Deutsche Automobilhersteller wollen verstärkt im eigenen Land produzieren. Dies geht aus einer Analyse des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Polk Marketing hervor. Die Experten rechnen für 2010 mit über 5,7 Mio. im Inland gefertigten Einheiten. 2006 werden es voraussichtlich 5,4 Mio. sein (s. Downloadbox rechts). Den Auftakt bildet demnach Volkswagen. Der Konzern hat entschieden, den Golf nur an den beiden deutschen Standorten Wolfsburg und Mosel zu fertigen. Weitere Hersteller werden laut Studie folgen: Im kräftig wachsenden Segment der kompakten Sport-Utility-Fahrzeuge der Audi Q5 (Ingolstadt), der Mercedes Benz GLK (Bremen), der VW Tiguan (Wolfsburg) und ein SUV auf Basis des Ford Focus. In den kommenden drei Jahre sollen im expandierenden Crossover-Segment weitere Fahrzeuge hinzukommen: Ein Coupé auf Basis des Passat (Emden), dem RFK auf Basis des BMW 5er (Dingolfing) und dem Porsche Panamera (Leipzig). Das bedeutet aber nicht zwangsläufig eine Volumenaufstockung, weil die zusätzlichen Baureihen und Varianten die schon verfügbaren Produkte teils kannibalisieren, so Polk. Dennoch entsteht mittelfristig ein Angebotsdruck. Dabei sind die deutschen Automobilbauer immer weniger von der heimischen Pkw-Nachfrage abhängig. Von den im laufenden Jahr produzierten 5,4 Mio. Pkw werden nur rund 1,6 Millionen in Deutschland verkauft. Somit beträgt die derzeitige Exportquote 72 Prozent – mit steigender Tendenz. Gründe für die Fertigung im eigenen Land liegen in einer relativen Kostenverbesserung im Wettbewerb mit ausländischen Standorten, heißt es in der Analyse. Diese resultiert aus vorangegangenen Abstrichen der Mitarbeiter in deutschen Werken bei Arbeitszeit und Gehalt. (ko)
Pkw-Produktion in Deutschland vor neuem Höhenflug
Studie: Deutsche Automobilhersteller planen verstärkt Fertigung an inländischen Standorten