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"Reine Verschrottungsprämie greift zu kurz"
von Frank Selzle
Der ZDK hat den Beschluss der Bundesregierung zum Konjunkturpaket II in einer ersten Stellungnahme als "enttäuschend" bezeichnet. Der Verband, so Bundesinnungsmeister und Vizepräsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes Wilhelm Hülsdonk gegenüber AUTOHAUS Online, hatte gefordert, dass nicht nur Neu- und Jahreswagenkäufe subventioniert werden, sondern auch der Umstieg von einem Euro 2-Fahrzeug oder älter auf ein umweltfreundlicheres Fahrzeug. Eine reine Verschrottungsprämie würde zu kurz greifen, erläuterte Hülsdonk. "Wir wollen mit einer Ökoprämie den Kreislauf in Gang setzen, dass sehr alte Autos vom Markt verschwinden und neuere gekauft werden." Am Ende gehe es um rund 300.000 Autos, die mehrheitlich wohl deutlich älter als neun Jahre seien, denn die Verschrottung von Fahrzeugen mit Baujahr 2000 sei kaum vorstellbar. Gleichwohl sei die Prämie ein richtiger Schritt, so Hülsdonk. "In einem um 20 bis 25 Prozent schrumpfenden Markt ist eine Subventionierung mit kurzfristiger Wirkung durchaus geeignet, das Geschäft zu beleben." Diesen Konjunkturanreiz müsse man bestmöglich nutzen. Hülsdonk betonte, dass es sich nicht um einen Rettungsschirm für die Kfz-Branche handele und marktwirtschaftliche Mechanismen nicht ausgehebelt würden. Die Prämie soll laut ZDK-Vorschlag ab März mit Wirkung bis Ende 2009 gelten. Die Bundesregierung hat bisher noch keinen Fahrplan genannt. In einem zweistündigen Gespräch beim Mittelstandsgipfel in Berlin, an dem auch die Bundesminister Glos und Steinbrück teilnahmen, hatte Hülsdonk am 9. Januar der Bundeskanzlerin Merkel die zunehmend schwierige Lage der Unternehmen des Kfz-Gewerbes am Standort Deutschland beschrieben und Vorschläge des ZDK für eine gestaffelte Umweltprämie für neue und junge Autos vorgetragen. Prämie an Bedingungen geknüpft Die Prämie soll laut Mitteilung der Bundesregierung nur ausbezahlt werden, wenn das Altauto mindestens ein Jahr im Besitz des Halters gewesen ist und ganz vom Markt verschwindet. Ob dies bedeutet, dass ein Verschrottungsnachweis zu führen ist und wie die Abwicklung letztlich aussehen wird, ist bis dato noch unklar. Von Seiten der Regierung wurden bisher keine Einzelheiten genannt. Denkbar wäre aber beispielsweise ein Nachweis über zertifizierte Autoverwerter.
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(Foto: ZDK)
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