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Bis 2020 rechnet die Bundesregierung mit rund einer Million Elektro-Autos auf deutschen Straßen.
Kaufhilfen
Regierung bringt Elektroauto-Plan auf den Weg
Begleitet von Experten-Skepsis und Ermutigung hat die Bundesregierung den Startschuss für das Elektroauto der Zukunft gegeben. Es soll nach Verbesserungen der Batterietechnik und der Kilometer-Reichweiten von 2011 an mit Kaufanreizen verstärkt auf den Markt rollen. 2020 sollen eine Million der mit Ökostrom betriebenen E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren und 2030 etwa zehn Millionen. Das sieht der "Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität" vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch nur wenige Wochen vor der Bundestagswahl beschloss. Für Autofahrer sei neben dem Klimaschutz wichtig, dass schon heutige Elektro-Pilotfahrzeuge beim Tanken des Stroms die Hälfte der üblichen Spritkosten einsparten, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprachen sich für Kaufanreize bei Markteinführung der ersten 100.000 Fahrzeuge aus. Dies solle aber je nach Kostenentwicklung von späteren Bundesregierungen gesteuert werden. Heute koste eine schwere Batterie für ein Elektroauto 10.000 bis 15.000 Euro bei einer Reichweite pro Ladung von 200 Kilometern. Tiefensee sprach von einer gesellschaftlichen "Revolution", die von lärm- und abgasfreien Autos ausgehen werde. Dennoch hat der alte spritbetriebene Verbrennungsmotor damit noch lange nicht ausgedient, wie alle drei Minister erklärten. Bei 44 Millionen Autos wie heute und davon zehn Millionen E-Fahrzeuge wären das immer noch 34 Millionen, sagte Gabriel. "Deshalb muss es dabei bleiben, dass die Verbrennungsmotoren sauberer werden. Und das geht nur, wenn man weniger Sprit verbraucht." Auch müsse der zunehmende Individual- und Güterverkehr auf der Straße zugunsten von Bahntransporten gebremst werden. Gabriel forderte dabei, wie im Nahverkehr auch für Fernzüge den niedrigen Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent zuzulassen. Das werde bisher verwehrt, während der Sprit des schädlichsten Transportmittels Flugzeug steuerfrei sei. Kfz-Branche begrüßt Förderplan Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßten den Aktionsplan. Die Elektromobilität sei ein zukunftweisendes Konzept vor allem für den Stadtverkehr, der Weg zum praktikablen E-Auto sei aber noch weit, sagte eine ZDK-Sprecherin. Zudem dürfe sich der Blick nicht zu sehr auf spezielle alternative Antriebsarten verengen. Auch beim mittelfristig dominierenden Verbrennungsmotor und Hybridkonzepten bestehe noch erhebliches Entwicklungspotential hin zu mehr Energieeffizenz. VDA-Präsident Matthias Wissmann forderte angesichts der vor der Bundestagswahl unverbindlichen Pläne: "Elektromobilität braucht langfristige Planung." Für die Grünen erklärte deren Spitzenkandidat Jürgen Trittin: "Ohne Moos nichts los." Leider gebe es keine verbindliche Finanzzusage. "Anders als in den USA, Frankreich und China, wo Geld für Kaufzuschüsse vorhanden ist, gibt die Bundesregierung keine konkreten Kaufanreize. "Während (US-Präsident) Barack Obama 2,4 Milliarden Dollar für Elektromobilität ausgibt, hat die Regierung fünf Milliarden Euro durch die Abwrackprämie verpulvert und damit den Markt für E-Fahrzeuge plattgemacht."
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