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Recht & Steuern
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14.11.2012

AUTOHAUS SteuerLuchs

Steuerfalle Geschäftsessen

AUTOHAUS SteuerLuchs
Steuerfalle Geschäftsessen
Barbara Lux-Krönig
AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig
© Foto: Archiv

Betriebsfeiern, Geschäftsessen, ein Abend mit potentiellen Kunden - Unternehmer wollen diese Ausgaben von der Steuer absetzen. Daher lohnt es sich, gewisse Grundregeln zu kennen.

Betriebsfeiern, Geschäftsessen, ein Abend mit potentiellen Kunden - wer kennt derartige Situationen nicht. Abhängig vom Standard der gewählten Lokalität und der Anzahl der zu bewirtenden Personen sind Rechnungen von mehr als 150 Euro schnell erreicht. Ganz klar, dass Unternehmer diese Ausgaben von der Steuer absetzen wollen und die Vorsteuer ganz zurückerstattet haben möchten. Daher lohnt es sich, gewisse Grundregeln zu kennen.

Betriebsausgaben und Vorsteuer

Aufwendungen für die betrieblich veranlasste Bewirtung von Geschäftspartnern können in Höhe von 70 Prozent des Nettobetrages als Betriebsausgabe abgezogen werden. Dazu  sind nachfolgende Angaben zu machen: Ort, Tag, Teilnehmer, Anlass der Bewirtung sowie Höhe der Aufwendungen.

Für den Vorsteuerabzug braucht es aber noch mehr: Sofern die Bewirtung in einer Gaststätte stattgefunden hat und der Rechnungsbetrag 150 Euro übersteigt, genügen obige Angaben nicht. Es müssen mehr Informationen aus der Gaststättenrechnung ersichtlich sein.

Die Gaststättenrechnung muss auf den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen (d. h. Gastgeber) ausgestellt sein, damit eindeutig belegt werden kann, wem die Aufwendungen entstanden sind. Dies hat auch der Bundesfinanzhof in einem aktuell entschiedenen Fall (Urteil vom 18.04.2012; Az.: X R 57/09) klargestellt.

Neben dem Belegnachweis zu "wer und warum" ist die formal korrekte Rechnung der Gaststätte beizufügen. Hierbei ist zu beachten, dass handschriftliche Rechnungen oder Quittungen nicht genügen. Eine Gaststättenrechnung, die vom Finanzamt akzeptiert wird, muss maschinell erstellt und mit einer Rechnungsnummer versehen sein. Des Weiteren muss die Rechnung folgende Angaben enthalten: Name und Anschrift der Gaststätte, Name und Anschrift des Bewirtenden, Datum der Bewirtung, genaue Bezeichnung der verzehrten Artikel, Rechnungsbetrag aufgeschlüsselt nach Steuersätzen sowie Mehrwertsteuersatz und –betrag in Euro sowie Ausstellungsdatum der Rechnung – also genau das alles, was jede andere Rechnung auch enthalten muss.

Eigenbeleg oder Kreditkartenabrechnung statt Gaststättenrechnung?

Die Angabe des Namens des bewirtenden Steuerpflichtigen in einem Eigenbeleg kann die entsprechende Angabe in der Gaststättenrechnung nicht ersetzen. 

Ebenso wie Eigenbelege können Kreditkartenabrechnungen die Gaststättenrechnungen nicht ersetzen, da hiermit lediglich die Begleichung der Rechnung nachgewiesen werden kann, jedoch nicht wer zu der Bewirtung eingeladen hat.

Ausnahme: Gaststättenrechnungen über Kleinbetrag

Ausgenommen von dem Grundsatz, dass Gaststättenrechnungen auf den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen ausgestellt werden müssen, sind Rechnungen über Kleinbeträge, d. h. Rechnungen, die einen Betrag von 150 Euro nicht übersteigen.

Hinweise

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass zu den Bewirtungskosten auch die über die eigentliche Bewirtung hinausgehenden Nebenkosten wie zum Beispiel Trinkgelder und Garderobenentgelte gehören, welche zwangsläufig mit der Bewirtung anfallen. Wegen des fehlenden Ausweises auf der Rechnung sollten diese Kosten von Ihnen direkt auf der Gaststättenrechnung vermerkt und vom Empfänger abgezeichnet werden.

Die Namensangabe der bewirtenden Person kann vom Gastwirt auf der Gaststättenrechnung, wenn diese alle Voraussetzungen erfüllt, oder durch eine ergänzende Rechnung zeitnah nachgeholt werden.

Brauchen auch Sie einen Steuer-Tipp? Dann schicken Sie Barbara Lux-Krönig von der Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner einfach eine E-Mail: lux@raw-partner.de

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