Samstag, 26.05.2012
03.06.2008
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Steuerstreit

Rademacher dringt auf rasche Entscheidung

Angesichts sinkender Auftragseingänge und des Einbruchs bei den Neuzulassungen im Mai dringt das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe auf eine schnelle Entscheidung über die Reform der Kfz-Steuer. ZDK-Präsident Robert Rademacher forderte die Bundesregierung am Dienstag in Berlin auf, die Entscheidung über eine an den Kohlendioxid-Ausstoß gekoppelte Kfz-Steuer wieder in das geplante Klimapaket aufzunehmen oder die Kfz-Steuer per Steuertausch mit den Ländern in die Regie des Bundes zu übernehmen. Andernfalls müsse die Regierung das Scheitern der seit 2006 diskutierten Reformpläne eingestehen. "Alle Beteiligten brauchen jetzt den Mut zu einer Entscheidung", sagte Rademacher. Hersteller und Handel benötigten klare Aussagen. Die Hängepartie bei der Reform der Kfz-Steuer und die anhaltend steigenden Kraftstoffpreise belasteten den deutschen Automarkt, der gerade erste Erholungstendenzen gezeigt habe. Seit Mitte Mai – zeitgleich mit dem Sprung des Benzin-Literpreises an den Tankstellen über 1,50 Euro – sei der Auftragseingang bei den 39.500 Autohäusern und Werkstätten des Verbandes spürbar geringer, erklärte der Verbandsvorsitzende weiter. Die Verunsicherung der Verbraucher führe zu einer wachsenden Kaufzurückhaltung. Laut einer im Auftrag des Kfz-Gewerbes durchgeführten forsa-Umfrage hat die Kaufbereitschaft den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000 erreicht. Demnach planen aktuell zwölf Prozent (2007: 16 Prozent) der deutschen Autofahrer, in diesem oder im nächsten Jahr ein Auto für den persönlichen Gebrauch zu kaufen. Jeder siebte potentielle Kunde werde seinen Autokauf aus Kostengründen "in den nächsten zwölf Monaten" verschieben. Beachtenswert sei auch das Bekenntnis von einem Viertel der Dieselfahrer, beim nächsten Autokauf den Umstieg auf ein Benzin-Modell in Erwägung zu ziehen. Handy statt Auto Wie der oberste ZDK-Vertreter ergänzend mitteilte, sei der Kaufkraftverlust besonders bei der Erstmotorisierung zu spüren. Die junge Generation gebe das Geld eher für die mobile Kommunikation aus als das "Auto-Sparschwein zu füttern". Dass heute bereits 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen kein Auto besäßen, habe mit dieser Kaufkraftverlagerung zu tun.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Prognosen mit Fragezeichen

 
 
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