Porsche wird rund acht Prozent des Aktienkapitals an dem schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania übernehmen und muss dafür 395 Millionen Euro bezahlen. Die Scania-Aktien sollen aber so schnell wie möglich weiterverkauft werden, teilte der Sportwagenbauer am Freitag in Stuttgart mit. Es wird damit gerechnet, dass das Porsche-Management die Aktien an seine Tochter VW weitergibt. Damit würde die Liquidität der Stuttgarter nicht belastet. Porsche war nach der Mehrheitsübernahme bei Volkswagen zu einem Angebot an die Scania-Aktionäre verpflichtet, weil der Wolfsburger Konzern seinerseits Mehrheitseigner bei dem schwedischen Lkw-Bauer ist. Der Sportwagenbauer stellte aber früh klar, kein strategisches Interesse an Scania zu haben. Deshalb werde auch nur der gesetzliche Mindestpreis für die Anteile geboten. Das geringe Angebot stieß dann erwartungsgemäß auf wenig Zustimmung bei den Scania-Aktionären. Der Aufsichtsrat des Nutzfahrzeugherstellers hatte die Anteilseigner zuvor bereits aufgefordert, die Offerte nicht anzunehmen, weil es nicht den langfristigen Marktwert von Scania widerspiegele. Das Porsche-Angebot hatte einen Gesamtwert von rund 2,8 Milliarden Euro. Bis zum nächsten Freitag (20. Februar) soll die Transaktion abgeschlossen werden. Im Zuge der Machtübernahmen bei Volkswagen hatte Porsche bereits ein Pflichtangebot für die VW-Tochter Audi vorlegen müssen. Im Herbst vergangenen Jahres wurden für 86 Millionen Euro Aktien der Ingolstädter gekauft, was einem Anteil von 0,4 Prozent an Audi entsprach. Die Aktien wurden aber bereits wenig später aus den selben Gründen an VW weitergeleitet. Europas größter Autohersteller Volkswagen hält derzeit 41,46 Prozent des Aktienkapitals und 69,47 Prozent der Stimmrechte an Scania. Weiterer Scania-Aktionär ist der Wettbewerber MAN, an dem VW seinerseits fast 30 Prozent der Stimmrechte hält. (dpa)
Pflichtangebot: Porsche übernimmt acht Prozent an Scania
Mit seinem Pflicht-Übernahmeangebot stieß der Sportwagenbauer – wie erwartet – auf wenig Resonanz bei den Aktionären des schwedischen Lkw-Herstellers. Die Stuttgarter müssen knapp 400 Millionen Euro an die Anleger überweisen.