dagegen noch das VW-Gesetz. "Wenn Porsche einen Beherrschungsvertrag abschließen würde, dann würden wichtige Entscheidungen in Zukunft in Zuffenhausen getroffen", kritisierte Osterloh. "Unter anderem könnte man auch die Vorgaben des VW-Gesetzes zur Errichtung und Verlegung von Standorten aushebeln. Das wäre eine Gefahr für die Beschäftigungssicherung." Das Verhältnis zum Porsche-Vorstand, das in der Vergangenheit angespannt war, habe sich gebessert. "In den vergangenen Wochen war die Zusammenarbeit konstruktiv. Wir wollen das von unserer Seite so fortsetzen." "Volkswagen muss unabhängig bleiben" Die Mehrheitsübernahme von Porsche bei VW ändere nichts an den Machtverhältnissen, sagte Osterloh. "Porsche hatte vorher eine Mehrheit auf der Hauptversammlung. Und hat sie jetzt. Interessant wäre es nur, wenn Porsche mehr als 80 Prozent auf einer Hauptversammlung erreichen würde und somit einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abschließen könnte." Das wollten aber weder das Land Niedersachsen als wichtiger Großaktionär noch die VW-Arbeitnehmer. "Volkswagen muss unabhängig bleiben." (dpa)

 
 
 
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