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Geplatzte Träume: Carlos Ghosn wollte Renault zum ertragsstärksten Autokonzern Europas formen.
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Renault auf Schleuderkurs
von Hans-Hermann Nikolei, dpa
Den ertragsstärksten Autokonzern Europas wollte er bauen und einen der drei größten Hersteller weltweit – der Managerstar Carlos Ghosn hatte für Renault große Pläne. Doch dann kam es Schlag auf Schlag: Die Oberklasse-Strategie floppte, Bündnispläne mit Ford und General Motors scheiterten, die Finanzkrise verhagelte die Erträge und das Engagement beim russischen Branchenprimus Avtovaz wird zum teuren Abenteuer: Renault ist ins Schleudern gekommen. Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Elektroauto. Der Flitzer soll den Konzern zurück auf die Überholspur bringen. 2006 war "Super-Ghosn" noch voller Angriffslust. Mit 26 neuen Modellen wollte er die Fertigung bis 2009 um 800.000 auf 3,33 Millionen Autos hochtreiben wollen. 2010 sollte (mit den Töchtern Dacia und Samsung, aber ohne die Konzernschwester Nissan) die Marke von vier Millionen geknackt werden. Zudem wollte Ghosn GM oder Ford in den Konzernverbund Renault-Nissan einbinden und damit Konkurrenten wie Volkswagen oder Toyota die Rücklichter zeigen. Im Rückblick wirkt das Szenario wie ein Traum. Die Welt sieht nach der Finanzkrise anders aus. Im ersten Halbjahr 2009 setzte Renault nur 1,1 Millionen Autos ab, und auch das nur dank großzügiger Verschrottungsprämien. Zwar verteidigte die Marke ihre Marktstellung. Doch statt sechs Prozent Rendite fuhr der Konzern 2,7 Milliarden Euro Verlust ein. Der Staat musste Renault mit drei Milliarden Euro unter die Arme greifen. Den "american dream" verwirklicht jetzt Fiat, und der Aufbruch in die Oberklasse ist gestoppt. Oberklasse-Modelle ohne Nachfolger Der Absatz der einst revolutionären Großraumlimousine Espace brach seit Jahresbeginn um mehr als die Hälfte ein. Das Modell läuft aus und ein Nachfolger wird vorerst nicht entwickelt. Der Luxuswagen Velsatis, am Markt ähnlich erfolglos wie der Phaeton von Volkswagen, verschwindet ohne Nachfolger. Renault konzentriere die Entwicklung auf das E-Auto und die Motorenleistung, heißt es.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Dacia stößt an Grenzen – Fokus auf Elektroautos
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(Foto: Renault/AHO-Montage)
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