Nach den gescheiterten Verhandlungen mit General Motors (GM) über eine mögliche Allianz richtet Renault/Nissan den Fokus auf die internen Probleme. "Ich möchte klar stellen, dass wir derzeit keinerlei Initiativen unternehmen, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgabe). Vielmehr gehe es darum, die Strategien von Renault und Nissan umzusetzen und deren Ziele zu erreichen. Damit erteilte Ghosn auch den von der Branche erwarteten Bündnis-Gesprächen mit dem US-Autobauer Ford eine Absage. Der französisch-japanische Autokonzern kämpft derzeit mit stagnierenden oder teils rückläufigen Absatzzahlen. Per August ging etwa der Absatz der Renault Gruppe in Europa um 9,9 Prozent zurück. Der Marktanteil sank um einen Prozentpunkte auf acht Prozent. Nissan verkaufte insbesondere im wichtigen US-Markt weniger Fahrzeuge (wir berichteten). Zugleich schrumpfen die Gewinnmargen beider Hersteller. Mit einer Produktoffensive will Ghosn nach eigenem Bekunden Renault zum drittgrößten Volumenhersteller in Europa machen. Nach einem Aktionsplan sollen bis 2009 26 neue Modelle in den Markt gebracht werden. Dann soll auch die Umsatzrendite von 3,2 Prozent in 2005 auf sechs Prozent steigen. Bei Nissan setzt der Manager auf eine runderneuerte Fahrzeugpalette. (rp)
Renault-Chef nimmt Abstand von US-Pakt
Ghosn: Vorerst keine Verhandlungen mit Ford / Interne Probleme rücken in den Vordergrund