KBA-Halbjahresbilanz: Premium gewinnt, Volumen verliert

05.07.2010 17:57 Uhr
Deutscher MW-Markt: Nur wenige Lichtblicke im ersten Halbjahr.

Nach den ersten sechs Monaten dieses Jahres sehen sich vor allem Massenhersteller mit stark rückläufigen Neuzulassungszahlen konfrontiert. Gegen den Trend gibt es auch einige Lichtblicke. Der GW-Markt kommt allmählich auf Touren.

Hersteller von hochwertigen Fahrzeugen sind vom erwarteten Einbruch des deutschen Automarkts im ersten Halbjahr weitgehend verschont geblieben. Die so genannten Volumenproduzenten mussten dagegen im Vergleich zum von der Abwrackprämie geprägten Berichtszeitraum 2009 erhebliche Verluste verkraften. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Halbjahresbilanz des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor.

Den Angaben zufolge konnten in den ersten sechs Monaten lediglich Nissan mitsamt seiner Edelmarke Infiniti (plus 29 Prozent) sowie die britischen Schwestermarken Land Rover (plus 23,6 Prozent) und Jaguar (plus 3,9 Prozent) ihre Neuzulassungen steigern. BMW/Mini lag mit minus einem Prozent knapp unter Vorjahr. Eine BMW-Sprecherin wies auf Anfrage darauf hin, dass dieses Minus allein der Kleinwagenarke Mini geschuldet sei, die 14,9 Prozent einbüßte. Die Kernmarke allein habe dagegen ein Wachstum von 1,1 Prozent erreicht. Glimpflich davon kam Mercedes-Benz (minus 6,1 Prozent). Audi brachte zwar 12,5 Prozent Neuwagen weniger auf die Straße, schnitt aber deutlich besser ab als der Gesamtmarkt (minus 28,7 Prozent).

Trotz rückläufiger Zulassungen verteidigte VW (minus 22 Prozent) seine Vorrangstellung in Deutschland mit einem stabilen Marktanteil von 22,3 Prozent. Die Konkurrenten Opel und Ford traf es mit Rückgängen um 39,7 bzw. 35,1 Prozent noch schlimmer – beim Marktanteil fielen beide hinter Mercedes und BMW zurück. Bei den ausländischen Marken ist Renault/Dacia mit 5,1 Prozent Marktführer. Skoda (4,6 Prozent), Peugeot (3,1 Prozent) und Fiat (drei Prozent) folgen auf den Plätzen.

Das KBA präzisierte in seiner heutigen Auswertung Marktzahlen der Branchenverbände VDA und VDIK vom Freitag. Demnach wurden im Zeitraum Januar bis Juni 1,47 Millionen Pkw für den Straßenverkehr neu zugelassen – ein Defizit zum Vorjahr von knapp 600.000 Einheiten. Im Vergleich zu 2008 beträgt der Rückgang 10,1 Prozent. Im Juni schrumpfte der Pkw-Markt um 32,3 Prozent. Von den 289.259 neuen Autos wurden 43,5 Prozent von Privatpersonen angemeldet. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil noch 20 Prozentpunkte höher.

GW-Markt im Plus

Nach dem Neuwagenboom 2009 schlagen Autokäufer wieder verstärkt auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu. Die Flensburger Statistiker registrierten mit 3,15 Millionen Halterwechseln einen leichten Anstieg um 0,9 Prozent. Im Juni wurden 578.688 Second-Hand-Autos umgeschrieben. Das war ein sattes Plus von 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

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