Samstag, 26.05.2012
06.10.2009
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Zulieferer-Pleite

Paragon sucht Heil in Planinsolvenz

Die Pleitewelle bei deutschen Automobilzulieferern fordert das nächste Opfer: Trotz weitreichender Restrukturierungsmaßnahmen ist Paragon, ein Spezialist für Anzeige- und Bediensysteme, zahlungsunfähig. Nach achtmonatigen, ergebnislosen Verhandlungen mit verschiedenen Banken über eine Refinanzierung kündigte das Unternehmen am Montag in Delbrück an, beim Amtsgericht Paderborn Insolvenz beantragen zu wollen. Das Verfahren soll bereits im Januar/Februar 2010 abgeschlossen sein. Grund für die wirtschaftlichen Probleme ist dem Vernehmen nach die Absatzkrise in der Autoindustrie. Allerdings verzeichnet Paragon nach eigener Darstellung seit einigen Wochen einen deutlich höheren Auftragseingang. "Unsere Restrukturierung greift, aber die Banken werden ihrer Verantwortung für den Mittelstand nicht gerecht", erklärte Vorstandschef und Firmeninhaber Klaus Dieter Frers. Der Zulieferer hatte mit Massenentlassungen sowie der Schließung bzw. dem Verkauf der Auslandsniederlassungen auf die massiven Umsatzeinbußen seit Oktober 2008 reagiert. "Der konzernweite Umsatzrückgang in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belief sich auf 39,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr", teilte das Unternehmen mit. Allein dadurch hätten Deckungsbeiträge in Höhe von 14 Millionen Euro gefehlt. Paragon beschäftigte zuletzt 496 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es noch 660. Bereinigung des Bankenkreises Mit dem bewussten Einleiten einer geordneten Insolvenz will der Vorstand nun für eine Bereinigung des Finanziererkreises von 15 Beteiligten sorgen und eine Planinsolvenz in Eigenverantwortung anstreben. Dabei bleibt das bisherige Management des Unternehmens vollständig oder weitgehend im Amt und das operative Geschäft kann unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestimmten Sachwalters praktisch unverändert fortgesetzt werden. Zur Bewältigung der Sanierungsaufgaben wird Frers zudem künftig vom bisherigen Kaufmännischen Leiter Markus Werner als neuen Finanzvorstand unterstützt. Der Betriebswirt soll über umfangreiche Erfahrungen bei Refinanzierungen verfügen. Mit im Boot ist auch der Rechtsanwalt Andrew Seidl als temporärer Sanierungsvorstand. Vom Insolvenzverfahren unberührt bleiben soll der Sportwagen Artega GT, der seit 2008 am Standort Delbrück in Kleinserie gefertigt wird. (rp)

 
 
 
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