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Kommentare (2) 05.12.2012

AUTOHAUS SteuerLuchs

Betriebliche Kraftfahrzeuge und der Fiskus

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Betriebliche Kraftfahrzeuge und der Fiskus
Barbara Lux-Krönig
AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig
© Foto: Archiv

Das Bundesfinanzministerium hat sein Schreiben vom 15. November 2012 zur ertragsteuerlichen Erfas­sung der Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs zu Privatfahrten ergänzt. Barbara Lux-Krönig erklärt die Deatils.

Die private Nutzung von betrieblichen Kraftfahrzeugen beinhaltet regelmäßig viel Streitpo­tential zwischen den Steuerpflichtigen und dem Fiskus. Nun hat das Bundesministerium der Finanzen sein Schreiben vom 15. November 2012 zur ertragsteuerlichen Erfas­sung der Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs zu Privatfahrten ergänzt.

Grundsätzlich hat der Steuerpflichtige den pauschalen Nutzungswert (Ein-Prozent-Regel) für jedes Kraftfahrzeug, das zum Betriebsvermögen gehört und vom Steuerpflichtigen oder zu seiner Privatsphäre gehörenden Personen für Privatfahrten genutzt wird, anzusetzen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind, wenn der Steuerpflichtige dies glaubhaft machen kann, insbesondere Fahrzeuge,

  • die ausschließlich betrieblich genutzt werden, weil sie für private Fahrten nicht geeig­net sind, z. B. Werkstattwagen, oder,
  • die ausschließlich eigenen Arbeitnehmern zur Nutzung überlassen werden oder,
  • die nach der betrieblichen Nutzungszuweisung nicht zur privaten Nutzung zur Verfü­gung stehen, z. B. Vorführfahrzeuge, Mietfahrzeuge.

Das Bundesministerium der Finanzen stellt nun klar, dass aus Vereinfachungsgründen ebenfalls kein zu­sätzlicher pauschaler Nutzungswert für weitere betriebliche Fahrzeuge anzusetzen ist, wenn der Steuer­pflichtige das Betriebsfahrzeug mit dem höchsten Listen­preis versteuert. Entsprechendes gilt auch für Angehörige des Steuerpflichtigen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel:

Zum Betriebsvermögen eines Architekturbüros gehören 5 Fahrzeuge, die vom Betriebsinha­ber, seiner Ehefrau und den Angestellten genutzt werden. Die Angestellten nutzen die Fahr­zeuge betrieblich, z. B. Fahrten zu Bauprojekten, jedoch nicht privat.

Erklärt der Steuerpflichtige glaubhaft, dass er und seine Frau die zwei Fahrzeuge mit den höchsten Listenpreisen (Ein-Prozent-Regel) auch privat nutzen, so werden die übrigen drei Be­triebs­fahrzeuge nicht besteuert. Die reine Möglichkeit der privaten Nutzung der übrigen drei Betriebsfahrzeuge durch den Betriebsinhaber und seiner Ehefrau führt nicht zu einer weite­ren Nutzungsentnahme.

  • Betriebsfahrzeug 1, Bruttolistenpreis 50.000 Euro, Betriebsinhaber, Nutzungsentnahme 6.000 Euro
  • Betriebsfahrzeug 2, Bruttolistenpreis 45.000 Euro, Ehefrau, Nutzungsentnahme 5.400 Euro
  • Betriebsfahrzeug 3, Bruttolistenpreis 44.900 Euro, keine weitere Nutzungsentnahme
  • Betriebsfahrzeug 4, Bruttolistenpreis 44.900 Euro, keine weitere Nutzungsentnahme
  • Betriebsfahrzeug 5, Bruttolistenpreis 44.900 Euro, keine weitere Nutzungsentnahme

Brauchen auch Sie einen Steuer-Tipp? Dann schicken Sie Barbara Lux-Krönig von der Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner einfach eine E-Mail: lux@raw-partner.de

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2 Kommentare
1
Hans Brennsteiner
05.12.2012

Die Verbesserung ist durch massiven politischen Einsatz der Mittelstandsunion zustande gekommen. Wobei einer der Hauptkämpfer Herr Steuerberater Böhlk-Lankes von der Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner. Danke an ihn und alle Beteiligten!

2
E. Kühlwetter
05.12.2012

Aus "Vereinfachungsgründen", da kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Man kann immer nur ein Auto fahren! Als betroffene Firma (Familien GmbH) haben wir diese Regelung schon seit Beginn der 1% Versteuerung praktiziert. Ich versteuere das teuerste, meine Frau das zweitteuerste Auto, ansonsten nichts. Bei einer Steuerprüfung 2001 wurde dies anstandslos akzeptiert. Bei einer Prüfung 2010 sollte ich drei weitere Fahrzeuge versteuern. Die Fianzverwaltung hat dann in der Schlußbegesprechung davon Abstand genommen, nachdem wir den Nachweis erbrachten, dass bei der 1. Prüfung 9 Jahre zuvor die Mehrfachbesteuerung nicht angewandt wurde.

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