Samstag, 26.05.2012
28.08.2009
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Studie

Pleitewelle rast auf Autobranche zu

In der deutschen Autobranche sind einer Studie zufolge trotz staatlicher Hilfen mehr als 90.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Wie die Tageszeitung "Die Welt" (Freitag) unter Berufung auf die Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger berichtete, wird das Ende der Abwrackprämie die Zahl der Insolvenzen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen lassen. Besonders prekär sei die Lage der Autohändler. Das Deutsche Kfz-Gewerbe wies die Darstellung als "massive Überdramatisierung" zurück. Die benannte Insolvenzgefahr sei weit überzeichnet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte die Zahlen nicht überbewerten. Alle Prognosen seien derzeit sehr vage. "Weil kein Mensch von uns (...) genau weiß, wie sich das Kaufverhalten auf dem chinesischen, auf dem japanischen, auf dem amerikanischen Automarkt entwickelt . Dass die Automobilindustrie durch eine schwierige Zeit geht, wissen wir", sagte Merkel dem Sender WDR 5. Die Unternehmensberatung geht für 2009 trotz staatlicher Förderprogramme im Zuge der Wirtschaftskrise von einem weltweiten Nachfragerückgang von 20 Prozent aus. Eine Erholung sei auch im nächsten Jahr nicht in Sicht. Hinzu kämen strukturelle Probleme der Branche wie Überkapazitäten, hohe Lagerbestände und ein zu dichtes Händlernetz. Die Autohändler würden 2009 dank der Abwrackprämie zwar mehr Autos verkaufen als im Jahr zuvor, dies sei aber ein Vorzieh-Effekt, sagte Ralf Landmann, Autor der Studie. Dieser geförderte Effekt werde die Händler nun wie ein Bumerang treffen. "Wenn die Abwrackprämie ausläuft, ist fast jeder zweite deutsche Händler akut von Insolvenz bedroht." Bis zu 30.000 Stellen könnten wegfallen. "Reine Spekulation" "Der bezifferte Verlust an Arbeitsplätzen ist reine Spekulation", erklärte ein ZDK-Sprecher am Freitag in Bonn. Gleichwohl hielten die strukturellen Veränderungen im Kfz-Gewerbe an. 2010 werde sicher ein schwieriges Jahr, hieß es. Landmann zufolge bedrohen Nachfragerückgänge und sinkende Renditen dabei "leider vor allem die großen Händlergruppen, die in den vergangenen Jahren eigentlich alles richtig gemacht haben". Ausgerechnet die Unternehmen, die viel Geld in das eigene Wachstum investiert hätten, litten nun unter der Kreditklemme und müssten um ihre Existenz bangen, sagte er der Zeitung. Der ZDK sieht kleinere und mittlere Unternehmen ebenfalls im Vorteil. Für diese Betriebe gebe es – je nach Standort – Chancen bei Kooperationen oder Fusionen.

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Händlernetz-Konsolidierung kostet bis zu 500 Millionen Euro

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

30. August 2009 11:43
Monika Osthof meint:
Das Politiker die Zahlen nicht überbewerten wollen und hier von einer "schwierigen" Zeit sprechen zeigt wieder einmal, dass noch ein sehr hoher Informations-/Wissensdefizit besteht.

Der Automobilmarkt lebt nicht nur in schwierigen Zeiten! Er steht aktuell bereits auf dem Prüfstand (durch die Abwrackprämie halt nur ein wenig verzögert), der nur mit weiter oder erledigt ausgehen wird.

Ich wünsche dem Handel die Ruhe um sachlich zu bleiben, genügend Zeit und Aufmerksamkeit sich strategishc zu positionieren und die Kraft um den "schweren" Zeiten gewapnet entgegen zu stehen.


28. August 2009 19:14
Thorsten Podlech meint:
Hallo Miteinander,

mit dieser Meldung hat mich mein Radiosprecher heute morgen geweckt: 50% der Autohändler in Deutschland droht das aus.

Ich war beruhigt in der Studie zu lesen, dass das Insolvenzrisiko auf 30% gestiegen ist. Es ist ja was anderes ob das Risiko auf 30% steigt, oder ob 50% der Händler verschwinden.

Und wenn die "Unternehmensberatung" Roland Berger empfiehlt, man kann nur noch mit einem dreistelligen Millionenumsatz gesunden Handel betreiben, kann ich mich echt nur wundern.

In den USA würden die Händler jetzt Pressemitteilungen raussenden um den Bürgern zu erklären, dass der Studie genügend Händler gegenüberstehen, die für die Zukunft eine großartige Perspektive in dieser Branche sehen. Zum Beispiel als Werkstatt mit gesundem Verkauf in kleiner Stückzahl.

Schöne Grüße
Thorsten Podlech


28. August 2009 13:47
Hans von Ohain meint:
Gähn...

Nicht umsonst heißt die englische Übersetzung von "Nachrichten" auch "News". Statt sich ständig wiederholender Phrasen und Weisheiten könnte zur Abwechslung mal über etwas Neues gesprochen werden.

Z. B. Wie steht es denn um das "Neue Geschäftsmodell" (VW/Audi und ZDK)? Was ist los mit den neuen Audi Serviceverträgen?

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