Samstag, 26.05.2012
23.07.2009
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Millionen-Abfindung

Persönliche Erklärung Wendelin Wiedekings

Vor seinem Aus als Porsche-Chef hat es heftigste Diskussionen über die Höhe der Abfindung für Wendelin Wiedeking gegeben. Spekuliert wurde erst über eine Summe von 100 Millionen Euro, zuletzt war sogar eine gigantische Rekordabfindung von 250 Millionen Euro im Gespräch. Das wäre mehr gewesen, als bislang jemals an einen gescheiterten Manager gezahlt wurde. Der Aufsichtsrat des Sportwagenbauers zahlt nun 50 Millionen Euro an Wiedeking. Die Hälfte der Summe fließt in eine soziale Stiftung. In einer persönlichen Erklärung erläutert der 56-Jährige die Gründe dafür: "Persönliche Gründe, aber auch meine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, veranlassen mich, einen erheblichen Betrag für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit meinen langjährigen Mitarbeitern und Weggefährten beabsichtige ich, am Stammsitz der Porsche AG in Stuttgart-Zuffenhausen eine gemeinnützige/mildtätige Stiftung zu gründen. Unter maßgeblicher Einbeziehung der Porsche-Betriebsräte soll die Stiftung, die mit Barmitteln in Höhe von 25 Millionen Euro ausgestattet werden soll, auch zukünftig eine sozial gerechte Entwicklung an allen Porsche-Standorten unterstützen. Darüber hinaus werde ich dem Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg e.V., der Stiftung der Hamburger Presse und dem Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten e.V. je 500.000 Euro zukommen lassen. Die Spenden sollen entsprechend den jeweiligen Satzungszwecken der Unterstützung notleidender Journalisten im Alter dienen. Des Weiteren werde ich in Projekte investieren, mit denen in Deutschland Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich bin in Deutschland voll steuerpflichtig, so dass die Hälfte meiner Einkünfte als Steuer an den Staat geht. Die Stiftung in Zuffenhausen soll meine beiden bereits bestehenden Stiftungen für soziale Zwecke in Beckum/Westfalen und Bietigheim-Bissingen mit einer Stiftungssumme von insgesamt 10 Millionen Euro ergänzen."

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hintergrund: Wiedeking kann Spenden nur bedingt absetzen

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

27. Juli 2009 18:59
wpo996 meint:
Hut ab vor Herrn Wiedeking,ein Großer geht ,als Porsche Fahrer empfinde ich Wehmut und Dankbarkeit...ohne ihn gäbe es Porsche in der heutigen Form nicht!!
Über die Vorgänge ,welche zur jetztigen Situation geführt haben,können wir alle ab einem gewissen Punkt nur spekulieren.Fakt ist aber,das in einem Familienbetrieb wohl niemand in Unwissenheit über die Strategien und Vorgänge war.... auch Herr Piech nicht,dessen begrenzte kaufmännische Fähigkeiten leider immer von einem Hang zur Selbstdarstellung übertroffen werden (Phaeton,Bugatti,Lambo)....Es wäre VW zu wünschen gewesen,nach modernen Methoden geführt zu werden und das der Sumpf aus Politik ,Gewerkschaft und Korruption endlich trocken gelegt worden wäre. Aus der Ära der Lustreisen sind außer den Bauernopfern ja noch etliche Leute in Amt und Würden...

Es bleibt zu hoffen ,daß Herr Wiedeking an anderer Stätte wirken wird (Opel ???)...


24. Juli 2009 10:51
Ralph Schmidt-Mixner meint:
Nun hat es unser KuK Stratege aus Salzburg geschafft. Erst rettet Wendelin Wiedeking den Familien Porsche und Piech das Erbe. Damit schaffte er die Basis und das Vermögen mit dem die Familien in Europa die Möglichkeit bekamen der größte Automobilhandelskonzern zu werden. Mit Zustimmung von Herrn Piech und den anderen Familienmitgliedern nahm er dann den Ball auf, hat nach deren Wünschen gespielt, um das einstige Unternehmen welches vom alten Ferdinand Porsche seinerzeit aus der Taufe gehoben wurde zurück in den Schoß der Familie zu holen. Die Finanzkrise kam Herrn Wiedeking bedauerlicherweise in den Weg und schon kommt der vermeintliche Stratege Piech aus dem Hinterhalt geschossen, schmeißt alles über den Haufen und tut so, als ob Wiedeking einen Affront gegen die Familie betrieben hätte. Es hätte so schön sein können. Nun verschwindet Porsche als ein 10-tes kleines Rad am Wagen im VW-Konzern-Sumpf. An diesem halten die Familien nun immerhin die Mehrheit, doch dafür wurde einer der brilliantesten Manager der Automobilbranche geopfert! Herrn Wiedeking kann man nur für die soziale Emphatie, seine unglaublichen Verdienste um die Marke Porsche, für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Familien und der Art und Weise des bescheidenen und verantwortungsvollen Rückzugs höchste Anerkennung zollen.

Vor Herrn Wiedeking verneige ich mich - für Herrn Piech der es mit dem Phaeton und anderer Karteilleichen (Lamborghini, Bugatti) noch nie geschafft hat profitabel zu wirtschaften in seiner Zeit als Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG und seinem unerbittlichen Macht- und Kontrollstreben empfinde ich nur Mitleid.

Mögen die nun getroffenen Entscheidungen der Porsche AG nicht die Möglichkeiten nehmen und der Volkswagen AG neuen Wind geben. Auf dass das was da ersonnen wurde sich auch positiv auswirkt und nicht wie Schrempp's Vision eines integrierten Weltautomobilkonzerns eines Tages mit Pauken und Trompeten platzt. Das geht dann wieder voll auf die Kosten der Mitarbeiter und der Steuerzahler! Und daran hat der Betriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG Herr Osterloh bestimmt nicht gedacht, sondern nur an seine Privilegien und Saläre!

Lieber Herr Wiedeking, Ihnen und Ihrer Familie alles Gute. Machen Sie erst einmal ausgiebig Urlaub, geniessen Sie Ihr Heim, Ihr Sternerestaurant und die guten Schuhe an deren Produktion Sie beteiligt sind, Ihren Kartoffelacker und den alten Traktor. Sie haben allen Grund erhobenen Hauptes das Feld zu räumen. Es war keine Niederlage sondern die Erkenntnis, dass es manchmal besser ist, der Klügere zu sein und nachzugeben. Bis demnächst auf der Schaubühne!


24. Juli 2009 10:30
banker meint:
Alles was Recht ist, aber es gibt eben Verträge, die eingehalten werden müsssen usw. und wenn Herrn Wiedeking 2-stellige Millionenbeträge zustehen, dann soll er sie auch erhalten. In Frage zu stellen sind möglicherweise die Freihheiten, die Großunternehmen haben um solche Verträge zu erstellen und die in keinem Verhältnis stehenden Bezüge "normalen" Arbeitnehmern gegenüber. Respekt zumindest verdienen Wiedekings jetzige Aktionen die in seiner persönlichen Erklärung dargestellt wurden.

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