Bilanz: PSA rutscht in Verlustzone

11.02.2009 12:20 Uhr
PSA-Chef Christian Streiff stimmte am Montag den staatlichen Subventionen zu. Grund seien "schreckliche" Marktperspektiven.

Angesichts der schwierigen Marktlage kündigte PSA-Chef Christian Streiff den Abbau von 12.000 Stellen und Produktionskürzungen an. PSA ist im vergangenen Jahr mit 343 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht.

Europas zweitgrößter Autobauer PSA Peugeot Citroën kappt die Produktion um ein Fünftel und baut trotz der Milliardenhilfen vom Staat bis zu 12.000 Stellen ab. Der Automarkt werde in Westeuropa in diesem Jahr um weitere 20 Prozent schrumpfen und auch 2010 nur stagnieren, sagte Konzernchef Christian Streiff am Mittwoch in Paris. PSA werde die Kapazitäten entsprechend senken, um zum Jahresende 2009 einen Lagerbestand wie Ende 2007 zu haben. Die drastischen Schritte seien alleine wegen der Marktkrise nötig, betonte Streiff. Nach einem Überschuss von 885 Millionen Euro 2007 sei PSA 2008 mit 343 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Das war doppelt so viel wie vom Markt erwartet. Dabei sind Einsparungen von 1,41 Milliarden Euro durch das Sanierungsprogramm CAP 2010 schon berücksichtigt. Trotz der Staatshilfen und zusätzlicher Sparprogramme im Volumen von 512 Millionen Euro werde PSA "erst im Jahresverlauf 2010" wieder ein positives Ergebnis aus dem laufenden Geschäft schreiben. Eine Gewinnprognose wollte Streiff nicht geben. Im laufenden Jahr benötige PSA vier Milliarden Euro, erklärte Streiff. Die drei Milliarden vom Staat reichten aber neben anderen Quellen aus, um den Bedarf zu decken. 2008 waren netto 3,76 Milliarden Euro Kapital aus dem Konzern abgeflossen. 2009 bleibt der Kapitalfluss negativ. PSA bleibe aber mit einer Verschuldungsquote von 22 Prozent finanziell solide. Betriebsergebnis bricht 2008 ein Der PSA-Umsatz sank 2008 um 7,4 Prozent auf 54,4 Milliarden Euro. Der Absatz ging um 4,9 Prozent auf 3,26 Millionen Autos zurück. Der Weltmarktanteil von fünf Prozent wurde aber ebenso verteidigt wie der Marktanteil in Westeuropa von 13,8 Prozent. Bei Lieferwagen blieb PSA in Europa mit 19,9 Prozent Marktführer. Das Wegbrechen des Marktes spiegelt sich bei PSA klar im Rückgang des Betriebsergebnisses von 1,75 Milliarden auf 550 Millionen Euro wider. Im ersten Halbjahr war das Betriebsergebnis noch planmäßig um ein Drittel auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen; im zweiten Halbjahr gab es einen Betriebsverlust von 565 Millionen Euro.

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