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Recht & Steuern
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Kommentare (1) 20.02.2013

AUTOHAUS SteuerLuchs

Der Jahresabschluss, Teil IV – Wertberichtigungen auf Forderungen

AUTOHAUS SteuerLuchs
Der Jahresabschluss, Teil IV – Wertberichtigungen auf Forderungen
Barbara Lux-Krönig
AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig
© Foto: Archiv

Alle Forderungen, insbesondere die aus Lieferungen und Leistungen, müssen zum Jahres­ende bewertet werden. Was das im Detail bedeutet, erklärt AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig.

Alle Forderungen, insbesondere die aus Lieferungen und Leistungen, müssen zum Jahres­ende bewertet werden. Grundsätzlich sind Forderungen mit ihrem Nennwert (inklusive Umsatzsteuer) anzusetzen. Bestehen jedoch Bedenken, dass die Forderungen nicht in voller Höhe bedient werden, muss eine Wertberichtigung gebildet werden. Forderungen werden nach ihrem wahr­scheinlichen Zahlungseingang hinterfragt und entsprechend unterteilt in einwandfreie, zwei­felhafte und uneinbringliche Forderungen. Einwandfreie Forderungen werden mit ihrem Nennwert angesetzt, zweifelhafte und uneinbringliche Forderungen müssen wertberichtigt werden. Die Wertberichtigung bezieht sich immer auf den Nettobetrag.

Einzelwertberichtigung (EWB)

Bei zweifelhaften Forderungen gilt der Zahlungseingang als unsicher. Es droht folglich ein Teilverlust. Die Forderung muss in Höhe des Ausfallrisikos wertberichtigt und mit dem wahrscheinlichen Zahlungseingang (Schätzung) angesetzt werden.

Bei uneinbringlichen Forderungen steht endgültig fest, dass keine Zahlung erfolgen wird. Diese Forderung muss in voller Höhe ausgebucht werden. Dabei wird der Nettoforderungs­betrag ergebnismindernd verbucht und die bereits bei Entstehung der Forderung abgeführte Umsatzsteuer wird in der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung wieder vom Finanzamt zu­rückgeholt.

Pauschalwertberichtigung (PWB)

Es besteht immer die latente Gefahr, dass Forderungen nach dem Bilanzstichtag, obwohl sie eigentlich keine risikobehafteten Forderungen sind, ausfallen. Aufgrund des Vorsichtsprin­zips muss dieser latenten Gefahr durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen werden.

Bei der Bestimmung des Gesamtbetrages der pauschal wertzuberichtigenden Forderungen ist Folgendes zu beachten:

  • Bereits einzelwertberichtigte Forderungen sind auszusondern,
  • Forderungen mit Aufrechnungsmöglichkeiten sind ebenfalls auszusondern,
  • versicherte Forderungen sind nur mit ihren Eigenbehalt zu berücksichtigen,
  • eine Wertberichtigung ist nur vom Nettobetrag der Forderung ohne Umsatzsteuer vorzu­nehmen.

Für die Höhe des Pauschalsatzes sind die Erfahrungen aus der Vergangenheit heranzuzie­hen. Die Finanzverwaltung erkennt eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 Prozent des Nettowerts der Forderungen ohne Nachweise an. In der Praxis wird der Pauschalsatz meist zwischen 1 bis 3 Prozent angesetzt. Wird die Höhe der Pauschalwertberichtigung bei einer Au­ßenprüfung aufgegriffen, so müssen Sie anhand von Erfahrungswerten aus den letzten Wirtschaftsjahren nachweisen, dass ein Ansatz von mehr als einem Prozent gerechtfertigt ist.

Tipp: Uneinbringliche Forderungen sollten auch unterjährig ausgebucht werden, um die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückzuholen. Dadurch fließt wenigstens ein kleiner Betrag zurück.

Brauchen auch Sie einen Steuer-Tipp? Dann schicken Sie Barbara Lux-Krönig von der Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner einfach eine E-Mail: lux@raw-partner.de

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1 Kommentar
1
Michael Kühn
20.02.2013

Forderungsausbuchung bedeutet allerdings auch eine Ertrags/Umsatz-minderung; - gerade in Grenzbereichen, zahlenmäßig gegenüber den Banken, bedeutet dies, dass der Geschäftsverlauf besorgniserregend ist. -Ich kenne einige Händler, die eine notwendige "Wertberichtigung" verschieben mußten, um die Kreditlinien zu erhalten...Die "paar Steuergroschen" wären nur ein Tropfen auf dem "heißen Stein" gewesen...; Ergo: Augen zu + durch !

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