Samstag, 26.05.2012
25.05.2009
Share |
Finanzierungslücke

Porsche braucht 1,75 Milliarden Euro

Porsche hat nach eigenen Angaben eine milliardenschwere Finanzierungslücke und stand nach Medienberichten zwischenzeitlich sogar kurz vor der Insolvenz. Der noch zu finanzierende Betrag liege bei rund 1,75 Milliarden Euro, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag. Es werde zurzeit mit mehreren Banken über Kredite verhandelt, darunter auch mit der staatlichen Förderbank KfW, bestätigte Bamler einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". In den vergangenen Tagen hatte sich Porsche bereits einen Kredit über 750 Millionen Euro bei der Bank of Tokyo gesichert (wir berichteten). Angaben, wonach Porsche zwischen dem 22. und 24. März sogar vor der Insolvenz stand, wies der Sprecher scharf zurück. "Der Vorwurf einer drohenden Insolvenz trifft nicht zu", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Laut "Spiegel" und dem Nachrichtenmagazin "Focus" hatte der Pleitegang nur verhindert werden können, weil der VW-Konzern einen Überbrückungskredit über 700 Millionen Euro gewährt habe. Dieser habe allerdings nur eine Laufzeit von einem halben Jahr. Insgesamt strebt Porsche weiterhin die Aufstockung der Kredite auf 2,5 Milliarden Euro an, um das laufende Geschäft zu finanzieren. Die insgesamt 2,5 Milliarden Euro braucht Porsche Angaben eines Sprechers zufolge zur Finanzierung des laufenden operativen Geschäfts wie zum Beispiel zur Leasingfinanzierung. Eine Frist für die Verhandlungen mit den Banken nannte das Unternehmen nicht. Neben neuen Darlehen könnte auch ein Investor Geld in die Porsche-Kasse spülen. In Unternehmenskreisen hieß es, es werde weiter mit Interessenten aus dem arabischen Raum verhandelt. Darunter sind dem Vernehmen nach auch Katar und Abu Dhabi. Ende März hatte Porsche eine Kreditlinie über zehn Milliarden Euro abgeschlossen, mit dem Kredite in gleicher Höhe abgelöst wurden. Zur Finanzierung von weiteren 2,5 Milliarden Euro hatte Porsche auch einen Kredit bei der KfW angefragt. Dieser sei aber zurückgestellt worden, sagte ein Porsche-Sprecher. Nach dem "Spiegel"-Bericht geht es um ein KfW-Darlehen in Höhe von rund einer Milliarde Euro.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wiedeking gibt sich unwissend – Fusionsgespräche werden fortgesetzt

 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. Juni 2009 16:03
Walter Scheuermann meint:
Herr Wiedeking will von der sich zuspitzenden Krise zunächst nichts
gewußt haben. Für wie naiv und dumm hält der uns, die wir alle ge-
spannt auf die Schwierigkeiten der Porsche AG schauen. Herr Wiedeking
und seine Manager haben unbestritten die Firma Porsche gerettet. Dann
aber auch 2 Jahrzehnte lang wie Feudalherren regiert. Wäre ja schlimm
für's Image, wenn man zugeben würde, daß die versuchte Mehrheitsüber-
nahme von VW eine grenzenlose Selbstüberschätzung war.Porsche braucht
noch immer keine Quartalsbilanzen. Ist überflüssig. Die jetzt beste-
henden Finanzprobleme sind ausschließlich hausgemacht und die Folge
grenzenloser Machtsucht und Verantwortungslosigkeit. Porsche wäre
ohne dieses imperiale, fast manische Verhalten locker durch die Ab-
satz- und Finanzkrise gekommen. Damit ist es leider vorbei.
Es heißt, man wolle keine Bürgschaften oder Subventionen vom Staat.
Davon abgesehen, daß die auf direktem Wege hoffentlich niemals fließen
würde - Opel läßt grüßen - Ist die KfW denn nicht auch zu 100% im Be-
sitz des Bundes und der Länder? (80:20). Und gab es dort nicht auch
im vergangenen Jahr eine unglaubliche Serie von Dummheiten, Pleiten
und Pannen? Die den Steuerzahler weit über 500 Mio Euro gekostet ha-
ben? Übersetzt heißt das doch, daß Porsche höchst dringend 1,75 Mrd
(bald wohl noch weit mehr) benötigt, um überhaupt die lfd. Geschäfte
zu finanzieren, die halt auch nicht mehr so laufen wie früher?
In meinen Augen ist es eine Frechheit, zu behaupten, man wolle selbst-
verständlich kein Geld vom Staat, wobei erneut der Steuerzahler das
Risiko trägt. Und durch die Hintertür versucht man dann doch, Staats-
geld zu erhalten (KfW). Irgendwie kann ich darüber nur noch lachen.
Nur schlimm ist, daß durch diese 'Geschäftspolitik' = Zockerei im
Falle einer Insolvenz, die noch lange nicht vom Tisch ist, auch Ar-
beitsplätze gefährdet werden. Mögen die Mitarbeiter des Konzerns,die im Zuge des Erfolgs zweifellos gut verdienen, über die Jahre auch pri-
vat wertvolles Eigentum erarbeitet haben: Ein Einkommen des Vorstands-
vorsitzenden in Höhe von 77 Mio Euro nur im vergangenen Geschäftsjahr
ist in Anbetracht der ausschließlich selbst verschuldeten Schwierig-
keiten wie ein Faustschlag ins Gesicht von Arbeitnehmern, Betriebs-
rat usw. Hat nicht auch schon mal der Mercedes Boß durch eine 'Auto-
hochzeit im Himmel' letztlich einen Schaden von zig Milliarden ange-
richtet? Wenn die Markwirtschaft überleben will, was inzwischen schon
fraglich ist, wird man um eine Moral- und Ethikdiskussion nicht herum-
kommen. Verunden mit knallharten Maßnahmen für Vorstände von Aktienge-
sellschaften im Falle von Mißerfolg infolgen eiskalten Zockens und
offensichtlicher Mißwirtschaft.
Porsche braucht sowas jetzt freilich nicht. Der Tag der Wahrheit für
Porsche ist ohnehin der 19.6. - wäre wirklich jammerschade, wenn
diese absolute Kult-Marke auch untergehen würde... Na ja vielleicht hilft der jetzt anlaufende Panamera aus der Patsche. Jeder der von uns
teils jahrzehntelangen Fans kann dies nur hoffen. Den Bossen von Por-
sche und VW ist zu wünschen, daß Porsche da letztlich noch so raus-
kommt, daß es auch ein Leben nach der Krise gibt.

er aber auch


25. Mai 2009 13:27
Striker meint:
Was für eine Arie?! Es wird Zeit, die Marke Porsche in den VW Konzern einzugliedern und den Selbstdarstellern Wiedeking und Härter einen glücklichen Abschied zu bescheren. Sie waren wirklich gut in der vergangenen Zeit, aber Porsches Zukunft können und werden sie nicht gestalten.

2 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 2)
1

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr